aktualisiert: 03.03.2013 12:04 Uhr
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KITZINGEN
World Press: Der 100 000. Besucher in Sicht
Die besten Pressebilder der Welt: Kitzinger Erfolgsausstellung startet am Montag
Der 15. Oktober 2011. An diesem Tag eskalieren im Jemen die andauernde Proteste gegen das 33 Jahre andauernde Regime des autoritären Präsidenten Saleh. Tausende Demonstranten laufen über eine Hauptverkehrsstraße, als Schüsse fallen. Mindestens zwölf Menschen sterben, etwa 30 wurden verletzt.
Fatima al-Qaws ist besorgt wegen der Gewalt – weiß sie doch, dass ihr Sohn Zayed mitdemonstriert. Sie macht sich auf die Suche nach Zayed und findet ihn unter den Verwundeten in einer Moschee, die als Lazarett genutzt wird. Tränengas hatte ihn getroffen, zwei Tage liegt er im Koma. Fatima al-Qaws kann in diesem Moment nicht viel mehr machen, als Zayed in ihren Armen zu wiegen.
Diesen Moment hielt Samuel Aranda fest. Der Spanier war für „The New York Times“ in dem Krisengebiet unterwegs – und im richtigen Moment am richtigen Ort. Der Einsatz lohnte sich für alle: Am 23. September floh Präsident Saleh nach Saudi-Arabien, seine Herrschaft endete im Februar 2012. Und Samuel Aranda kann seither von sich sagen, dass das Siegerfoto der „World Press Photo 2012“ von ihm stammt.
Aidan Sullivan, Vorsitzender der Jury, würdigte das Siegerbild so: „Das Foto von Samuel Aranda zeigt die menschliche Konsequenz eines gewaltigen Ereignisses. Das zeitlose Bild einer Mutter, die ihren mutigen Sohn wiegt.“ Der Fotograf erlebte die Szene seinerzeit so: „Regierungsnahe Scharfschützen schossen auf die Demonstranten. Ich suchte Schutz in einer Moschee, und mitten in diesem Chaos fand ich Frau al-Qaws, die ihren Sohn im Arm hielt.“
Das Siegerfoto sowie alle anderen ausgezeichneten Pressebild aus dem Jahr 2011 können ab Montag in der Kitzinger Rathaushalle genau unter die Lupe genommen werden: Zum siebten Mal macht die World-Press-Photo Ausstellung in Kitzingen Station – dem kleinsten Ausstellungsort weltweit.
Allein im vergangen Jahr kamen 20 500 Besucher – so viele, wie Kitzingen Einwohner hat. In den vergangenen sechs Jahren strömten insgesamt 94 000 Besucher in die Rathaushalle. Das heißt: Der 100 000. Besucher ist diesmal in Sicht.
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