aktualisiert: 23.04.2010 16:09 Uhr
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DÜLLSTADT
Nacht-und-Nebel-Aktion: Genmais-Gegner besetzen Feld
Spektakuläre Aktion auf Acker in Düllstadt - Saatkonzern: keine Aussaat
In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hat eine etwa 15-köpfige Gruppe von Gentechnik-Gegnern in der Nacht zum Freitag einen Acker im Herzen von Düllstadt besetzt.
Zwei größere Zelte und das Stämme-Dreieck mit den in fünf Metern Höhe hängenden Aktivisten stehen auf frühen Morgen mitten im Acker in Düllstadt (Kreis Kitzingen). Die Polizei ist schon da und Feld-Besitzer Hetterich, der mit den Besetzern in aller Ruhe diskutiert – und das Entscheidende sagt: „Wir werden keinen Genmais anbauen“.
Allerdings macht der Agraringenieur deutlich, dass er für einen Versuchsanbau neuer Sorten immer noch die Genehmigung besitzt. Und ob er die 2011 geltend macht und einen Aussaat in Angriff nimmt, lässt er offen. In diesem Jahr jedenfalls werden Kartoffeln auf dem Feld angebaut, wo im Vorjahr drei verschiedene Sorten von genmanipuliertem Mais wuchsen.
Die Aussaat Ende April 2009 war auf erheblichen Widerstand gestoßen und damals einzigartig: Der rund ein Hektar große Acker mit den vom Saatkonzern Monsanto entwickelten neuen Sorten war die einzige Genmais-Anbaufläche in ganz Bayern, nachdem Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner kurz zuvor den Anbau der Sorte Mon 810 – ebenfalls aus dem Hause Monsanto – verboten hatte.
Einen Umfaller von Hetterich befürchten wohl die Ökoaktivisten auf dem Feld. „Die mündliche Zusage, keinen Genmais anzubauen, reicht uns nicht“, sagt Simone Ott. Nach ihrem Eindruck aus einem Gespräch mit dem Agraringenieur werde der sofort eine Versuchspflanzung machen, wenn Monsanto dies wolle. Deshalb werde die Gruppe so lange auf dem Acker bleiben, bis der Konzern den Verzicht auf den Anbau in Düllstadt bestätige.
Monsanto reagiert auf Anfrage dieser Zeitung noch am frühen Morgen: „Es gibt keine Anpflanzung in diesem Jahr“, erklärt Pressesprecher Andreas Thierfelder. Im Vorjahr war der Versuchsanbau trotz geglückter Aussaat keine Erfolgsgeschichte für den Konzern. Unbekannte hatten Ende Juni den Genmais in einer nächtlichen Aktion niedergemäht.
Rund um das Besetzer-Camp herrscht am Freitagmorgen mäßige Betriebsamkeit: Die Aktivisten hängen in luftiger Höhe, einige Mitstreiter schlürfen ihren Morgentee, andere diskutieren mit Hetterich und Polizisten. Eine Räumung durch die Beamten zeichnet sich nicht ab. Hetterich, den die Arbeit wegruft, hat auf eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch verzichtet.
Am Mittag gibt's Aufregung aus dem Lager der Gentechnik-Gegner. Die verbreiten, dass Monsanto den besetzten Acker räumen lassen wolle. Das Schreiben erweist sich zwei Stunden später als „Ente“. Die Polizei teilt mit, „zum jetzigen Zeitpunkt keine Räumung“ zu planen. Hettinger habe „zurzeit nichts gegen den Verbleib der Personengruppe“, da er das Feld erst in der nächsten Woche bestellen wolle. Und was sät er? „Normalen Mais“, so der Landwirt.
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Die neuesten Kommentare
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1abcd1 (205 Kommentare) am 24.04.2010 10:53
@haubentaucherAllerdings macht der Agraringenieur deutlich, dass er für einen Versuchsanbau neuer Sorten immer noch die Genehmigung besitzt.(bitte lesen oder tauchen) |
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1abcd1 (205 Kommentare) am 24.04.2010 10:51
vieleicht doch Gen-Mais?????????????In diesem Jahr jedenfalls werden Kartoffeln auf dem Feld angebaut (siehe Artikel)Und was sät er? „Normalen Mais“, so der Landwirt. (siehe nochmals Artikel) |
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haubentaucher (19 Kommentare) am 24.04.2010 09:47
CampingaktivistenEs ist mal wieder Frühling und da gehen bekanntlich auch viele Durchreisende in unseren schönen fränkischen Fluren zum Campen. Und wenn man dann noch nach einem gemeinsamen Campinghappening sucht und keines findet, dann erfindet man eben einen Grund, obgleich die Bundeslandwirtschaftsministerin den Anbau von Genmais zur Zeit gar nicht zugelassen hat und der Bauer dort auch nichts Genmanipuliertes anbaut. Nur gut, dass der Landwirt und die Düllstädter gastfreudliche Leute sind und auf das urtümliche Campen ohne jeden Luxus gelassen reagieren. Na dann schönen kostenlosen Urlaub in Düllstadt! |
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