aktualisiert: 17.10.2011 18:32 Uhr
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Zwischen Viagra und Rollator
Es gibt im Leben Tage, an denen man merkt, dass man älter geworden ist – Klassentreffen zum Beispiel. Da trifft man sich alle fünf Jahre, die Bilder vom letzten Treffen werden herumgereicht und peng, schon ist klar, dass die vergangenen fünf Jahre nicht nur im Kalender vergangen sind. Das gemeine am Älterwerden ist nicht das Verstreichen der Zeit an sich, sondern, dass Körper und Geist unterschiedlich schnell altern. Innerlich fühlt man sich wie ein Jungspund, äußerlich bröckelt die Fassade. Als 20-Jährigem kommt einem ein 50plus bekanntlich sehr alt vor, selber 50, sieht man das nicht mehr so eng und freut sich, noch nicht 70 zu sein. 70-Jährige wiederum fühlen sich oft auch innerlich ganz frisch, tollen mit den Enkeln herum und merken erst beim Blick in den Spiegel, was die Jahre angerichtet haben. Alt werden – und das bleibt als Erkenntnis – ist relativ. Manche sind mit 25 schon uralt, weil sie knochentrockene Spießer sind, andere lachen mit 80 noch lausbübisch verschmitzt und leben auch so. Einfach sind sie nicht, die Jahre zwischen Viagra und Rollator, aber interessant. Vielleicht wird man nur gelassener, aber auf jeden Fall erinnert man sich öfter an den Spruch „Lebe jeden Tag, als wenn es dein letzter wäre“. Eine Lebensweisheit, mit der man nie früh genug anfangen kann, denn wer immer nur an später denkt, der merkt oft gar nicht, dass es für ihn schon lange zu spät ist, das Hier und Heute wenigstens einigermaßen zu genießen.
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