publiziert: 02.08.2012 08:17 Uhr
aktualisiert: 04.08.2012 12:05 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text DETTELBACH/MAINSTOCKHEIM
Biotop hat prominenten Streiter

Steinbruch: BN-Chef zweifelt Verfahren an

Die Kritiker der geplanten Teilverfüllung des Dettelbacher Steinbruchs haben einen prominenten Mitstreiter: Hubert Weiger, Vorsitzender des Landesverbands des Bund Naturschutz in Bayern, forderte jetzt in einem Schreiben an Landrätin Tamara Bischof, ein neues Genehmigungsverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit einzuleiten. Das lehnt Bischof mit Blick auf die „geschützte Rechtsposition“ des Steinbrucheigentümers in einer Stellungnahme ab.

Beim Kampf um den Steinbruch prallen Ökonomie und Ökologie ungebremst aufeinander: Der Eigentümer, eine Natursteinfirma aus dem Landkreis Würzburg, will rund 210 000 Kubikmeter Abraum in einen Großteil des seit rund 50 Jahren verwaisten Steinbruchs kippen. Die meist steinernen Reste würden dann in einem „Biotop aus zweiter Hand“ landen, wo seltene Tierarten wie Gelbbauchunke, Uhu oder Zauneidechse eine Heimat gefunden haben – und wo die erdgeschichtliche Vergangenheit sich in einem seltenen Geotop dem Blick öffnet.

Den Einsatz Weigers für den Erhalt des Geo- und Biotops kann die Landrätin laut Stellungnahme „nachvollziehen“. Seine Zweifel an der Verfüllungsgenehmigung von 1992 teilt die Landrätin dagegen nicht. Dies sei „umfassend geprüft“ worden. Zuletzt im August 2009 habe das Landratsamt festgestellt, dass der Planfeststellungsbeschluss von 1992 „weiter rechtswirksam ist“. Das Steinbruchunternehmen, das etwa ein Drittel des Steinbruchs verfüllen will, sei deshalb in einer Rechtsposition, in die „nicht beliebig eingegriffen werden“ könne.

Die Behauptung Weigers, dass eine „quasi unterschriftsreife Genehmigung“ auf dem Tisch des Landratsamts liege, wies die Landrätin als falsch zurück. Das Vorhaben werde derzeit „umfassend“ geprüft. Dabei werde allen Aspekten nachgegangen: Neben dem Naturschutz und dem Schutz des Geotops geht es bei dem Vorhaben auch um die Bewahrung der nahen Trinkwasserquellen.

Kritisch sieht der BN-Landeschef, dass „zu meinem großen Bedauern“ die Naturschutzbehörden den Steinbruch nicht unter Schutz stellen. Weiger kündigte deshalb eine „weitere Stellungnahme“ des BN an.

Die Zukunft des Steinbruchs könnte durchaus positiv sein. Die Eigentümer zeigten sich kürzlich bei einem Vor-Ort-Termin bereit, einem Grundstückstausch – als alternativem Verfüllungsort – zuzustimmen. Ob das klappt, ist allerdings unsicher.

Dass die Widerstandsfront, bei der die beteiligten Bürgerinitiativen rund 1100 Unterschriften sammelten, weiter auf Druck setzt, ist dagegen sicher: Inzwischen wurde bekannt, dass ein Anwalt im Auftrag der Bürgerinitiativen die Genehmigung auf den Prüfstand stellen soll.

mey
    
    

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