publiziert: 15.11.2011 14:52 Uhr
aktualisiert: 15.11.2011 14:55 Uhr
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Erste Weichen für das Römertor sind gestellt

Ehrgeiziges Projekt auf dem Kappellenberg über Marktbreit geplant
  • Römertor: Ein kleines Modell eines der Tore des ehemaligen Römerlagers in Marktbreit gibt es schon im Malerwinkelmuseum. Für einen Nachbau in Originaldimensionen auf dem Berg über Marktbreit stellten die Stadträte am Montagabend die ersten Weichen.
    Foto: Robert Haass
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Es kann eine der ganz großen Attraktionen im Landkreis Kitzingen werden: Das nachgebaute Tor des ehemaligen Römerlagers in Marktbreit. Am Montagabend stellte der Stadtrat dafür erste Weichen, vor einer Realisierung müssen aber noch etliche Fragen beantwortet werden.

Es wurde im ersten Jahrzehnt nach Christus gebaut, kaum genutzt und ganz schnell wieder aufgegeben: Das Römerlager auf der Höhe über Marktbreit, das bislang einzig entdeckte römische Legionslager am Main. Über 35 Hektar hatte das rundum mit einer Holz-Erde Mauer umfasste Areal, das erst im Jahr 1985 durch Luftbildarchäologie wieder entdeckt wurde. Quasi seitdem wird in Marktbreit um Ideen gerungen, wie das Lager, von dem gar nichts zu sehen ist, touristisch genutzt werden kann. Jetzt ist eine der Ideen zur Projektreife gelangt.

Das komplette Lager nachzubilden, das wäre viel zu aufwendig, zu teuer, da sind sich die Verantwortlichen längst einig. Um die gewaltigen Dimensionen der Anlage anzudeuten, greifbar zu machen, soll nun ein Nachbau des nordöstlichen Lagertores einen Eindruck von der Größe bieten. „Das ist schon ein ordentliches Bauwerk“, kommentierte Bürgermeister Erich Hegwein am Montagabend das Vorhaben, das immerhin rund 25 Meter breit, zehn Meter tief und wohl auch ebenso hoch werden wird. Standort für das Tor soll das Ende des Hohlgrabens sein, der auf den Kapellenberg führt.

Nur kompletter Nachbau sinnvoll

Ähnlich groß, wie der Bau selber, sind aber auch die Kosten – und die Folgen, wie Hegwein in der Sitzung mehrmals deutlich machte. Zwei Varianten lagen den Räten vor: Eine „abgespeckte“, die nur einen Teil des Tors rekonstruiert, den Rest etwa mit Stangen andeutet und rund 400 000 Euro kosten kann und ein kompletter Nachbau, der gerade mal 100 000 Euro teurer kommt. Für die Räte war schnell klar: Wenn, dann macht nur der vollständige Nachbau Sinn.

„Wir können aber nicht einfach das Tor hinstellen und dann ist gut“, sagte Hegwein. Denn das reicht zum einen dem Zuschussgeber nicht aus, der immerhin 50 Prozent geben soll. Zum reinen Bau muss natürlich ein Konzept, denn es soll mehr als nur ein Aussichtsturm werden – der historische Hintergrund muss ausgearbeitet werden.

Darüber hinaus wird es auch eine ganze Reihe an logistischen Problemen zu lösen geben, sollte das Tor gebaut und das angestrebte Ziel erreicht werden, dort auch einen touristischen Brennpunkt entstehen zu lassen. Denn die Besucher müssen auf den Kapellenberg kommen – und auch wieder abfahren können. Die enge Kapellensteige ist dafür zu schmal. Wo sollen die Besucher parken, wo kann eine Toilettenanlage gebaut werden, soll eventuell eine Ausflugsgastronomie auf dem Berg entstehen? Hierfür muss nach Lösungen gesucht werden.

Viele Fragen also, die das Projekt Torbau begleiten werden und gelöst werden müssen. Derzeit, so mahnte Hegwein, könne die Finanzkraft der Stadt ein solches Projekt stemmen – das könne sich aber auch ganz schnell wieder ändern. Dann müssen vernünftig finanzierbare Bauabschnitte da sein, die auch in finanziell schwächeren Phasen eine Verwirklichung des Projektes ermöglichen.

Einstimmig beschlossen die Räte am Ende der Diskussion, einer großen Lösung für das Römertor näher zu treten. Unter Federführung des Kulturreferenten Jürgen Huthöfer soll eine Aktionsgruppe die weiteren Schritte vorbereiten. Zudem müssen die entsprechenden Zuschussanträge gestellt werden, der Stadtrat ist begleitend zu unterrichten und bei entscheidenden Fragen auch zu beteiligen.

Am Ende der positiven Entscheidungen war klar: „Das wird uns über Jahre hinaus beschäftigen“, wie Hegwein es auf den Punkt brachte. Bis das Tor auf dem Berg über Marktbreit steht, dürfte nicht nur einiges an Zeit vergangen, sondern auch viel an Arbeit geleistet worden sein.

Von unserem Mitarbeiter Robert Haass
    
    

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