aktualisiert: 21.03.2011 16:46 Uhr
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IPHOFEN
Bürger machen mobil für fixes Internet
344 Unterschriften für bessere Breitbandversorgung in Iphöfer Stadtteilen
(elz) Christian Gimperlein und Udo Schumann hatten tagelang Klinken geputzt – und der Lohn ihrer Mühen waren 344 Unterschriften in Dornheim und Nenzenheim. Sämtliche Unterzeichner erklären sich solidarisch mit den Initiatoren, die auch in den Iphöfer Stadtteilen seit Jahren um eine bessere Breitbandversorgung kämpfen.
Bürgermeister Josef Mend will die am Montag im Rathaus entgegengenommenen Listen dazu hernehmen, den Druck auf den Freistaat und die Regierung von Unterfranken zu erhöhen. Sie dienen ihm in der erneuten Verhandlungsrunde als wichtige Argumentationshilfe, dass offenbar die Mehrheit in Dornheim und Nenzenheim die Glasfaser-Variante der Telekom bevorzugt und nicht die von der Regierung geförderte und geforderte Funklösung.
Das Warten nervt
Die Argumente der Initiatoren liegen seit längerem auf dem Tisch. Die Funklösung, vertreten von der Firma p2-Systems, koste die Verbraucher bis zu 50 Euro mehr im Monat, sei weniger stabil und könne bei der Übertragungsrate nicht mit dem Angebot der Telekom konkurrieren. Zudem bringe sie eine weitere Strahlungsquelle mit sich. Die Regierung sieht das anders: Sie argumentiert nur mit finanziellen Aspekten, bei denen p2-Systems der Stadt eindeutig das wirtschaftlichere Angebot gemacht hat. Mend aber beharrt weiter auf dem Standpunkt, die Angebote seien nicht miteinander zu vergleichen. Die Unterschriften – 201 aus Nenzenheim, 143 aus Dornheim – sollen ihm die Sache erleichtern. „Die Leute wollen und brauchen eine gute Breitbandversorgung“, sagt er, „aber eine Funklösung lehnen sie ab.“ Christian Gimperlein ist selbstständiger Videoproduzent, er muss für seine Kunden zum Teil Filme hochladen und dann übers Internet verschicken. „Manchmal dauert das zwei Stunden“, erklärt er genervt. Udo Schumann engagiert sich seit längerem für die bessere Anbindung der Dörfer ans Breitbandnetz und vertritt diese Position auch öffentlich. Mend versteht die Kritik der Bürger. „Wie soll man Dörfer wie Dornheim oder Nenzenheim attraktiv halten, wenn man dort nicht einmal vernünftig arbeiten kann?“
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