publiziert: 06.02.2012 16:02 Uhr
aktualisiert: 07.02.2012 08:36 Uhr
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Adelige Eichen für edle Böden

Mondholz aus dem Forstbetrieb des Grafen Schönborn
  • Nur das Beste: Christian Belz (im grünen Anorak), der Revierförster der Schönbornschen Forstbetriebe, sucht die Bäume aus, die später in der Holzbodenmanufaktur von Achim Köhler und Hans-Christian Lehle (von rechts) zu edlen Massivholzdielen verarbeitet werden. Das Besondere: Kunden der Manufaktur können bei der Auswahl des Holzes für ihren Boden dabei sein.
    Foto: Ralf Weiskopf
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Der Steigerwald ist berühmt für seine alten Eichen. Sie werden wegen ihrer Qualität geschätzt und sind gefragt, sehr zur Freude von Waldbesitzern. Paul Graf von Schönborn ist einer von ihnen und einige der Eichen aus seinem Forstbetrieb haben eine ganz besondere Zukunft vor sich.

Der Forstbetrieb des Wiesentheider Grafen umfasst Wälder im gesamten Steigerwald bis nach Pommelsbrunn, aber auch rund um die Hallburg oder Schloss Gaibach.

Die zwischen 100 und 150 Jahre alten Bäume werden von Hans-Christian Lehle und Achim Köhler gekauft. Sie betreiben die LK-Holzbodenmanufaktur im oberbayerischen Oberpframmern. Aus den Bäumen entstehen bei ihnen besonders edle und wertvolle Massivholzdielen. Seit zehn Jahren besteht die Geschäftsbeziehung zwischen der Schönbornschen Forstverwaltung und dem Unternehmen.

Bis aus den fränkischen Eichen endgültig einmalige Böden werden, ist es ein langer Weg berichtet Lehle bei einem Ortstermin bei Gaibach. Dorthin haben er und sein Geschäftspartner Kunden eingeladen, die sehen wollen, von welchem Baum das Holz stammt, aus dem einmal ihr Dielenboden wird.

„Die Nachfrage ist groß.“

Hans-Christian Lehle über das Eichenholz

Der Weg vom Baum zum Holzboden ist tatsächlich ein langer. Ausgewählt und gekennzeichnet werden die Bäume für die Manufaktur vom Leiter der Schönbornschen Forstverwaltung Christian Belz. Belz setzt, wie seine Kunden Lehle und Köhler, auf Nachhaltigkeit. Das heißt, gefällt wird nur so viel Holz, wie Jahr für Jahr nachwächst. Rund 120 Festmeter kann die Holzbodenmanufaktur pro Jahr bekommen, das reicht für 6000 bis 7000 Quadratmeter Dielenböden. „Brauchen könnten wir viel mehr“, sagt Lehle. Die Nachfrage ist groß und er kann sich seine Kunden mehr oder weniger aussuchen. Es sind absolute Holzliebhaber, die sich solch einen Boden zulegen.

Das ist aber noch nicht alles. Denn für die edlen Böden aus adligen Forsten kommt nur so genanntes Mondholz zum Einsatz, erklärt Lehle. Mondholz wird, nach überlieferter Tradition, nach Weihnachten bei abnehmendem Mond gefällt. Diesem Holz wird nachgesagt, dass es besonders trocken, schwundarm, rissfrei, verwindungsstabil, unempfindliche gegen Insektenfraß und Fäulnissbefall und extrem witterungsbeständig ist, berichtet der Ingenieur für Holztechnik.

Nachdem die Bäume gefällt wurden, bleiben sie noch einige Wochen an einem Lagerplatz im Wald liegen. Aus diesen Stämmen suchen sich die Fußbodenmacher dann die aus, die für ihre Produktion geeignet sind, bevor die Bäume nach Burgebrach in ein Sägewerk kommen. Anschließend wandern die dort gesägten Bretter in die Trockenkammer und werden dann in das Unternehmen nach Oberbayern transportiert.

Ein gutes Jahr muss das Holz noch einmal lagern, bis es dann zu Dielenbrettern verarbeitet wird, erklärt Lehle. Das Holz wird gehobelt mit Nut und Federn versehen, fehlerhafte Stellen ausgebessert, geschliffen und anschließend vier mal mit natürlichen Ölen behandelt.

Die Kunden können ihre Bodendielen nach Länge, Breite, Stärke und Struktur, samt Oberflächenbehandlung individuell herstellen lassen. Möglich sind Überlängen von bis zu zehn Metern und einer Breite bis zu 26 Zentimetern. Die Standarddicke liegt bei 21 Millimetern, erklärt der Fachmann. Rein theoretisch könnte so ein Boden sieben bis achtmal geschliffen werden. Aber das macht niemand, denn gerade Gebrauchsspuren verleihen einem solchen Boden seine wertvolle Patina, die von Liebhabern besonders geschätzt wird.

Von unserem Mitarbeiter ralf Weiskopf
    
    

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