publiziert: 01.04.2011 14:30 Uhr
aktualisiert: 01.04.2011 14:40 Uhr
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Synagogenfinanzierung wird eine harte Nuss

Trägerverein in Obernbreit zeigt sich dennoch verhalten positiv – Bernhard Brückner Nachfolger von Helmut Walz

Ganz im Schatten der Trauer um den kürzliche verstorbenen stellvertretenden Vorsitzenden und Gründungsmitglied Helmut Walz stand die Hauptversammlung des Träger und Fördervereins ehemalige Synagoge Obernbreit. „Man sagt, jeder ist ersetzbar, aber er ist absolut unersetzlich“, sagte ein zutiefst berührter Vorsitzender Friedrich Heidecker beim Totengedenken.

  • Gewählt: Friedrich Heidecker, Jürgen Scherer, Beate Krämer, Gerhard Krämer und Bernhard Brückner (von links) führen den Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit.
    Foto: ROBERT Haass
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Eigentlich war die Sitzung einberufen worden, um Ersatz für die Schatzmeisterin Beate Krämer zu finden, die aus beruflichen Gründen ausscheidet. Dass nun auch gleichzeitig ein neuer stellvertretender Vorsitzender zu wählen war, erwies sich als terminlicher Zufall. Gerhard Krämer wird die Kasse übernehmen und Bernhard Brückner den stellvertretenden Vorsitz.

Das fiel Brückner sichtlich nicht leicht, doch hat der Posten durchaus praktische Vorteile: Da in diesem Jahr voraussichtlich die Sanierung des Synagogengebäudes ansteht und die Gemeinde Obernbreit dabei der Maßnahmeträger ist, ist Brückner als Bürgermeister ohnehin engagiert und die Verbindung mit dem Amt im Verein bot sich an. Zumindest für die kommenden zwei Jahre.

Wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Verein und Gemeinde derzeit ist, zeigte auch das zweite große Thema des Abends: die Sanierung der ehemaligen Synagoge. Wie berichtet, wurde das Gebäude bereits vor rund 100 Jahren profaniert, da die Zahl der Juden in Obernbreit damals drastisch zurück ging und es nicht mehr genügend männliche Gemeindemitglieder für einen Gottesdienst gab. In der Folge wurde das Gebäude als Lagerhalle und Scheune genutzt, bis es vor wenigen Jahren vom eigens gegründeten Förderverein gekauft wurde. Als Sensation erwies sich damals die Entdeckung einer gut erhaltenen Mikwe (Ritualbad) in einer Tiefe von zehn Metern unter der Scheune.

Vor wenigen Tagen sprachen die Zuschussgeber, Heidecker und Brückner, über den Stand der Finanzierung. Für die Vereinsvertreter ein kleiner Rückschlag, denn wenn sie die Fördermittel erhalten wollen, müssen sie in der eigenen Finanzierung nachbessern. Bislang wurden 300 000 Euro für die Sanierung als ausreichend angesehen. Zehn Prozent davon, also 30 000 Euro, muss die Gemeinde aufbringen, die auch als Maßnahmeträger auftreten muss. Um in den Genuss der Fördermittel zu kommen, muss der Verein nun weitere Richtlinien erfüllen, was sich mit rund 60 000 Euro an Mehrkosten auswirken wird. Abzüglich der möglichen Eigenmittel und weiterer angekündigter Finanzhilfen, ergibt sich eine Deckungslücke von rund 20 000 Euro für den Verein.

Diese Mittel über Spenden, Aktionen und Veranstaltungen aufzutreiben, wird die dringlichste Aufgabe des Vereins in den nächsten Monaten sein. Denn sobald das Geld da ist, kann der Förderantrag gestellt und anschließend mit der Sanierung der ehemaligen Synagoge begonnen werden. Verhalten positiv zeigte sich Bernhard Brückner: „Es wird eine harte Nuss werden, aber ich glaube, wir werden es hinkriegen. Die Zeichen stehen gar nicht schlecht.“

Wahlen beim Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit: Vorsitzender Friedrich Heidecker und Schriftführer Jürgen Scherer wurden bestätigt. Bernhard Brückner ist stellvertretender Vorsitzender. Beate Krämer übernimmt den Posten des Pressereferenten, Angela Nusko, Steffi Schäfer, Margret Löther und Karin Tremmel sind Beisitzer.

(ro)
    
    

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