publiziert: 09.02.2012 14:52 Uhr
aktualisiert: 09.02.2012 15:09 Uhr
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Die tägliche Abzocke: Enkel-Trick & Co.

Neben dem Enkel-Trick sorgt auch die „Gewerbeauskunft-Zentrale“ für Ärger

Die Gauner scheinen im Moment äußerst aktiv zu sein: Zuletzt – der jüngste Fall spielte in Albertshofen – warnte die Polizeiinspektion gleich mehrfach vor dem so genannten Enkel-Trick. Der funktioniert so: Betrüger rufen bei älteren Herrschaften an, geben als deren Enkel aus und verlangen Geld, weil sie sich angeblich in Notsituationen befinden. Um das Geld abzuholen, schicken sie dann einen vermeintlichen Freund.

Ein weiteres Ärgernis betrifft vor allem Gewerbetreibende derzeit verstärkt. Im Mittelpunkt steht dabei eine so genannte „Gewerbeauskunft-Zentrale“ (GWE). Die Briefe enthalten die Aufforderung, man solle für die „Erfassung gewerblicher Einträge“ seine Daten „ergänzen oder korrigieren“.

Das Kleingedruckte

Der Trick hier: Die Schreiben vermittelt einen offiziellen Eindruck, eine Unterschrift für einen Eintrag in ein Onlineverzeichnis ist schnell geleistet. Erst im Kleingedruckten erfährt man, worum es geht: „Marketingbeitrag inkl. Ust: 569,06 Euro“.

Joachim Strittmatter, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Kitzingen, betont: „Die Masche ist bekannt. Das ist eine Abzocke von vielen – wie sie täglich passieren!“

In Würzburg ist derzeit ein Musterprozess bei der Kammer für Handelssachen am Landgericht anhängig. Ihn führt der Rechtsanwalt Dr. Alexander Lang von der Kanzlei Steinbock und Partner für einen von 33 Mandanten aus dem Raum Würzburg, die seine Kanzlei in Sachen GWE vertritt.

Er hat recherchiert: In einem Umkreis von 20 Kilometern um Würzburg sind etwa 330 Firmen bei der GWE eingetragen.

BLSV warnt

Die GWE sieht sich zu unrecht angeprangert. „Schon auf dem Umschlag steht unsere Internet-Adresse“, teilt ein Mitarbeiter der GWE im Gespräch mit der Main-Post mit. „Wir sind ein seriöses Unternehmen. Es wird nichts vertuscht.“

Andere sehen das anders – etwa der Bayerische Landessportverband (BLSV). Der warnt seine Klubs vor der „Gewerbeauskunft-Zentrale“. Geht der Verein den Vertrag ein, bekommt er eine Rechnung von mehr als 500 Euro präsentiert.

Der BLSV hat etliche Vereine ge-gen die „Gewerbeauskunft-Zentrale“ rechtlich vertreten. In keinem Fall habe die Düsseldorfer Firma ihre Ansprüche gerichtlich geltend gemacht – wohl weil sie vermeiden wolle, dass ein für sie negatives Urteil ergehe.

Von unseren Redaktionsmitgliedern C. Schuhmann und F. Weichhan
    
    

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Die neuesten Kommentare

reutjo (1660 Kommentare) am 10.02.2012 00:10

Mir gefällt der Begriff "Enkel"-...trickbetrüger" gar nicht

Leider ist oftmals die (Ein-..) Beziehung des Wortes "Enkel- ......", für diesen
gemeinen Betrug, häufig unter Ausnutzung einer 'Altersdemenzerkrankung'
von Greisen, ( " Enkel- " = "Betrüger" ) in den allermeisten Fällen völlig FALSCH !!

Es wird ganz klar das oftmals 'besonders gute Verhältnis' zw. Grosseltern und
Enkel'n ..... vorgeschoben, weil hier zwischen Beiden oft ein besonders schönes
und gutes Verhältnis besteht. Die tatsächlichen Enkelkinder jedoch niemals einen solchen Betrug begehen würden. Enkel sind keine Täter.....!! Das sind meist ganz
Andere !!
In einen mir sehr bekannten Fall gibt es gar keine Enkel; aber entfernte Anver-
wandte oder frühere Freunde, die sich ins Vertrauen der Greisin einschlichen
und sie ausplünderten. Ohne Rücksicht .... und nun muss das Sozialamt für die
Altenheim- und Pflegekosten aufkommen. Die Beweislage ist sehr schwierig
bei dementen alten Menschen und Bargeschäfte ihrer Ersparnisse werden von
der Bank nicht weiter kommentiert. Das wissen diese Betrüger und lachen sich
eines ..... fühlen sich gut dabei !
Enkel und die nächsten Angehörigen waren es jedenfalls nicht ...... die zur totalen Verarmung der Greisin beitrugen. Sie zum Sozialfall machten.
Aber "Vertrauens-Betrüger" ...... die die Demenz eines alten Menschen schamlos
ausnutzten. (Das schlimme daran ist, .... man kann es kaum glauben, zu was sg.
"Freunde" fähig sind.
Wenn es um Geld geht ...... erst Tanta, Patin, 'Freundin' verwandtschaftlich gar nicht
oder sehr weit entfernt zutreffend, ...... dann erst Sparkasse ...... (die alte Frau kann
doch mit ihren Geld machen was sie will.... ) Eigentlich sollte in jeder Sparkasse oder
Bank mit der über ein 60jähriges 'Vertrauensverhältnis' besteht, bei alten Menschen
über 90 schon mal nachgefragt werden bei Abhebungen, die so früher niemals vorge-
kommen sind.
Dann gäbe es diese traurige (falsche) Bezeichnung "Enkel"-.....trick-Betrüger" nicht so
häufig.
(1)
Lorenz4u (132 Kommentare) am 09.02.2012 15:45

Die Masche ist bekannt

Und trotzdem kann bei dieser Sache kein Polizeibeamter helfen.
(0)
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