publiziert: 03.06.2008 16:20 Uhr
aktualisiert: 03.06.2008 17:52 Uhr
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Feldbefreier rupfen Genmais aus

Gut 500 Teilnehmer für Aktions-Wochenende
  • Greenpeace-Aktivisten malen schon mal den Teufel an den Maiskolben, um auf mögliche Gefahren durch genveränderte Pflanzen hinzuweisen. Auch Imker protestieren gegen die ?Verunreinigung? des Honigs durch Genmais-Pollen. Nach Greenpeace kommen jetzt die Freiwilligen Feldbefreier in den Landkreis Kitzingen, um dem Genmais an die Wurzeln zu gehen.
    FOTO dpa
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( mey) Die Genmais-Front im Landkreis Kitzingen ist zwar stark eingebrochen, bietet aber immer noch eine Angriffsfläche für die Freiwilligen Feldbefreier: Die Ökoaktivisten von „Gendreck-weg“, die den genmanipulierten Pflanzen – wortwörtlich – an die Wurzeln gehen, werden laut Plakat beim gentechnikfreien Wochenende vom 26. bis 29. Juni auf Äckern in Westheim Genmais ausreißen und durch normalen Mais ersetzen.

    
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Die Gendreck-weg-Aktiven kämpfen wie schon bei anderen Aktionen im Osten der Republik auch im Landkreis Kitzingen mit offenem Visier: Presse, die Gemeinde Biebelried, das Aktionsbündnis gentechnikfreier Landkreis und laut Michael Grohm auch die betroffenen Bauern in Westheim sind über die Attacke auf die Genmais-Äcker informiert.

Wieviele Feldbefreier am Sonntag (29. Juni) nach der ökumenischen Andacht und einer Kundgebung um die Mittagszeit bei der „Mais-Tausch-Aktion“ mitmachen steht noch nicht fest. Allerdings werden laut „Gendreck-weg“ über 500 Unterstützer in Westheim erwartet. Erwartet wird auch die Polizei, die bei den bisherigen Feldbefreiungen regelmäßig mit großem Aufgebot anrückte und einzelne „Gendreck-weg“-Leute nach den Attacken auf fremden Äckern festnahm. Damit nichts eskaliert, bekommen die Aktiven am Freitag ein „Training in gewaltfreier Aktion“.

Ob das fruchtet, werden Polizei und Landratsamt im Auge behalten. Beide Behörden hatten am Dienstag laut Rechts-Abteilungsleiterin Antonette Graber ein Gespräch, um sich mit Blick auf das Wochenende abzustimmen. Graber zufolge kann das Landratsamt Auflagen verlangen oder im Extremfall ein Verbot aussprechen, wenn durch die Aktionen die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet sei. Allerdings liegt ihr noch kein Antrag für die geplante Kundgebung und Demo vor.

„Akt der Notwehr“

Die Feldbefreier, die ihr Vorgehen als „Akt der Notwehr“ sehen, wollen mit ihren Aktionen die Ausbreitung der grünen Gentechnik verhindern. Das Ziel verfolgt auch das Aktionsbündnis gentechnikfreier Landkreis, das sich aber deutlich von den Methoden der Feldbefreier distanziert: „Wir werden daher als Aktionsbündnis die geplante Feldbefreiung nicht unterstützen, nicht daran teilnehmen und auch nicht andere zur Teilnahme aufrufen“, hieß es zuletzt in einer Pressemitteilung.

Daten & Fakten

Genmais im Landkreis

Als landesweites Zentrum für den Genmais-Anbau war der Landkreis Kitzingen noch zu Jahresanfang bekannt. Rund 122 Hektar Fläche standen da im Standortregister des Bundesamts für Verbraucherschutz. Die Zeiten sind vorbei: Derzeit finden sich hier noch gut neun Hektar an Standorten in Westheim, Hohenfeld, Fröhstockheim, Schwarzenau und Großlangheim.

    
    

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