aktualisiert: 10.07.2012 12:05 Uhr
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KITZINGEN
Kampfabstimmung bei der SPD
Dirk Dantz löst Elvira Kahnt als Vorsitzende des Ortsvereins Kitzingen ab
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Neu aufgestellt. Dirk Dantz als Vorsitzender, Marianne Greif als Kassier, Elvira Kahn als stellvertretende Vorsitzende, Astrid Glos als Schriftführerin und Nicole Mahlmeister (von links) als stellvertretende Vorsitzende. So endete die Vorstands-Wahl des SPD-Ortsvereins Kitzingen.Foto: Ralf Weiskopf
Mit einer faustdicken Überraschung endete am Freitag die Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Kitzingen: So musste sich die bisherige Ortsvorsitzende Elvira Kahnt am Ende eines Wahlmarathons Dirk Dantz knapp geschlagen geben, der als Gegenkandidat angetreten war – und für viele wohl nicht auf der Rechnung war.
Als Dantz seine Kandidatur ankündigte, war Kahnt sichtlich verblüfft. „Ich bin verwundert, dass es einen Gegenkandidaten gibt. Ich hatte gehofft, dass alles kollegial verläuft“, sagte sie. Vorgeschlagen hatte den Mitbewerber Manfred Paul. Der kritisierte, dass Kahnt im Jahresbericht zu sehr auf die große Politik eingegangen war: „Was fehlt sind Kitzinger Themen.“ Er vermisse das Zugehen auf junge Leute und wolle, dass Leben in den Ortsverein kommt.
Kahnt erklärte, ihr Ziel sei immer gewesen die Ratsfraktion zu unterstützen, dazu müssten allerdings alle Mitglieder beitragen Ein wichtiges Thema sei die Entwicklung der Altstadt nach der Schließung von Kupsch. Klaus Heisel warnte vor einer Privatisierung der Wohnungen der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft. Dies treffe in Kitzingen rund 600 Mieter. Seine Vorstöße im Stadtrat seien im Sand verlaufen.
Kahnt warb um Stimmen und nannte als Ziele die Siege der SPD bei den Bundestags- und Landtagswahlen 2013 und der Kommunalwahl 2014. „Wir brauchen eine schlagkräftige SPD-Truppe und einen starken OB-Kandidaten“, so die Kandidatin, die acht Jahre lang den Vorsitz des Ortsvereins inne hatte.
Der 44-jährige Gegenkandidat Dantz sagte, er wolle etwas verändern. Der verheiratete Vater zweier Kinder lebt seit vier Jahren in Kitzingen und arbeitet bei Leoni in der technischen Produktion in leitender Funktion. Er ist seit 22 Jahren SPD-Mitglied und gehörte bisher als Beisitzer dem Vorstand an.
Dantz warb mit seiner Erfahrung, die er in anderen Ortsverbänden gesammelt habe. Die Zeit bis zur Landtagswahl sei mit 14 Monaten nur kurz, die Chance die CSU abzulösen, groß. Er wolle die Mitglieder aktivieren, Impulse geben und die Bürger zu einer Diskussion darüber einladen, wie Kitzingen gestaltet werden soll. Alt-OB Bernd Moser sagte: „Wir haben, mit zwei Kandidaten ein Luxusproblem.“ Die Wahl zu haben, sei Demokratie. Die Wahlkommission mit Gerald Möhrlein und Max Michelsen hatte kein leichtes Spiel. Die erste Abstimmung endete, wie die zweite und eine dritte Stichwahl mit 12:12 Stimmen und einer ungültigen Stimme. Klaus Heisel schlug eine Klausur ohne Beisein der Presse und der beiden Kandidaten vor.
Danach ging alles schnell. Dantz setzte sich mit 13:12 Stimmen gegen Kahnt durch. Auch bei der Wahl der beiden Stellvertreter gab es Überraschungen. Da Ewald Greif und Volker Obermeyer nicht mehr antraten, bewarben sich mit Kahnt, den Stadtratsmitgliedern Brigitte Endres-Paul, Astrid Glos, Nicole Mahlmeister und Klaus Heisel fünf Kandidaten. Den ersten Wahlgang konnte Kahnt mit 18 Stimmen für sich entscheiden, beim zweiten Wahlgang hatte Nicole Mahlmeister die Mehrheit hinter sich. Im Amt bestätigt wurde Marianne Greif als Kassier, zum Schriftführer wählten die Genossen Astrid Glos, die die Nachfolge von Doris Seelkopf antrat.
Überraschung Nummer drei bei der Wahl der Beisitzer. Neumitglied Markus Ostwald, bis August 2011 noch Vorsitzender der UsW, erhielt auf Anhieb einen der zehn Vorstandsposten. Dabei sind: Brigitte Endres-Paul, Manfred Paul, Klaus und Sybille Heisel, Ewald Greif, Josef Günther, Bernd Moser, Volker Obermeyer und die Kitzinger Jugendbürgermeisterin Dilara Acay. Zu Revisoren wurden Max Michelsen und Doris Seelkopf gewählt.
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Die neuesten Kommentare
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wgr (793 Kommentare) am 10.07.2012 16:07
@Karina 3985 - BlödsinnEs gibt in der Politik kein unkollegiales Verhalten, da es keine Kollegen gibt. Im Fußballverein ist der Mitspieler auch kein Kollege, sondern eben ein Mitspieler.Aber jede Partei ist nach dem Parteiengesetz (ja das gibt es) verpflichtet zur politischen Willensbildung beizutragen. Genau diese Willensbildung wird in diesem Zusammenhang mit solchen dann antidemokratisch wirkenden Worten wie kollegial, Kampfabstimmung, Streit etc. unterlaufen. So bleibt jetzt zu hoffen, daß der neue Ortsvorsitzende, zumindest bei der SPD, die demokratische Willensbildung in der untersten Keimzelle der Politik wieder in Gang setzt. Die Vorgängerin hat es offensichtlich nicht verstanden, so wie es auch die CSU - insbesondere in KT - nicht versteht. |
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Karina3985 (1 Kommentare) am 09.07.2012 21:23
Antwort auf JuSchulzDer Mitbewerber war bestimmt nicht das Problem. Wohl aber die Tatsache, dass er gefragt worden war, ob er Stellvertreter werden wolle, sich nicht äußerte und dann erst in der Versammlung als Gegenkandidat auftauchte. Das war unkollegial! |
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JuSchulz (14 Kommentare) am 08.07.2012 17:19
Demokratieverständnis?Der Satz: „Ich bin verwundert, dass es einen Gegenkandidaten gibt. Ich hatte gehofft, dass alles kollegial verläuft" zeugt nicht wirklich davon. "Huch, da gibt es jemanden, der gegen mich antritt. wie unkollegial!" Das wirft kein gutes Licht auf sie. |
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