publiziert: 01.02.2012 15:43 Uhr
aktualisiert: 01.02.2012 15:54 Uhr
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Vom Lebensraum Hohlweg

Botanischer Spaziergang

Unter dem Motto „Das Jahr fängt ja gut an“ veranstaltete der Bund Naturschutz Marktbreit unter Leitung von Monika Schramm einen botanischen Spaziergang den Hohlweg entlang. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wo das Römertor stehen und wie es aussehen soll, heißt es im Presseschreiben. Eine Bürgerversammlung, um darüber zu informieren, täte gut, so die allgemeine Meinung.

Anschließend gab es Informationen über die ehemalige Wegverbindung zwischen Marktbreit und Willanzheim und über Hohlwege im Allgemeinen. So wurden laut Presseschreiben nach dem Ende der Römerzeit bis zum Beginn des Chauseezeitalters (Mitte 18. Jahrhundert) in Mitteleuropa nahezu ausschließlich Naturwege- und straßen benutzt.

Wagenspuren wurden zu Gräben

Vor allem in Lößlehmlandschaften sei in Steillagen das Lößgefüge durch Befahren, Pferdehufe und dergleichen zerstört worden, so dass das Niederschlagswasser den Schwemmlöß hangabwärts verfrachten konnte. Aus den ehemaligen Wagenspuren entstanden so über die Jahrhunderte oft mehrere Meter breite und tiefe „Gräben“ mit zumeist steilen Seitenwänden – die Hohlwege.

Leider gebe es von diesen Zeitzeugen nicht mehr viele, der Marktbreiter Hohlweg ist einer der letzten im Kitzinger Landkreis, der ökologische Wert dieser Kleinode sei von hoher Bedeutung. Hohlwege bergen auf engstem Raum und in unmittelbarer Benachbarung eine Vielzahl unterschiedlichster Lebensräume bzw. ökologischer Nischen. Die Spanne reicht vom trocken-heißen Extremstandort bis zum kühl-feuchten Bereich. Dadurch könne in Hohlwegen ein artenreiches Lebensraum- und Artengefüge entstehen. Leiterin Monika Schramm machte die Teilnehmer auf die Merkmale und ökologische Bedeutung des Hohlweges aufmerksam, etwa die steilen Seitenwände, die für Wildbienen ideale Brutplätze bieten.

Unterschied von Stachel und Dorn

Den anschließenden botanischen Teil der Tour erklärte sie oft direkt an den Pflanzen, zum Beispiel wie man einen Stachel von einem Dorn unterscheidet. Der Stachel lässt sich ohne Verletzung der Pflanze abbrechen, während der Dorn die Haut einreißt – Rosen haben also keine Dornen. Das Alter von Efeu lasse sich gut daran erkennen, dass die Blätter des jungen Efeu viel gelappter sind.

Zwei wichtige Anliegen des Bundes Naturschutz wollte die Ortsgruppe Marktbreit laut Mitteilung mit ihrer Veranstaltung erfüllen: Ein botanischer Spaziergang ist auch im Winter sehr interessant und vor der eigenen Haustür liegt ein Stück Natur, das es zu schützen gilt.

zis
    
    

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