publiziert: 16.06.2010 17:39 Uhr
aktualisiert: 01.07.2010 17:58 Uhr
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Bei „Küh“ fehlt noch das e

TÜRKEN IN KARLSTADT (46): Deutschförderung für Kinder erlebt Aufschwung
  • Deutschförderung: Lea Lins ist eine der Abiturientinnen, die an der Karlstadter Grundschule Erst- und Zweitklässlern hilft, ihre Rechtschreibung und Lesefähigkeit zu verbessern und generell die deutsche Sprache korrekt zu erlernen.
    Foto: KARLHEINZ HAASE
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Auf einer breiteren Basis steht die Deutschförderung für Migrantenkinder an der Grundschule Karlstadt, seit sich die Integrationsbeauftragte Sakine Azodanlou darum kümmert. Waren es zunächst nur vier Kinder, die zweimal die Woche in die Förderstunden gingen, sind es seit März 17 Kinder der ersten und zweiten Klasse.

Ab fünf Kindern kann eine Gruppe gegründet werden. Somit ergaben sich inzwischen drei Gruppen, in denen die Kinder sehr persönlich betreut werden. Die Abiturientinnen Friederike Seitz, Lea Lins und Franziska Keß des Karlstadter Gymnasiums schlüpften dafür in die Rollen der Förderlehrerinnen.

„Schau mal, was ist denn bei den Wörtern ,Hunt' und ,Kanze' falsch?“, ermuntert Franziska Keß ihren Schützling Onur. Auch beim Plural hat er Probleme, schreibt „Küh“ und „Mäus“ ohne e am Ende, wie er es eben im unterfränkischen Umfeld hört. Franziska Keß übt mit Aylin, bei welchen Wörtern ein f und bei welchen ein v verwendet wird. Selin versucht derweil, Lücken zu füllen. Bei Ta..e fehlen zwei s, bei S.uhl fehlt das t, beim Te..er die beiden l. Gelegentlich hilft Lea Lins ihr ein wenig auf die Sprünge: „Daraus trinkst du, du sitzt gerade darauf . . .“

Wenn die Konzentration der Kleinen nachlässt, werden oft Spiele gemacht. Die Hauptsache ist, dass Deutsch gesprochen wird, gutes, korrektes Deutsch – und dass korrigiert wird, wenn die Kinder Fehler machen.

Schulleiter Ingo Matschullis ist froh, dass die Integrationsbeauftragte die Sache in die Hand genommen hat. Sie hat den direkten Draht zu den Müttern, kann sie vom Sinn solcher Deutschförderung überzeugen und kümmert sich um alles bis hin zu den Formalitäten.

Offiziell hört der Kurs auf den griffigen Namen „Außerschulische Hausaufgabenhilfe mit Schwerpunkt Deutschförderung“. Damit er staatlich finanziert wird, müssen für die Landesaufnahmestelle des Freistaats Bayern Anträge ausgefüllt werden: Eine Kopie des Passes beweist den Migrationshintergrund. Hinzuzufügen ist eine Zeugniskopie und eine Bestätigung der Schule, dass das Kind tatsächlich Förderbedarf hat. Das alles kannte sie bereits aus ihrer Tätigkeit in Würzburg.

Da der Kurs immer von 15 bis 16.30 Uhr stattfindet, bringen die Kinder oft auch ihre bereits erledigten Hausaufgaben zur Nachkon-trolle mit. Dann können die Förderlehrerinnen individuell auf deren Probleme eingehen.

Ein wichtiger Punkt ist das Lesen. Können die Kinder einigermaßen flüssig lesen, wird das Leseverständnis trainiert. Fragen nach dem Inhalt des Gelesenen zeigen schnell, ob das Kind überhaupt verstanden hat, was da steht. Zwei Regale mit Kinderbüchern sind ein nächstes Ziel.

Nach nur drei Monaten, in die auch noch zwei Ferien gefallen sind, lässt sich der bisherige Erfolg der Förderung verständlicherweise noch schwer ablesen, oder? Ja, bei Onur habe der Kurs schon ein kleines Wunder bewirkt, berichtet Matschullis. Er hat auch in den Ferien weitergeübt und sine Leseleistung „massiv verbessert“, wie es der Schulleiter ausdrückt.

ONLINE-TIPP

Die bisherigen Serienfolgen sind zu finden unter www.mainpost.de

Von unserem Redaktionsmitglied Karlheinz Haase
    
    

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