aktualisiert: 29.07.2008 15:31 Uhr
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SEINSHEIM
Minister Sinner: Stets einen Schritt schneller sein
Chef der Staatskanzlei in Seinsheim
(hes) Die Stärkung des ländlichen Raumes war das Thema eines politischen Abends der CSU in der Weinparadiesscheune. Zu Gast war der Chef der Bayerischen Staatskanzlei Eberhard Sinner, der auf Einladung von MdL Otto Hünnerkopf referierte und sich anschließend den Fragen der Zuhörer stellte.
Eine Frage war die von Lothar Voltz nach den Konversionsflächen in Kitzingen, insbesondere des Fluglatzes, der nach Abzug der Amerikaner als Gewerbegebiet genutzt werden könne. Voltz wandte sich in diesem Zusammenhang gegen die Ausweisung eines Gewerbegebietes bei Dettelbach auf „besten Ackerflächen“, was verhindert werden müsse. Sinner stimmte ihm zu. Er kündigte an, dass bezüglich der Kitzinger Flächen noch im August eine Arbeitsgruppe gebildet werde, in der alle beteiligten Behörden an einem Tisch sitzen, „damit schnell eine Anschlussnutzung gefunden wird“.
Ein Zuhörer wollte Unterstützung im Kampf gegen Windkraftanlagen in der Region. Sinner vertrat bekannte CSU-Positionen wie die Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke. „Windräder sind nicht die Lösung unseres Energieproblems“, meinte er. Zur Forderung nach flächendeckenden DSL-Anschlüssen in den Dörfern stellte der Minister fest, dass erst der Wettbewerb in Gang gesetzt werden müsse und andere Möglichkeiten (funkgesteuert oder per Satellit) versucht werden. „Wenn alles nichts hilft, können wir Sie durch Zuschüsse unterstützen“, stellte Sinner in Aussicht.
Mitglieder des Aktionsbündnisses gegen grüne Gentechnik im Landkreis Kitzingen überreichten Sinner Sonnenblumen und Maisstängel als Zeichen ihres Protestes. Während der Minister die Gaben gelassen und freundlich entgegen nahm, regte sich Lothar Voltz darüber auf. Er beschimpfte die Aktionisten, wollte sie hinauswerfen und musste von seinen Parteifreunden beruhigt werden. Sinner sprach sich gegen kommerziellen Anbau von Genpflanzen aus, jedoch brauche man Versuchsflächen für die Forschung.
Gleichwertige Lebensbedingungen für Menschen im ländlichen Raum zu schaffen sei das Ziel, stellte Sinner in seiner vorangegangenen Rede fest. „Dabei ist wichtig, dass man den ständigen Strukturwandel mitgehe und bereit sei, stets einen Schritt schneller zu sein“. Er verwies auf Hightech-Unternehmen in ländlichen Gebieten Frankens. Gleichzeitig sei Bayern ein Agrarland geblieben. Er forderte ein Bekenntnis zu regionalen Spezialitäten, als Beispiele nannte er Silvaner oder Quitte.
Die Grundlage für den Erfolg des fränkischen Weinbaus seien die Weinbergsbereinigungen gewesen, stellte Hünnerkopf fest. Die Entwicklungen der vergangenen zwanzig Jahre, unter anderem die Dorferneuerung, hätten dazu beigetragen, dass sich touristisch attraktive Winzerdörfer entwickelten. Ein gutes Beispiel sei das Weinparadies Franken, das eingangs von Bürgermeisterin Doris Klose-Violette (Ippesheim), Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Weinparadies Franken, vorgestellt wurde. Ottmar Porzelt, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung in Würzburg nahm ebenfalls an der Wahlkampfveranstaltung teil. „Wir sehen uns als Dienstleistungsbehörde für den ländlichen Raum“, sagte Porzelt. Bei Dorferneuerung, Flurneuordnung oder der Gründung kommunaler Allianzen setze man verstärkt auf die Mitwirkung der Bürger. Die Behörde leiste Hilfe zur Selbsthilfe.
Zum Begrüßungskomitee des Ministers gehörten auch die Weinprinzessinnen aus dem Weinparadies. Die CSU- Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahl im September waren ebenfalls mit von der Partie und stellten sich vor.
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