publiziert: 27.09.2009 18:24 Uhr
aktualisiert: 27.09.2009 18:26 Uhr
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Autorenlesung: Das Lokalkolorit lässt schmunzeln

Unterfränkische Autoren präsentieren sich im Marktheidenfelder „Bräustüble“
  • Vier Autoren aus Main-Spessart und Würzburg stellten sich mit ihren Werken am Freitagabend zum Jubiläum der Stadtbücherei im Marktheidenfelder „Bräustüble“ vor (vorne von links): Gunther Schunk, Rainer Greubel, Waldemar Wolf und Willi Corsten. Hinten von links: Gaby Zöller vom Marktheidenfelder Kulturbeirat und die neue Leiterin der Marktheidenfelder Stadtbücherei, Susanne Wunderlich.
    FOTO Martin Harth
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(maha) Heimatliteratur, Volksliteratur, Dorfromane sind schwierige Bereiche. Gerne werden sie als trivial abgetan, finden sich kaum in den Programmen großer Verlage, selten in öffentlichen Bibliotheken, aber oft in den Buchregalen der Leser. Deshalb war es eine nette Idee, vier völlig unterschiedliche Vertreter aus diesem Bereich zu einem Leseabend mit fränkischen Spezialitäten in das Marktheidenfelder „Bräustüble“ einzuladen.

Anlass dazu war der 50. Geburtstag der Stadtbücherei. Auf Anregung des Kulturbeirats hatte dessen Mitglied Gaby Zöller die Organisation übernommen und die Leiterin der Stadtbücherei, Susanne Wunderlich, konnte eine ansehnliche Zuhörerschar am Freitag dazu begrüßen.

Willi Corsten, in Homburg lebender Rheinländer und Autor vieler Beiträge zu Anthologien, war kurzfristig für Sylvia Ludwig aus Frammersbach eingesprungen. Seine Sprachfärbung ruft gerade bei heiteren Beiträgen Assoziationen an den Karneval oder den Tünnes-und-Schäl-Humor hervor. Insoweit wurde das Fränkische etwas erweitert, wenn er schwarzhumorig über eine missglückte Rettung im Trennfelder Baggersee sinnierte oder Goethes Erlkönig parodierte. Die gereimten Gedichte „Im Feldgehölz“ oder „Altweibersommer“ waren um ernsthafte Liebe zur heimatlichen Natur bemüht. Einen anderen Weg wählt der Leinacher Waldemar Wolf. Aus seinem Buch „Ich ein Franke“ schilderte der frühere Zollbeamte seine Eindrücke von der fränkischen Vielfalt, bisweilen ein wenig am Klischee orientiert und geschwätzig, dennoch überraschend vom Äppelwoi-Untermain über den Spessart bis in die Hügel der Rhön.

Während die ersten beiden Schreiber im Autorenkreis Main-Spessart eine Runde zum Erfahrungsaustausch sowie zur Schaffung von Publikationsmöglichkeiten und öffentlichem Interesse fanden, zeigten die folgenden Schriftsteller, die im Autorenkreis Würzburg mitwirken, dass ihre Vereinigung mit der Absprache gemeinsamer Projekte Spannendes und Neuartiges hervorbringen kann. Gunther Schunk, bekannt von den drei bisherigen „Asterix auf Meefrängisch“-Bänden zählt als Pressesprecher eines Würzburger Verlagshauses sicher zur Profi-Seite und dies machten seine Episoden aus dem Wirtshaus-Brevier seines Autorenkreises „Von Cappuccino bis Sauerwein“ deutlich. Dem „Lorbeerbaum“ mit seinen Gästen in der Würzburger Pleich setzte der „Restaurantkritiker“ ein fein beobachtetes Denkmal, das sich vor allem dem erschließt, der den Charme dieser „Diele“ einmal selbst kennenlernen durfte.

Zum recht beliebten Genre der fränkischen Krimis mit viel Weinseligkeit führte der Journalist Rainer Greubel – „Noch eine Leiche im Keller“. Auszüge aus seiner blutrünstigen Story „Treibjagd in Unterfranken“ um eine Glaubensgemeinschaft und deren wirtschaftliche Interessen ließen gerade in Marktheidenfeld aufhorchen.

    
    

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