aktualisiert: 23.10.2011 12:22 Uhr
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KITZINGEN
Schlamperer, Hirtenmadla und Hans bleib' da
Besucherrekord beim 24. fränkischen Tanzfest
(rw) Die einen kommen in fränkischer Tracht und Dirndl, die anderen in Jeans und Hemd, mancher hat sich die Krachlederne angezogen und wieder andere tragen zur Jeans die Trachtenweste. Erlaubt ist, was gefällt beim fränkischen Tanzfest der Volkstanzgruppe Kitzingen.
Wer glaubt, dass Volkstanz nur etwas für ältere Herrschaften mit einem gerüttelt Maß an Lokalpatriotismus ist, der täuscht sich. Das Publikum kommt aus allen Altersgruppen, wenngleich die über 50-Jährigen klar in der Mehrheit sind.
Am Samstag fand das Tanzfest zum 24. Mal statt und es wurde für die Veranstalter zu einer Überraschung. Statt wie in den vergangenen Jahren, als stets zwischen 15 und 20 Paare Mühe hatten, die Tanzfläche in der Sickerfesthalle zu füllen, kamen am Samstag rund 100 Tanzfreunde. Es wurde auf dem Parkett zeitweise richtig eng.
Der Grund für den Andrang: Eine ganze Gruppe von Volkstänzern von der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik, die gemeinsam ein Volkstanz-Lehrseminar in Rügheim (Haßberge) besucht hatten, waren als Gäste gekommen.
Für den richtigen Takt und für die gute Stimmung war Steffi Zachmeier mit ihren „Straßenmusikanten“ aus Nürnberg zuständig. Das sind Heinrich Filsner, Lissy Heiligenthal und Hans Heiligenthal. Die vier Musikanten sorgten dafür, dass die Tänzer sich nicht lange bitten lassen mussten. Gleich zum Auftakt, bei der traditionellen Polonaise, machten fast alle mit und mancher ließ sogar das gerade servierte Schnitzel auf dem Teller zurück. Dafür, dass sich bei der Polonaise niemand verlief und sich die Schlange der Tänzer am Ende auch wieder richtig auflöste, sorgte als Tanzmeister diesmal Dieter Eberlein.
An den fränkischen Grundtänzen Walzer, Schottisch, Dreher, Rheinländer, Polka und Mazurka, aber auch mit den Figurentänzen, Schlamperer, Stampfer, dem Bernhardswalzer, Hans bleib' da, Stern- oder Kreuzpolka oder dem Hirtenmadla hatten die Tanzpaare sichtlich Spaß. Und wem nach den üblichen drei Tänzen einer Tanzrunde noch nach einer Zugabe war, der verlangte einfach lautstark nach einem „Zipfala“.
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