aktualisiert: 30.07.2007 12:17 Uhr
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KARLSTADT
Rekord mit 31 Bands auf dem Saupurzel
15. Umsonst & Draußen in Karlstadt mit Musik für jeden Geschmack und viel Regen
Jubiläum des Karlstadter Umsonst & Draußen (U & D) gab es einen Rekord: 31 Bands wurden angeheuert, die, auf drei Tage verteilt, das Karlstadter Publikum zum Kochen brachten. Da sorgte auch der Regen nicht für Abkühlung. Von Punk bis Hip Hop, von Gospel bis Reggae – durch eine grandiose Auswahl kam, wie immer, jeder Festivalbesucher auf dem Saupurzel auf seine Kosten. Wer seinen Ohren eine kleine Ruhepause gönnen wollte, schlenderte entspannt zwischen den Verkaufsständen, erwarb Buttons, Nietengürtel oder afrikanische Tücher oder war richtig bei vielen Anbietern von Crpes, Flammkuchen und Döner.
Julian Eichler und sein Team aus 300 ehrenamtlichen Helfern planten, bauten auf und koordinierten. Eröffnet wurde das Festival am Freitagabend von der Würzburger Formation „Crash Kidz“, die dem Publikum gleich zu Beginn mit harten Gitarrenklängen und rockendem Bass einheizte. Auch „Illectronic Rock“ überzeugte mit einem manchmal etwas düsterem Sound (durch heruntergestimmte Gitarren). Es folgten „From Constant Visions“ mit einer exklusiven Mischung aus Metal, Punk und Hardcore.
Neben der Hauptbühne gab es wieder eine „Garagenbühne“, auf der der „Garagenband-Wettbewerb“ stattfand. Junge Bands mit Perspektive tragen hier in ihre Songs vor. Den polarisierenden Höhepunkt des Freitagabends bildeten die Aschaffenburger „Blutjungs“. Das größtenteils sehr junge Publikum war hin- und hergerissen zwischen grenzenloser Euphorie und ablehnender Entrüstung. Grund sind die äußert blut- und gewaltlastigen Texte der „Splatter-Pop Band“, die im krassen Gegensatz zu den eingängigen Melodien stehen. Es bleibt jedoch die Frage offen, ob Themen wie der „Metzger Fred“, der sich gerne an den Tierkadavern oder deren Eingeweide vergeht, oder den eigenen Erfahrungen mit Beziehungen zu Wasserleichen, nicht zu geschmacklos sind, um von einer Band, deren Mitglieder die jungen, wilden Jahre weit überschritten haben, besungen zu werden.
Der Samstagnachmittag stand wieder ganz im Zeichen des Rocks. Den Auftakt machten die Rock'n'Roller „Switchblade“. Trotz gekonnt vorgetragener Musik aus den 50er Jahren mit fetzigen Trompeteneinlagen war der Platz wegen des schlechten Wetters nur spärlich gefüllt. Olli Spiller, Leadgitarrist und Sänger der Band, zeigte sich trotzdem begeistert: „Die Atmosphäre hier ist einfach locker. Das Gelände ist übersichtlich, und das Ganze ist nicht so kommerziell wie in Würzburg. Wäre der Regen nicht, wär's hier rammelvoll.“
Die Zuschauer und -hörer hofften auf ein baldiges Ende des Regens, der auch der Punkrock-Kapelle „Benzin“ beschert blieb. Ein weiterer Kracher des Samstags waren die Schweizer „Vivian“, die durch hitverdächtige Titel und mitreißende Gesangspassagen des von Mädchen umschwärmten Sängers Roger herausstachen. „Einfach geil hier trotz des Regens“, so der nach dem Konzert Autogrammkarten für seine weiblichen Fans unterschreiben musste.
Kurz nach dem Beginn der Band „Yen“ entluden sich sämtliche Wolken über dem Karschter U & D und verwandelten die Festivalwiesen in einen Sumpf. Es wurde Unterschlupf gesucht, da auch noch ein heftiges Gewitter aufzog. Viele Besucher verließen fluchtartig das Gelände.
Doch pünktlich zum heißersehnten Auftritt der in ganz Deutschland bekannten Bad Tölzer Rock-Formation „Bananafishbones“ hörte, als wäre es verabredet, der Regen auf, und der Platz begann sich innerhalb vom Minuten zu füllen. Die Zehn-Mann Band „Mighty Vibez“ überzeugte danach mit perfekten Bläserarrangements, hoher Musikalität und absoluter Partymusik mit beschwingten Reggae- und Ska-Elementen. Auch der letzte Tanzmuffel widerstand ihrer Musik nicht mehr.
Das Fest finanziert sich durch die Getränkeeinnahmen, der Regen schadete dem Umsatz. Ein weiteres großes Problem, so Julian Eichler, sind die ganz jungen Zuschauer. „Viele Jugendliche verstehen den Umsonst-Gedanken falsch. Anstatt uns zu unterstützen, trinken vor allem die jungen Festivalbesucher außerhalb des Geländes Wodka und Asbach. Wir verlangen keine unbezahlbaren Getränkepreise und die Leute kriegen 31 Bands geboten.“
Nicht nur Musik gab es auf dem Saupurzel, sondern auch ein attraktives Kinderprogramm.

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