publiziert: 01.10.2011 14:09 Uhr
aktualisiert: 03.10.2011 09:29 Uhr
aktualisiert: 03.10.2011 09:29 Uhr
Text
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GEISELWIND
Metal und Rock im Doppelpack: Fans feierten
Bands aus den Bereichen Viking- und Folk-Metal sowie Deutschrock sorgten zwei Tage lang für Stimmung
Metal- und Rockfestivals sprießen nur so aus dem Boden – ein kleines Wacken wären sie halt alle gern, auch wenn’s in einer Halle kaum jemals so kultig werden dürfte wie auf einem Acker. Sei’s drum, in Geiselwind gab’s am Wochenende einen Doppelpack davon.
Am Freitag das Heidenfest mit allerhand Prominenz aus dem Bereich Viking- und Folk-Metal, samstags das Deutschrock-Monsterfestival, ausverkauft dank der Südtiroler Überflieger von Frei-Wild.
Heidenspaß auf dem Heidenfest – na ja, zugegeben, es gibt bessere Kalauer. Aber kaum ein besseres Sammelsurium aus der Ecke der Viking-, Folk-, Piraten-, Pagan- und Mysthik-Metaller. Spaß machten die neun Bands alle irgendwie, selbst die nachmittäglichen Anheizer wie Trollfest oder Todtgelichter.
In Text, Klang und Auftreten ist immer ausreichend Ironie verpackt, dass das ganze Gehabe um Sagenwelten und große Krieger nicht ins Peinliche rutschen könnte.
Das teils recht abenteuerliche Publikum weiß damit umzugehen. Überzogen wirkt es deshalb nie: Auf geradlinigem Rhythmus-Teppich stolzieren Gitarren-Riffs und -Soli irgendwo zwischen atemberaubendem Tempo und träumerischer Verspieltheit.
Wenn dazu stimmliche Akrobatik wie bei der russischen Kapelle Arkona kommt, wo die klassisch geschulte Maria „Mascha“ Archipowa wandlungsfähig ihre Geschichten von Heldentum, Tod und Wiedergeburt erzählt, dann ist das Metal feinster Schule.
Klar, es kann auch mal schlicht-rustikal ausfallen wie bei den schottischen Piraten von Alestorm oder eine Spur zu intellektuell wie bei den Österreichern von Dornenreich. Hand und Fuß hat’s aber.
Wie bei Turisas. Sie führen am Freitag das finnische Abschluss-Trio an, musikalisch präzise, stimmlich gewaltig, aber mit einer Prise zuviel Synthi und Schminke.
Letztere ziert auch die Körper von Finntroll, die es trotz drolliger Polka-Elemente eine Portion härter angehen, nicht zuletzt durch die Growls, die düstere Variante des gutturalen Gesangs, von Frontmann Mathias Lillmanns. Der sein Handwerk erheblich besser versteht als der etwas monotone Kollege und Ex-Ensiferum-Shouter Jari Mäenpää von Wintersun.
Die beschließen das Heidenfest dennoch mit einer bemerkenswerten Mischung aus melodischem und doch brettharten Death-Metal sowie episch-verspieltem Folk. Sieben oder acht Minuten lange Stücke wie „Starchild“ sind freilich nicht jedermanns Sache – der eine oder andere Heide unter den rund 700 Fans wirkte ob der geballten Ladung beinah’ überfordert.
Überfordert dürfte tags darauf kaum jemand gewesen sein. Deutschrock der Marke Serum 114, Extrabreit (hoppla, ja die NDW-Ikone!) oder Frei.Wild ist viel zu direkt angelegt, um...
Heidenspaß auf dem Heidenfest – na ja, zugegeben, es gibt bessere Kalauer. Aber kaum ein besseres Sammelsurium aus der Ecke der Viking-, Folk-, Piraten-, Pagan- und Mysthik-Metaller. Spaß machten die neun Bands alle irgendwie, selbst die nachmittäglichen Anheizer wie Trollfest oder Todtgelichter.
In Text, Klang und Auftreten ist immer ausreichend Ironie verpackt, dass das ganze Gehabe um Sagenwelten und große Krieger nicht ins Peinliche rutschen könnte.
Das teils recht abenteuerliche Publikum weiß damit umzugehen. Überzogen wirkt es deshalb nie: Auf geradlinigem Rhythmus-Teppich stolzieren Gitarren-Riffs und -Soli irgendwo zwischen atemberaubendem Tempo und träumerischer Verspieltheit.
Wenn dazu stimmliche Akrobatik wie bei der russischen Kapelle Arkona kommt, wo die klassisch geschulte Maria „Mascha“ Archipowa wandlungsfähig ihre Geschichten von Heldentum, Tod und Wiedergeburt erzählt, dann ist das Metal feinster Schule.
Klar, es kann auch mal schlicht-rustikal ausfallen wie bei den schottischen Piraten von Alestorm oder eine Spur zu intellektuell wie bei den Österreichern von Dornenreich. Hand und Fuß hat’s aber.
Wie bei Turisas. Sie führen am Freitag das finnische Abschluss-Trio an, musikalisch präzise, stimmlich gewaltig, aber mit einer Prise zuviel Synthi und Schminke.
Letztere ziert auch die Körper von Finntroll, die es trotz drolliger Polka-Elemente eine Portion härter angehen, nicht zuletzt durch die Growls, die düstere Variante des gutturalen Gesangs, von Frontmann Mathias Lillmanns. Der sein Handwerk erheblich besser versteht als der etwas monotone Kollege und Ex-Ensiferum-Shouter Jari Mäenpää von Wintersun.
Die beschließen das Heidenfest dennoch mit einer bemerkenswerten Mischung aus melodischem und doch brettharten Death-Metal sowie episch-verspieltem Folk. Sieben oder acht Minuten lange Stücke wie „Starchild“ sind freilich nicht jedermanns Sache – der eine oder andere Heide unter den rund 700 Fans wirkte ob der geballten Ladung beinah’ überfordert.
Überfordert dürfte tags darauf kaum jemand gewesen sein. Deutschrock der Marke Serum 114, Extrabreit (hoppla, ja die NDW-Ikone!) oder Frei.Wild ist viel zu direkt angelegt, um...
Von unserem Redaktionsmitglied Michael Bauer
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