aktualisiert: 03.09.2008 15:54 Uhr
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KITZINGEN
Seiler-Pleite: Betrieb ruht vorerst
Insolvenzverwalter sucht weiter nach Übernehmer
(mey) Die Zukunft der Kitzinger Traditionsfirma Piano Seiler, die im Juli Insolvenz anmelden musste, ist weiter in der Schwebe. Nachdem wochenlange Verhandlungen mit Interessenten bislang ohne greifbares Ergebnis blieben, stellte Insolvenzverwalter Bruno Fraas die rund 60 Mitarbeiter frei. Im Klartext: Die Beschäftigten müssen nicht arbeiten, sind aber laut Fraas nicht gekündigt.
Diese mit dem Betriebsrat abgestimmte Lösung hat einen recht einfachen Hintergrund: Wenn an den beiden Produktions-Standorten, in der Schwarzacher Straße und im Gewerbegebiet Goldberg, die Produktion weiterliefe, wären Fraas zufolge die Kosten dafür höher als der Erlös. Ein Minus, das sich das wegen Zahlungsunfähigkeit in Schieflage geratene Unternehmen, nicht leisten kann.
Während die Klavierproduktion im Betrieb ruht, versucht Fraas einen Übernehmer für das seit 1961 in Kitzingen beheimatete Unternehmen zu finden. Das Ziel ist nicht ganz einfach zu erreichen. Einige der Interessenten wollen nach Fraas Worten nur den „heiß begehrten“ Namen kaufen. Da stellt sich Fraas noch quer: „Ich will den Gesamtbetrieb erhalten.“ Bis Mitte Oktober müsse eine Entscheidung gefallen sein.
Dem Sturz in die Pleite waren nach bisherigen Informationen „massive Auftragsrückgänge gegenüber dem Vorjahr“ vorausgegangen, die eine normale Weiterführung unmöglich machten. Konsequenz war der Insolvenzantrag im Juli. Schon zuvor war es zu Gerüchten über eine mögliche finanzielle Schieflage gekommen. Mit ein Grund dafür war das Seiler-Klavierfestival, das 2005 zuletzt mit virtuoser Musik glänzte und dann sang- und klanglos in der Versenkung verschwand.
Daten und Fakten
Seiler Pianofortefabrik 1849 war die Firma in Liegnitz (heute Polen) gegründet worden. Mitte der 1920er Jahre war Seiler mit 430 Beschäftigten die größte Pianofortefabrik Ostdeutschlands. Nach dem Verlust der Firma nach dem Krieg wagte Steffen Seiler 1945 den Neuanfang und produzierte ab 1961 in Kitzingen, bis hin zu Konzertflügeln der Meisterklasse.
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