publiziert: 03.08.2010 18:33 Uhr
aktualisiert: 03.08.2010 18:38 Uhr
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Atec eröffnet vorläufige Insolvenz

Verwalter sieht gute Chance für den Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze
  • Gerade erst sechs Jahre alt: der Produktions- und Verwaltungsstandort der vorläufig insolventen Atec AG in Wiebelbach.Archivfoto: A. Brachs
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Die Firma Atec Anlagentechnik AG ist in finanziellen Nöten. Für den metallverarbeitenden Betrieb im Wiebelbacher Gewerbegebiet ist am 28. Juli ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet worden. Dies bestätigte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Markus Schädler (Würzburg) auf Anfrage der Main-Post.

Schädler zufolge ist das Unternehmen im Zuge der Wirtschaftskrise in Schieflage geraten. Schon 2008 hatte der Hauptkunde von Atec für die Zukunft weniger Aufträge angekündigt. Tatsächlich sei dann der Auftragseingang 2009 insgesamt „drastisch nach unten“ gegangen, bilanzierte der Fachanwalt für Insolvenzrecht.

Dazu kam ein persönlicher Schicksalsschlag, als an Silvester 2008 der technische Vorstand Reinhold Pfenning starb. Im Juni 2010 kündigte die Aufsichtsratsmehrheit der AG schließlich dem verbliebenen kaufmännischen Vorstand und Firmengründer Herbert Haider, erklärte Schädler. Pfenning und Haider hielten zusammen nur etwa 30 Prozent der nicht börsennotierten AG. Die Mehrheit liegt in anderen Händen. Seit Juni hat nun der Aufsichtsratsvorsitzende Patrick Weimer kommissarisch den Vorstand übernommen.

In dem Wiebelbacher Betrieb sind zurzeit 33 Mitarbeiter beschäftigt. Sie erhalten seit Juli bis einschließlich September Insolvenzgeld.

Nach Worten des vorläufigen Insolvenzverwalters sei die Auftragslage im Moment gut; an Entlassungen sei nicht gedacht. Allerdings müsse das Unternehmen möglichst bald neue Kunden akquirieren, um eine gesunde Ertragslage zu erreichen. Zwar sieht Schädler schon heute die Eröffnung eines offiziellen Insolvenzverfahrens zum 1. Oktober auf den Betrieb zukommen, denn dafür sei „Masse“ vorhanden, dennoch glaubt er an die Überlebensfähigkeit von Atec.

„Das Potenzial ist da“, sagte der Fachanwalt, nachdem er sich ein erstes Bild von der Unternehmenslage gemacht hat. „Die Fähigkeiten sind gut.“ Schädler zufolge gebe es bereits erste Unternehmen, die sich für einen Kauf der Atec AG interessieren. Denkbar sei auch, den Betrieb fortzuführen.

Wichtig sei nun, das Optimale für die Gläubiger herauszuholen, so Schädler. „Und das sind für mich in erste Linie die Beschäftigten.“

Die Atec Anlagentechnik AG ist 1998 in gemieteten Hallen in Wertheim-Bestenheid (Baden-Württemberg) gegründet worden. 2004 zog das Unternehmen über den Main nach Bayern auf ein eigenes Grundstück im Kreuzwertheimer Gewerbegebiet Wiebelbach.

Der Betrieb stellt heute Einhausungen von Maschinen sowie ganze Baugruppen aus Metall her. Zu den Produkten zählten auch schon Großkücheneinrichtungen und Edelstahlverkleidungen, unter anderem für europäische Bahngesellschaften. Auf 5000 Quadratmetern Firmengelände stehen eine Produktions- und Lagerhalle mit 1900 qm sowie ein zweigeschossiger Bürobau mit 340 qm.

Von unserem Redaktionsmitglied Andreas Brachs
    
    

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