publiziert: 23.01.2012 16:15 Uhr
aktualisiert: 29.01.2012 14:46 Uhr
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Windkraft - Nein, Danke!

Riedbacher Bürger gründen Bürgerinitiative gegen Windräder – Informationsveranstaltung in Kleinmünster
  • Reinhold Scheuring klärte über die negativen Windkraft-Aspekte auf.
  • Voll besetzt: Der Gemeindesaal in Kleinmünster anlässlich der Informationsveranstaltung zum Thema Windkraft.
    Fotos: Manfred Schweiger
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Das Bürgerinteresse war groß bei der Informationsveranstaltung zur Windkraft am Sonntag in Kleinmünster. Das Gemeindehaus war fast bis zum letzten Stuhl besetzt.

Referent Reinhold Scheuring betonte, dass er nicht in seiner Funktion als Chef des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld anwesend sei, sondern als betroffener Bürger von Kleinmünster in der Gemeinde Riedbach. Im Zentrum seines Vortrags stand die Ausweisungszone „WK 88“, die die Gemeinde als Nutzungsfläche für den Bau von Windrädern dem regionalen Planungsverband der Regierung Unterfranken vorgeschlagen hatte. Bei der „WK 88“ handelt es sich um ein rund 520 Hektar großes Waldgebiet westlich von Kleinmünster, von dem – nach Vorstellung der Gemeinde Riedbach – etwa 120 Hektar für den Windanlagenbau vorgeschlagen wurden.

Für Scheuring sei es völlig unverständlich, dass Wälder gerodet würden für eine Energieform, die nur temporär zur Verfügung steht. Daher müssten herkömmliche Kraftwerke im Parallelbetrieb laufen, was deren eigenen Wirkungsgrad verringert. Zusätzlich müsste pro Windrad ein Hektar an ökologischer Ausgleichsfläche ausgewiesen werden. Das führe dazu, dass landwirtschaftliche Nutzflächen stillgelegt werden. Ein weiterer negativer Aspekt der Windkraft sei, dass die geplanten Anlagen nur höchstens 20 Prozent ihrer maximalen Nennleistung erreichen würden. Grund dafür sei der schwache Wind im Haßbergkreis. Deutschland sei in vier Windzonen eingeteilt. Der stärkste Wind weht in Zone vier, an Nord- und Ostseeküste. Fast ganz Bayern, auch der Haßbergkreis, befindet sich in Zone 1, der Schwachwindzone. Im Haßbergkreis liege die mittlere Windgeschwindigkeit in 80 Metern Messhöhe bei 4,5 Metern pro Sekunde, bei einer Meßhöhe von 140 Metern geringfügig höher. Ein Windrad würde jedoch erst ab einer Windgeschwindigkeit von 15 m/sec. die Nennleistung erreichen.

Darüber hinaus stellten die Windräder einen schwerwiegenden Eingriff in das Landschaftsbild dar, so Scheuring. Erholungs- und Freizeitwert, auch bei Jagd- und Reitsport, gingen verloren. Die Lebensqualität werde gemindert, zukünftige Ansiedlungen junger Menschen würden erschwert, Immobilienpreise würden fallen. Auch gesundheitliche Beeinträchtigungen seien nicht zu unterschätzen: der rhythmische, heulende und tieffrequente Schall und der nicht hörbare, weitreichende Infraschall mache Menschen über Kilometer hinweg psychisch und physisch krank. Hinzu komme die bedrängende Allgegenwärtigkeit und Unentrinnbarkeit. Windkraft habe auch eine negative Ökobilanz. Zur Gewinnung von Windstrom müsse man mehr Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken sinnlos verschwenden, als an Windstrom geerntet wird. Die gigantische Rohstoffverschwendung bemesse sich daran, das die Windkraftindustrie der größte Stahlverbraucher hinter der Automobilindustrie ist.

Als einen Ansatzpunkt, um die Errichtung der Windräder zu verhindern oder einzuschränken, nannte Scheuring die vom Planungsverband festgelegten „Kriterien, die eine Windkraftnutzung einschränken können.“ Eines dieser Kriterien sei erfüllt, wenn ein „landschaftliches Vorbehaltsgebiet“ ausgewiesen ist. Dies sei bei dem Standort „WK 88“ zumindest teilweise der Fall.

Riedbachs Bürgermeisterin Birgit Bayer schilderte das Dilemma der Gemeinde, die gezwungen sei, eine Fläche für die Windkraftnutzung auszuweisen. Andernfalls könne jeder Bürger in seinem Garten oder auf seinem Acker ein Windrad errichten. Drei Flächen standen zur Auswahl. Auf Anraten zweier Gutachten – des TÜV Süd und eines privaten Anbieters – habe man sich auf 120 Hektar im „WK 88“ im Gemeinderat geeinigt.

Die große Mehrheit der Anwesenden stimmte anschließend dem Vorschlag von Scheuring zu, eine Unterschriftenaktion und eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen. Mehr als 50 Unterschriften wurden noch am Abend gesammelt. Die Listen für Bürger, die noch unterschreiben wollen, liegen in den beiden Gasthäusern in Kleinmünster aus. Sechs Personen erklärten sich spontan zur Mitarbeit in der Bürgerinitiative bereit.

msch
    
    

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»Alle 9 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

ropel (190 Kommentare) am 23.01.2012 19:43

leute

laßt Euch nicht verarschen, sondern baut die windräder.

hat der herr scheuring auch davon erzählt, daß keine zwischen- und endlager mehr gebraucht werden.

alle die von atomenergie begeister sind, dürfen einmal im jahr mit ihrer tupperdose das gift holen und im keller zu den kartoffeln und äpfeln stellen.

herr scheuring macht das ja schließlich selbst. hoffe ich doch.
(0)
tralee (7 Kommentare) am 24.01.2012 14:27

Wenn man...

Da gibt es im Internet einen schönen Clip mit einem Pinguin. "Wenn man keine Ahnung hat...". Wäre schön, wenn die Kommentare sich auf das Thema beziehen würden und nicht hohle Phrasendrescherei wären.
Sich mit dem Thema zu befassen und die technische Realisierbarkeit zu prüfen wäre sinnvoller, als sich in populistischer Meinungsklopferei am allgemeinen Schreien zu beteiligen.

Schließlich ist es legitim, technische Aspekte zu betrachten und seine eigenen Rückschlüsse zu ziehen. Herr Scheuring hat als Anwohner sicherlich das Recht, seine Meinung zu vertreten. Ob alle Kommentarschreiber auch dort wohnen oder ob sich diese nur in selbstbefriedigender Weise nur die eigene Ansicht als Weltgenesungstheorie aus den Finger ziehen.
Wenn dann noch jemand Ahnung von Technik hat wie Herr Scheuring, ist es schon unverschämt, hier die Atomkraft als Nebenkriegsschauplatz vorzuschieben.
Recht auf freie Meinungsäußerung sicher, aber bitte auch für die Gegner. Wurde bei der Atomkraft ja auch ausführlich so gehandhabt.

Mir können die Windkraftanlagen auch gestohlen bleiben, eine sichere Energieversorgung ist mir lieber. Vor allem, wenn der Preis für Windkraftanlagen Landschaftszerstörung und Schattenkraftwerke sind.
(2)
ropel (190 Kommentare) am 24.01.2012 22:45

hallo tralee

sicher versteht herr scheurig etwas von technik, aber er ist ein akw-mann und KEIN windkraft-mann. hier hätte auch ein redner vom bundesverband windenergie hingehört.

in der MP konnte ich nichts davon lesen, aber in B5 -aktuell war zu hören: in den niederlanden wird vorerst keine neues atomkraftwerk gebaut (RWE wäre mit 30% darand beteiligt gewesen).

die holländer haben anscheinend gemerkt, daß sie mit dem vielen geld ( von den investoren und denn vielen subventionen) man etwas sinnvolleres machen kann und auch die endlagerfrage in D gescheitert ist, deshalb werden zusätzliche betonhüllen um die zwischenlager gebaut.

gute nacht.
(0)
LiebleinGRFH (253 Kommentare) am 25.01.2012 09:53

ach ja ...

Ich habe den Eindruck, wenn Sie der Meinung sind der Himmel ist grün, dann ist er grün ... und niemand kann an Ihrer Meinung rütteln.

Sie wollen eine Windkraftfachmann zu Wort kommen lassen ... weil sie einem KKW Mann nicht trauen ???

Nun habe ich eine Frage ...
Als es um den Ausstieg aus der Kernerngie ging, da haben Sie alles geglaubt, was die Öko-"Spezialisten" geschrieben haben, da hat man keinem Fachmann aus der Kernenergie zu Wort kommen lassen. Im Gegenteil, die Aussagen der wirklichen Fachleute wurden als Lüge, als Meinungsmache, als "bezahlt" hingestellt.
Wo ist der Unterschied?
Liegt es vielleicht daran, dass Sie immer nur die Aussagen hören wollen, die Ihrer Meinung entspricht?
Wie in dem Artikel betont wurde, war Herr Scheuring als betroffener Anwohner auf der Veranstaltung. Nicht als Angstellter von E.on. Ich bin mir sicher, dass sich Herr Scheuring als Ingenieur besser in der Technik einer Windkraftanslage auskennt und sich mit dem Thema intensiver beschäftigt hat als als Sie es jemals machen werden. Warum wollen Sie seine Meinung nicht hören??
Technik ist Technik ... und Sie können sicher sein ... eine Anlage zu beherschen, die 1300 MW erzeugt erfordert sehr viel mehr technisches Verständniss als für ein Windrad das 4 MW erzeugt nötig ist.
(2)
ropel (190 Kommentare) am 25.01.2012 21:33

hallo lieblein

heute geben ich mich einmal geschlagen, weil ich von der arbeit etwas müde bin.

aber die retourkutsche kommt bestimmt.
(0)
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