aktualisiert: 17.05.2009 11:24 Uhr
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GNODSTADT
„Es ist schön, wie alle zusammenarbeiten“
72-Stundenaktion der Landjugend in Gnodstadt
Freitagabend um 19 Uhr: Ob da in Gnodstadt wohl noch ein paar Landjugendleute an der Baustelle der 72-Stundenaktion „Wir fürs Land“ arbeiten? Ein paar? 30, 40 Kinder, Jugendliche und Erwachsene wuseln da rum, Minibagger, Radlader und anderes schweres Gerät dröhnen um die Wette.
„Bis zehn heut' Nacht wird hier sicher Betrieb herrschen“, sagte Christina Full, die schnell zur Pressesprecherin erklärt wurde. 72-Stunden „Wir fürs Land“ das ist eine bundesweite Aktion der Landjugend, an der sich im Landkreis zwei Gruppen beteiligen: Aus Martinsheim (wir berichteten) und die aus Gnodstadt.
Ein „Agent“, in Gnodstadt war das Alexander Mader, hat die Aktion vorbereitet. Die Mitglieder der Landjugend wussten bis zum Startschuss am Donnerstagabend nicht, was sie für ihren Ort in den kommenden 72 Stunden erarbeiten sollen.
Den Gemeinschaftssinn unter den Landjugendmitgliedern stärken – das ist die eine Seite. Zeigen, dass die Jugend weit besser ist, als ihr Ruf – das ist die andere Seite der Aktion. In Gnodstadt wollen die Teilnehmer den Verbindungsweg zwischen Siedlung und Altort neu gestalten. Der einfache Erdweg, bei Schmuddelwetter nur schwer begehbar, soll gepflastert werden und auch zwei Lampen bekommen.
Nach dem Startschuss am Donnerstag und einer kurzen Vorbesprechung, gingen die Landjugendleute auch schon ans Werk: Büsche wurden gerodet, die Stützmauer zum Nachbarn wurde abgebrochen. Früh um sechs Uhr dann der Startschuss für den zweiten Tag. Bis zum Abend steht die neue Stützmauer aus Bruchsteinen schon fast, wird das Stromkabel für die Lampen im Sandbett verlegt.
Den ganzen Tag über schauen Gnodstädter auf der Baustelle vorbei, bringen Essen und Getränke, der eine oder andere krempelt die Ärmel hoch und packt mit an. Maschinen werden zur Verfügung gestellt, man hat das Gefühl, der ganze Ort hilft mit – will, dass die Aktion erfolgreich wird. Der Bauwagen der Jugend wurde am Rand der Baustelle aufgestellt, mit einer Webcam kann der Baufortschritt auch im Internet verfolgt werden.
Das Ganze kostet natürlich auch Geld. Rund 6000 Euro, so schätzt Christina Full, müssen aufgebracht werden. Etwa die Hälfte davon war schon beim Startschuss bei Sponsoren gesammelt worden – Full ist zuversichtlich, dass auch der Rest noch gespendet wird. „Ich glaube, viele Gnodstädter wollten erst einmal sehen, ob wir auch was Gescheites machen, eh sie was dazu spenden.“
Angesichts der vielen Helfer auf der Baustelle ist Christina Full recht zuversichtlich, dass am Ende der 72 Stunden, am Sonntag um 18 Uhr, die Aufgabe auch bewältigt ist. Aber selbst wenn nicht: „Es ist anstrengend, aber es macht Spaß; es ist schön, wie alle zusammen arbeiten." Wenn das alleine nicht schon Erfolg genug ist.
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