publiziert: 07.02.2012 10:32 Uhr
aktualisiert: 07.02.2012 11:09 Uhr
» zur Übersicht Kitzingen
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text IPHOFEN
Das neue Leben in der Altstadt

Iphofen macht den Weg frei für das fast 13 Millionen Euro teure Dienstleistungszentrum
  • Markantes Monument: Für die alte Schule am Iphöfer Marktplatz hat es viele Ideen und Vorschläge gegeben. Nun soll der 1878 errichtete Sandsteinbau saniert und um einen modernen Komplex erweitert werden.
    Foto: Eike Lenz
Bild von

In Zeitungsannoncen und in handlichen Broschüren gibt es sie schon, die schöne, neue Welt im Herzen Iphofens – in Umrissen zwar nur und als Fotomontage. Doch zu erahnen ist, was da bis zum Jahr 2014 in der selbst ernannten „Weinstadt mit Kultur“ wachsen soll.

Unter der prägnanten Chiffre „Neues Leben in reizvoller Architektur am Marktplatz“ bewirbt die Stadt schon seit einiger Zeit ihr Dienstleistungszentrum, das mit geschätzten Kosten von 12,9 Millionen Euro eines der größten Projekte in der jüngeren Stadtgeschichte sein wird.

Noch müssen Skizzen für die interessierte Geschäftswelt herhalten, die sich ab 2014 auf „attraktiven Gewerbeflächen“ einmieten sollen – wahlweise im historischen Gebäudekomplex von 1878, der aufwändig saniert wird, oder im modernen Neubau, der über einen Glaspavillon mit der Altsubstanz verbunden werden soll. Vier Läden (zwischen 32 und 66 Quadratmeter groß) sind im Seitenflügel der alten Schulhauses geplant.

Dort wird im Haupttrakt weiterhin die Stadtverwaltung untergebracht sein. Im zweigeschossigen Neubau, umgeben von Michaelskapelle, Rathaus und Stadtpfarrkirche, stehen Laden- und Büroräume zwischen 83 bis 110 Quadratmeter zur Verfügung. Hinzu kommt ein 145 Quadratmeter großer Gewölbekeller.

Acht, neun Bewerber haben bereits ihr Interesse bekundet, wie Iphofens Bürgermeister Josef Mend auf Anfrage mitteilt. „Die Hälfte könnten wir vermieten.“ Mend ist mit dieser Resonanz zufrieden. „Ich kann nicht das anbieten, was eine pulsierende Großstadt wie München hat“, sagt er. Die Erfahrung zeige außerdem, dass sich manche Interessenten erst dann melden, wenn der Rohbau des neuen Gebäudes stehe. Die Frage ist, wann das sein wird.

Rund 40 Besprechungen hat es in den vergangenen Monaten zwischen Bürgermeister, delegierten Stadträten und Planern – den Architekten Böhm und Kuhn aus Iphofen sowie Jäcklein aus Volkach – gegeben. Mend rechnet damit, dass spätestens im November dieses Jahres mit dem Abriss der alten Wohn- und Geschäftshäuser begonnen werde, die dem neuen Gebäudekomplex weichen sollen. Der Stadtrat hat am Montagabend das Nutzungskonzept sowie den weiteren Fahrplan bei einer Gegenstimme durch Rupert Maier gebilligt.

Neubau und Sanierung sollen nun synchron laufen, nicht wie zunächst geplant in zwei Schritten nacheinander. „Die Belastung am Marktplatz“, sagt Mend, „wäre sonst zu groß.“ Damit steht fest, dass die Verwaltung für die Zeit des Umbaus ausziehen muss, vermutlich in mobile Container. Der Bürgermeister vergleicht das Projekt im Stadtkern mit dem Bau des Altenbetreuungszentrums Mitte der neunziger Jahre. „Das betraf auch ein ganzes Viertel.“

Im Stadtrat war der Tenor ziemlich eindeutig: Was lange währte, kommt nun zu einem gelungenen Abschluss. Otto Kolesch sprach von „qualitativ hochwertiger Architektur“, die Maßstäbe für die nächsten Jahrzehnte setzen werde, und Ludwig Weigand von einer „Entscheidung, die über Generation wirkt und Iphofen nach vorne bringt“. Jörg Schanow sah das Projekt vor allem bei potenziellen Geschäftskunden noch nicht ausreichend bekannt gemacht („Wir brauchen mehr Werbung“), und Georg Güntner forderte pragmatisch: „Lasst uns endlich beginnen!“

Ende 2014 könnte das Ganze fertig sein – wenn die Finanzierung klappt. Seitdem klar ist, dass die Stadt in den nächsten zwei, drei Jahren nur noch mit der Hälfte der bisherigen Gewerbesteuer rechnen kann, also mit fünf Millionen Euro, beschäftigt Mend die Frage, wie er das alles am Klügsten bezahlen solle: auf Pump, aus der satten Rücklage, über billige Darlehen? Auf bald 13 Millionen Euro (ohne sämtliche Möbel) taxieren die Experten inzwischen die Gesamtkosten, ein hübsches Sümmchen, das sich durch ein paar Extras noch einmal erhöht hat: den Dachgeschossausbau in der alten Schule, die Außenanlagen, den Erhalt der Gewölbekeller unter den Abrisshäusern.

Kein Wunder, dass Mend mit Blick auf die finanziellen und städtebaulichen Herausforderungen von einem „Kraftakt“ spricht. Im Werbeprospekt der Stadt Iphofen hört sich das Ganze so an: „Das bewusste Nebeneinander von ,Alt und Neu‘ erzeugt einen harmonischen Spannungsbogen, der so auch an anderen Stellen der Altstadt zu finden ist.“ Moderne und historische Architektur im Einklang seien der Garant für einen belebten Stadtkern.

Von unserem Redaktionsmitglied Eike Lenz
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Party

 
    

News

 
    

Sport

    
    

Termine Heute

 
    

Morgen

 
    

Suche

    
    

Live-Ticker 

    
    

KLASSE! 

KLASSE!
Das Medienprojekt für Schulen - alle Informationen. »mehr
    
Anzeige
    

s.Oliver Baskets TV

    
    

Gas

 
    

DSL

 
    

Strom

Gas
Tarifrechner
Kostenloser Gas-Tarifrechner mit allen aktuellen Anbietern und Tarifen.
Ihre PLZ
Verbrauch
    
    

Börsendaten

    
    

Anzeigen 

Traueranzeigen
Täglich aktuell auf mainpost.de: Traueranzeigen aus der Region.  »mehr
    
    

Pfiffikus - Zeitung für Kinder 

Die Zeitung für Kinder jetzt auch täglich im Internet auf mainpost.de lesen. »mehr
    
    

111 Dinge 

...die Sie in Mainfranken tun müssen:
Mit unserer großen Serie lernen Sie die Region neu kennen. »mehr
    
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr
    
    

Main-Post intern