publiziert: 16.05.2008 15:30 Uhr
aktualisiert: 16.05.2008 15:58 Uhr
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Klare Absage an „Gendreck-weg“

Kitzinger Aktionsbündnis gegen Gentechnik fürchtet „gewaltsame Aktionen“

Beim Kampf gegen den Genmais im Landkreis scheiden sich die Geister: Das Aktionsbündnis gentechnikfreier Landkreis Kitzingen, dem Öko-Anbieter, Umweltverbände und fünf Parteien angehören, distanziert sich von den „Freiwilligen Feldbefreiern“ und ihrer für Ende Juni angekündigten Aktion: „Wir lehnen Gewalt ab und werden die 'freiwillige Feldbefreiung' nicht unterstützen und auch nicht daran teilnehmen.“

Stein des Anstoßes zwischen den Gegnern der Gentechnik ist ein geplantes „gentechnikfreies Wochenende“ vom 26. bis 29. Juni im Landkreis. Über den Ort des Treffens schweigen sich die Öko-Aktivisten der Organisation „Gendreck-weg“ noch aus. Sie kündigt nur an, dass dabei über 520 Menschen als „Feldbefreier“ an einem heimischen Acker mit Genmais aktiv werden wollten.

Aktiv, das heißt laut Internet-Auftritt von „Gendreck-weg“, dass die Feldbefreier Genmais-Pflanzen aus dem Boden reißen. In Kitzingen wollen sie den „Monsanto-Mais“ durch „viele Hundert kleiner Bantam-Mais-Pflänzchen“ ersetzen, wie es im Pressetext heißt.

Von diesem „notwendigen Akt der Zivilcourage“ (O-Ton Gendreck-weg) hält das Kitzinger Aktionsbündnis gegen die grüne Gentechnik wenig. Man verfolge zwar den gleichen Zweck, unterscheide sich aber in der Wahl der Mittel. Da schon das Aktionsbündnis durch seinen Widerstand gegen die Gentechnik „bereits unsachlich angegriffen und bedroht“ worden sei, befürchtet die Organisation laut Pressemitteilung jetzt eine „Eskalation der Auseinandersetzung durch unvorhersehbare gewaltsame Aktionen“.

Das Aktionsbündnis setzt in seiner Arbeit weiter auf politischen Druck. Der zeigte zuletzt Wirkung: Viele der einst für die Genmais-Aussaat vorgesehenen Flächen von anfangs 119 Hektar im Landkreis wurden zurückgezogen. Diese Erfolge wolle das Bündnis nicht gefährden, so der Pressetext. In dem unterstreichen die Verantwortlichen, dass die beteiligten Gruppen weiterhin das Ziel der gentechnikfreien Landwirtschaft durch verschiedene Aktionen und Info-Veranstaltungen so lange verfolgen, bis die Politik die grüne Gentechnik wegen der Gefahren für Gesundheit und Umwelt verbiete.

Trotz der deutlichen Distanzierung des Aktionsbündnisses genießen die „Feldbefreier“ auch unter hiesigen Gentechnik-Gegnern einiges an Anerkennung. So kommt die Ankündigung eines Info-Abends zu „Gendreck-weg“ in Kaltensondheim – 20. Mai, 20 Uhr, Feuerwehrhaus Kaltensondheim – aus ihren Reihen.

Im Blickpunkt

Aktionsbündnis Dem Aktionsbündnis gentechnikfreier Landkreis Kitzingen gehören an: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche landwirtschaft, Bioland, Demeter, naturland, Landesvereinigung bayerischer Imker, Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, Greenpeace, Grüne, ödp, SPD, Freie Wähler und Bayernpartei.

Von unserem Redaktionsmitglied Harald Meyer
    
    

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