publiziert: 04.11.2008 16:45 Uhr
aktualisiert: 04.11.2008 16:57 Uhr
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Fernseh-Tagebuch: Herzensbrecher und nasse Füße

  • Frank Weichhan Frank Weichhan, Redaktion Kitzingen
    Benni Jensen
  • Seit gestern im Fernsehen zu bewundern: „Das Schulschloss“ in Gaibach.
    FOTO Kinderkanal
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Für alle, die (aus welchen Gründen auch immer) nicht so oft den Kinderkanal von ARD und ZDF gucken, hier zunächst eine technische Durchsage: Der KI.KA befindet sich auf Astra 19,2 Grad Ost – 11 95 35 MHz – H-Pol. (digital) beziehungsweise Astra 19,2 Grad Ost – 10 714 MHz – H-Pol. (analog).

Bei mir ist der KI.KA auf Kanal 22 und auf einem sehr guten Weg, mein neuer Lieblingssender zu werden. Zumindest in den zwei Wochen, wenn die Doku-Soap „Das Schulschloss“ aus dem Frankenlandschulheim Gaibach gezeigt wird.

Der Auftakt mit dem Titel „Erste Liebe und nasse Füße“ kam schon mal sehr viel versprechend daher. Fangen wir mit der Liebe an: Medina hat es sowas von erwischt. Sie weint bitterlich und muss deshalb umgehend von allen verfügbaren Freundinnen getröstet werden.

Der Grund für die Tränen heißt Philippe, dem die Rolle des internatseigenen Herzensbrechers zugedacht ist. Am Ende entpuppt sich alles irgendwie als ein großes Missverständnis – wie so oft bei der ersten Liebe.

Etwas Abkühlung verschaffte ein Schwimmbadbesuch, der in Gaibach als monatlicher Gruppenabend daher kommt. Für Abkühlung ist auch der hauseigene Schlossweiher gut. Der wird im Herbst abgelassen, weshalb die Fische in ein Ausweichquartier müssen und die Gummistiefel schon mal volllaufen können.

Was wir in Folge eins noch lernen konnten: In den Mädchenzimmern hängen Hundeposter, Harry Potter und viele Spiegel. Die Jungs halten sich mit so etwas nicht auf, weshalb mehr Zeit zum Raufen bleibt.

Wer es zu wild treibt, wird mit Hof kehren nicht unter einer Stunde bestraft. Und weil praktisch immer einer kehrt, ist der Schlosshof einer der saubersten Orte der Welt.

Wer gerade nicht kehrt, kann Neigungsgruppen wie die Umwelt-AG besuchen. Außerdem gibt es für die Schlosskinder eine Schülerfeuerwehr, die vorbildlich Weinlaub von der Schulwand entfernt.

Und dann ist da noch Moritz. Der wollte mit elf Jahren Schauspieler werden. Jetzt – mit zwölf – denkt er darüber nach, bei der Feuerwehr anzuheuern. Allerdings nur in Amerika, weil dort die Feuerwehrautos irgendwie cooler sind. Aber die letzte Entscheidung scheint hier noch nicht gefallen zu sein.

So wie auch nicht ganz klar ist, was sich denn nun blöder anfühlt: Die erste Liebe oder doch die nassen Schuhe.

Weil wahrscheinlich nicht jeder um 16 Uhr Kinderkanal guckt, fasst „Das Fernseh-Tagebuch“ das Geschehen rund um das Gaibacher Internat zusammen.


Von Frank Weichhan
    
    

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