publiziert: 17.07.2008 16:00 Uhr
aktualisiert: 17.07.2008 16:43 Uhr
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Leserforum: Noch mehr Flächen versiegeln?: Arme Kirchenmaus von Dettelbach

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Zur geplanten Gewerbeansiedlung bei Dettelbach, Bericht vom 16. Juli

Herr Kuhn und die Mehrheit seines Stadtrates erhoffen sich durch eine Verwirklichung dieses Vorhabens eine Steigerung des Gewerbesteueraufkommens und Schaffung neuer Arbeitsplätze. Global gesehen ist dies eine Milchmädchen-Rechnung. Denn die weitere Zerstörung unserer mainfränkischen Landschaft, die Versiegelung von eigentlich zur Ernährung und für den Wasserhaushalt nötigen Ackerflächen, die durch noch mehr Verkehrsaufkommen zu erwartende höhere Luftverschmutzung und die stärkeren Lärmbelastungen werden unserer Region nur noch weitere Nachteile bringen. In einer Zeit, in welcher von der hohen Politik ein weltweites Umdenken wegen der aktuellen Ernährungssituation und der Umweltzerstörung gefordert wird, müssten eigentlich auch die Kommunen an der Basis ihren Beitrag zu einer Besserung der bedrohlichen Zustände leisten.

Die noch landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen in der Dettelbacher Gemarkung müssten nicht für weitere Gewerbeansiedlungen geopfert werden, wenn die wegen des Abzugs der amerikanischen Streitkräfte in Kitzingen und Würzburg freigewordenen Flächen (allein in Kitzingen ca. 500 Hektar) für Gewerbeansiedlungen aufbereitet und vermarktet würden. Das Flugplatzgelände (Harvey-Barracks) in Kitzingen hat schon eine ideal und sogar panzerfeste, mit unseren Steuerngeldern finanzierte Verbindungsstraße durch den Klosterforst zur Autobahn vorzuweisen. Dieses freie Gelände wäre auch ein idealer Standort für Logistikunternehmen. Doch solange sich der Eigentürmer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die Kommunen, Landes- und Bundesregierung nicht über die Beseitigung der Altlasten einigen können, bleiben diese freien Flächen ungenutzt.

Es wird höchste Zeit, dass der unsinnige neue Flächenverbrauch gestoppt wird, so lang schon erschlossene oder freie Flächen zur Verfügung stehen. So lange aber jede Kommune daran interessiert ist, ihr eigenes Süppchen zu kochen, wird keine Besserung zu erwarten sein. Eine Veränderung kann nur kommen, wenn Bürgermeister, Landräte, Regierungspräsidenten und Abgeordnete sich zu einer vernünftigen und verantwortungsvollen Regionalplanung zusammenfinden können. Der politische Wille dazu ist aber noch nicht erkennbar, zumal in Bayern die noch allmächtige CSU und deren Repräsentanten die Wünsche gewisser Lobbyisten mehr erfüllt als die der Bürger und für die sogenannten „Naturschützer“ nur abfällige Bemerkungen übrig hat.

Friedrich Grießmeier, 97318 Kitzingen

„Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gefangen, die letzte Ackerfläche verbaut ist, werdet Ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.“ Diese Abwandlung der berühmten Ermahnung eines Indianerhäuptlings fällt mir zum Thema „Grünes Licht für Gewerbepark“ ein.

Wenn Papst Benedikt beim Weltjugendtag in Australien die Jugend zum Umweltschutz auffordert und mahnt, dass immer mehr natürliches Ressourcen einem unverantwortlichen Verbrauch zum Opfer fallen, sollten sich diese Mahnung in erster Linie die heute verantwortlichen Politiker zu Herzen nehmen und danach handeln.

Müssen die Dettelbacher unbedingt wertvolle landwirtschaftliche Nutzflächen opfern und außer der weiteren Zersiedlung der ganzen Umgebung die Lasten des erhöhten Verkehrs, inklusive Luftverschmutzung zumuten? Arm ist selbst eine Kirchenmaus in Dettelbach noch nie gewesen.

Paula Rosenberger 97320 Mainstockheim

    
    

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