publiziert: 23.11.2012 16:42 Uhr
aktualisiert: 25.11.2012 12:03 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text ARNSTEIN
BayWa Arnstein schließt

Zentrale in München setzt auf modernere und leistungsstärkere Standorte – Baustoffe noch bis 15. Dezember
  • Foto: Claudia Fischer
    In drei Wochen beginnt der Rückzug: Die BayWa schließt ab dem 15. Dezember ihren Standort in Arnstein.
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Ein herber Verlust für den Gewerbestandort Arnstein wurde jetzt offiziell: Die BayWa-Zentrale in München teilte auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass sie ab dem 15. Dezember ihre Geschäfte vom Gesamt-Standort Arnstein zukünftig auf andere, wesentlich modernere und leistungsstärkere Standorte in der Umgebung verlegen werde.

Seit Mitte der 60er Jahre war die BayWa Arnstein mit dem Agrar- und Baustoffgeschäft ein fester Bestandteil der Stadt. In drei Wochen jedoch beginnt der Rückzug. Die Kunden können den Baustoffbereich bis zum 15. Dezember nutzen, der Agrarbereich wird zum Jahresende seine Tätigkeit einstellen, wobei die restlichen losen Düngerbestände, die sich noch hier befinden, bis zum Frühjahr 2013 abgegeben werden. Ansonsten erfolge dort aber ab 2013 keine Geschäftstätigkeit mehr, sagte die BayWa-Pressesprecherin Marion Danneboom von der Zentrale in München.

Die Gründe für die überraschende Verlagerung des Baustoffbereiches liegen darin, dass die BayWa in der Örtlichkeit allein als Abholstandort keine Zukunft mehr sieht. Diese sei mit etwa 600 Quadratmetern Hallenfläche und 500 Quadratmetern Freilager zu klein. Auch die Büroflächen (30) und der Shop (20 Quadratmeter) seien zu beengt und zu alt. Die dringend notwendige Investition eines Neubaus hätte im Millionenbereich gelegen, da der bestehende Bau aus bautechnischen Gründen nicht saniert werden könne.

Da es wesentlich leistungsstärkere Standorte in nächster Umgebung gibt, trug auch der Umsatz diesen Standort nicht mehr. Von daher ist die Schließung für die BayWa eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Für die Kunden sieht die Betriebsleitung kein größeres Problem, da sich BayWa-Standorte in der nächsten Umgebung in Karlstadt oder Schweinfurt befinden und Baustoffhandlungen keine nennenswerte Kundschaft haben, die zu Fuß kommt. Die vier Mitarbeiter für Baustoffe werden an andere Standorte versetzt.

Ähnlich stellt sich auch die Situation für den Agrarbereich in Arnstein dar: Der Standort hat eine Getreideaufnahme-Kapazität von nur 25 bis 30 Tonnen pro Stunde. Moderne Standorte, wie sie heutzutage von den Landwirten erwartet und gefordert werden, müssten aber wie zum Beispiel in Schweinfurt eine Kapazität von 250 Tonnen anbieten, da sonst die Wartezeiten für die Kunden bei der Getreideabgabe zu lang werden, so die Betriebsleitung. Man müsse zudem in der Region auch die Marktveränderungen berücksichtigen: Die landwirtschaftlichen Betriebe nehmen in der Zahl zwar ab, aber werden als Einheit stetig größer. Demzufolge steigen die Anforderungen der Kunden an die Leistungsfähigkeit der BayWa.

Investitionen dringend nötig

Zudem ist der Agrar-Standort in Arnstein noch älter als der des Baustoffbereiches, sodass hohe Investitionen dringend erforderlich gewesen wären. Da aber in der direkten Umgebung von Arnstein auch einige wesentlich leistungsstärkere Agrarstandorte der BayWa vorhanden sind (Karlstadt, Würzburg, Schweinfurt, Hammelburg und Altbessingen), mache eine Investition keinen Sinn, zumal die Grundstücksgröße selbst Grenzen setzt. Die beiden bisher hier tätigen Mitarbeiter werden an andere Standorte versetzt. Der Agrar-Betrieb in Neubessingen wird von diesen Veränderungen nicht betroffen. Vielmehr wird hier zurzeit deutlich investiert. Das Grundstück in Arnstein will die BayWa verkaufen, es gibt dafür aber im Moment keine darüber hinausgehenden Planungen.

Arnsteins Bürgermeisterin Linda Plappert-Metz bedauert die Schließung in der Sondheimer Au. Die Entwicklung der Konzentration auf dem Bau- und Agrarmarkt sei aber kaum aufzuhalten, zumal die Kunden von heute ein wesentlich größeres Sortiment erwarteten, als es bei der BayWa in Arnstein angeboten werden konnte. Sie verwies auf den Fortbestand des Standortes in Altbessingen. Für das Gelände in der Sondheimer Au hofft sie auf eine baldige Wiederverwertung und einen guten, geeigneten Nachfolgebetrieb.

Von unserem Mitarbeiter Günter Roth
    
    

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