publiziert: 29.06.2009 20:28 Uhr
aktualisiert: 30.06.2009 09:09 Uhr
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MTK-Gießerei startet wieder durch - Hälfte der Jobs gerettet

Geschäftsführer kauft Unternehmen – Hälfte der Belegschaft ab 1. Juli in Arbeit

Kurz vor Torschluss ist die Entscheidung über die MTK-Gießerei in Kitzingen gefallen. Das insolvente Unternehmen ist verkauft, geht am 1. Juli wieder voll in Produktion als Franken Guss Kitzingen GmbH & Co KG. Neuer Inhaber ist der bisherige MTK-Geschäftsführer Josef Ramthun, der den Neuanfang mit gut der Hälfte der Belegschaft von 840 Leuten machen will.

  • Der Protest der Mitarbeiter der MTK-Gießerei gegen den drohenden Verlust ihres Arbeitsplatzes ist junge Vergangenheit: Ab 1. Juli wird wieder gearbeitet. Unter neuem Namen und vorerst nur mit gut der Hälfte der zuletzt 840 Beschäftigten.
    ArchivFOTO Harald Meyer
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Die Übernahme der Gießerei, die Ende April in die Insolvenz rutschte, stand unter enormem Zeitdruck, wie Insolvenzverwalter Bruno Fraas am Montag bei einer Pressekonferenz in Würzburg deutlich machte. Nachdem die Belegschaft 14 Finanzinvestoren als Übernehmer kategorisch abgelehnt hätten, seien nur drei strategische Investoren übrig geblieben. Zwei brachten laut Fraas die Finanzierung nicht rechtzeitig auf die Beine.


Ergebnis: Ramthun blieb als einziger Käufer übrig und konnte mit Hilfe eines Konsortiums aus Sparkasse Mainfranken und VR Bank Kitzingen eine „sehr solide Finanzierung“ präsentieren, wie Fraas betonte. Die Banken hätten am vergangenen Freitag, nach nur sechs Stunden Verhandlung, den Neuanfang ermöglicht, ergänzte Ramthun. Der Kaufpreis des Automobilzulieferers liegt nach den Angaben des 47-Jährigen Gießerei-Ingenieurs mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Dass ab 1. Juli in der Gießerei die bisherige Kurzarbeit beendet ist und die Produktion – allerdings nur mit gut der Hälfte der MTK-Truppe – wieder anlaufen kann, ist für Ramthun und Insolvenzverwalter Fraas vor allem ein Verdienst der Belegschaft. Die MTKler seien die „Väter des Erfolges“ und hätten bis zur letzten Minute voll gearbeitet – trotz der Unsicherheit, ob sie ihre Jobs behalten könnten.

Und auch die Gießerei-Leute mussten vor wenigen Tagen ohne lange Nachdenk-Frist eine Existenzentscheidung fällen: Ohne den Auflösungsvertrag mit MTK und die Unterschrift unter den Vertrag bei einer Transfergesellschaft wäre der Verkauf nicht möglich gewesen, unterstrich Fraas. Die Entscheidung, die fast alle getroffen hätten, wird für manche bitter – für die, die von dem Nachfolgeunternehmen nicht übernommen werden. Eine sichere Stelle haben laut Fraas die 43 Azubis, die allesamt im Unternehmen bleiben können.

Für die MTKler, die beim Neustart nicht dabei sein können, sieht Ramthun noch Chancen. Einmal sei ihr Lohn in der Transfergesellschaft bis Jahresende gesichert – zu 80 Prozent. Zudem hoffe er in den kommenden Monaten und Jahren auf mehr Aufträge, für die dann erfahrene Kräfte der Gießerei gebraucht würden. Alle Kunden seien schließlich noch an Bord, neue Aufträge inzwischen eingegangen.

Arbeitnehmervertreter und IG Metall begrüßten die Übernahme von MTK. Mit der „besten Lösung für alle Beteiligten“ sei auch die nervenaufreibende Unsicherheit“ weg, sagte Betriebsratsvorsitzender Gerhard Pfaff. Walther Mann von der IG Metall betonte, dass es bei dem neuen Unternehmen entgegen Gerüchten „keine Billigstarbeitsplätze“ geben werde. Positiv bewertete es Insolvenzverwalter Fraas, dass MTK die erste Gießerei sei, die sich aus dem Abwärtsstrudel befreit habe.

MTK war im April wegen Zahlungsunfähigkeit insolvent geworden. Die Hausbank hatte einen Millionenkredit gekündigt, der amerikanische Eigentümer MTI wollte kein frisches Geld – benötigt wurden 5,5 Millionen Euro – zuschießen.

Von unserem Redaktionsmitglied Harald Meyer
    
    

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