publiziert: 20.01.2010 17:49 Uhr
aktualisiert: 20.01.2010 18:25 Uhr
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Abschluss der Stolperstein-Aktion

Der Kölner Künstler Gunter Demnig kommt am Samstag nach Wiesenfeld – Verlegung zum Gedenken an 22 jüdische Opfer

Die letzten 22 Stolpersteine im Stadtgebiet Karlstadt wird der Künstler Gunter Demnig am Samstag, 23. Januar, ab 9 Uhr in Wiesenfeld verlegen. Der erste Verlegeort ist vor dem ehemaligen Anwesen Bertha Steigerwald am Kirchberg 6. Elke Kulawek aus Mühlbach und ihre Tochter Anna werden zum Auftakt jiddische Lieder auf Klarinette und Akkordeon spielen.

Mit der Wiesenfelder Verlegung ist die Aktion „Stolpersteine“ in Karlstadt abgeschlossen. Dieser Besuch ist bereits der dritte des Kölner Künstlers in Karlstadt. Wie berichtet, hat Demnig Mitte März 2008 die ersten 17 Stolpersteine an je vier Standorten in Karlstadt und Laudenbach verlegt. Im September folgten zwölf Steine vor neun Anwesen in Laudenbach. Nun kommen die 22 Steine an neun Standorten in Wiesenfeld dazu. Damit werden insgesamt 51 solcher Steine in Karlstadt, Laudenbach und Wiesenfeld einen Platz haben.

Georg Schnabel, Mitglied des Arbeitskreises „Stolpersteine“ unter dem Dach der Volkshochschule, hat die Geschichte der 22 jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Wiesenfeld erforscht und überprüft. Für alle Steine sind Paten gefunden. „Die Bereitschaft war sehr groß“, erklärt Georg Schnabel. Im Vorfeld fand eine Informationsveranstaltung in der ehemaligen Synagoge in Wiesenfeld statt. Auch wurden Gespräche mit den jetzigen Hauseigentümern geführt, um das Einverständnis für die Verlegung einzuholen.

Die Messing-glänzenden Steine, die vor der letzten freigewählten Wohnung des Opfers in den Straßen- und Gehsteigbelag eingelassen werden, sollen die Erinnerung an die früheren Bewohner lebendig erhalten. Künstler Demnig fertigt einen Würfel, der mit einer Messingplatte abschließt. Darauf steht in der Regel der Schriftzug „Hier wohnte“, Name, Geburtsjahr, meist das Datum der Deportation oder des Todes. Finanziert werden die „Stolpersteine“ durch Patenschaften.

Am 23. Januar wird Gunter Demnig die 22 Steine in Wiesenfeld an folgenden Verlegeorten einlassen: Für Bertha Steigerwald am Kirchberg 6, für Mina Kahn am Kirchberg 4, für Bernhard Baumann, Selma Baumann, Marga Baumann und Julius Baumann am Kirchberg 2. Vor dem Anwesen Schätzleinsgasse 1 werden Steine an Heinemann Stern, Mathilde Stern und Flora Stern erinnern. Zum Gedenken an Max Baum, Moses Baum und Ernestine Baum werden in der Karlstadter Straße 16 „Stolpersteine“ verlegt.

In der Lohrer Straße 5 liegt künftig ein Stein für Emilie Rosenberger, in der Lohrer Straße 4 werden die „Stolpersteine“ das Gedenken an David Bamberger, Jette Bamberger und Arthur Bamberger lebendig erhalten. In der Lohrer Straße 2 wird Philipp Hanauer, Sali Hanauer und Ida Hanauer gedacht, in der Eckartshofer Straße 7 an Moses Hanauer, Pauline Hanauer und Rosa Hanauer erinnert.

Von unserem Redaktionsmitglied Michaela Moldenhauer
    
    

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Die neuesten Kommentare

voxpopuli (61 Kommentare) am 21.01.2010 11:50

Abschluss der Stolperstein-Aktion

Mehr als zweiundzwanzigtausend STOLPERSTEINE GEGEN DAS VERGESSEN der Opfer des nationalsozialistischen Terror-Systems hat Gunter Demnig inzwischen in 524 deutschen und 36 europäischen Städten und Gemeinden verlegt.
Alljährlich am 27. Januar ist in der Bundesrepublik der Tag des Gedenkens an die Opfer. An diesem Tag werden öffentliche Gebäude beflaggt und die Fahnen auf Halbmast gesetzt.
Ich denke, - WIR - die eine Patenschaft für einen oder mehrere Stolpersteine übernommen haben, sollten an diesem Tag unsere Stolpersteine putzen und als Zeichen unseres Gedenkens eine Rose neben den im neuen Glanz strahlenden Gedenkstein nieder legen.
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