aktualisiert: 22.01.2012 15:52 Uhr
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STETTEN/WIESENFELD
Bei der Einweihung des neuen Brunnens vor Ort
Drei Mitglieder des Ombei-Hilfswerks Stetten-Wiesenfeld sind nach Kenia gereist
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Hilfe zur Selbsthilfe: Werner Amthor und seine Frau Rita sind Mitinitiatoren des Ombei-Hilfswerks Stetten/Wiesenfeld. Bei ihrem letzten Besuch im vergangenen Oktober hatten sie auch Medikamente mit im Gepäck. Zurzeit sind wieder drei Mitglieder in Kenia, um dort bei der Einweihung eines Tiefbrunnens mit dabei zu sein.Foto: Werner Amthor
Seit sechs Jahren gibt es jetzt das „Orphan-Children Projekt-Ombei“ in Stetten und Wiesenfeld. Ausgehend von Reiseerlebnissen von Werner Amthor und Bernd Schmitt im kenianischen Ombei im Jahr 2005, entwickelte sich in den beiden Karlstadter Stadtteilen ein beispielhaftes Projekt der Zusammenarbeit auf der Basis Hilfe zur Selbsthilfe.
Am vergangenen Freitag flogen mit Bernd Schmitt, Monika Wurm und Theo Dittmaier wieder drei Mitglieder nach Afrika. Höhepunkt der Reise wird die Einweihung eines 100 Meter tiefen Brunnens sein, der die Trinkwasserversorgung und die Bewässerung sichern soll.
Wie berichtet, versorgen zwölf Frauen in Ombei 80 Waisenkinder, die eines oder beide Elternteile verloren haben. Die Sterberate ist dort durch Aids, Cholera und Malaria besonders bei den Männern erschreckend hoch. Mithilfe der Spenden aus Franken konnten die Frauen Ackerland, Saatgut und Vieh kaufen. So wurde zunächst das Überleben der Kinder gesichert. Danach wurde das Gelände eingezäunt, ein Haus mit Schulungssaal und eine Küche errichtet. Als weitere Leistung bieten die Frauen nun eine Schulspeisung: Essen für alle Kinder, die hier zur Schule gehen. Dies wird selbst organisiert, vom Einkauf bis zur Verarbeitung der Speisen. Nach Aussage des örtlichen Lehrers bringen alle Kinder seit dieser Zeit bessere Ergebnisse in der Schule.
Aber die Frauen und ihre deutschen Helfer haben noch weiter gedacht: Wasser. Ein gut 100 Meter tiefer Brunnen versorgt künftig das Dorf mit Trinkwasser, stellt weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Sanitär-Versorgung sicher und ermöglicht die Bewässerung der Felder. Auch können die Menschen durch den Verkauf des Wassers Geld verdienen. Dieser Brunnen wird in den nächsten Tagen gemeinsam mit den deutschen Gästen und Vertretern der einheimischen Politik eingeweiht.
Das Main-Spessart-Trio Dittmaier, Schmitt und Wurm wird in Ombei genau die Linie weiter verfolgen, die die Hauptinitiatoren Bernd Schmitt und Werner Amthor vor sechs Jahren begonnen haben: Hilfe zur Selbsthilfe geben und ausschließlich ganz gezielte Projekte unterstützen. Schon von Anfang an nehmen die Helfer aus Stetten und Wiesenfeld das Erreichte vor Ort in Augenschein und besprechen mit den afrikanischen Frauen die weiteren Maßnahmen. Neues Geld und andere Mittel gibt es nur unter ganz klaren Auflagen.
Bei dem jetzigen Besuch sollen auch Aktionen der Förderung von Gesundheit und Bildung eingeleitet werden, die Werner Amthor bei seinem Besuch im Oktober vorbereitet hat. Für 1,60 Euro pro Person und Monat können zum Beispiel die Pflegemütter und ihre Schützlinge krankenversichert werden.
Problematisch ist auch die Situation für die Schulkinder. Der Schulbesuch ist zwar kostenfrei, doch müssen die Schüler selbst für die Schulkleidung und Arbeitsmaterialien aufkommen. Die Sitten sind so streng, dass Kinder nach Hause geschickt werden, wenn die Arbeitsmaterialien nicht komplett sind. Für Jugendliche will man in der Stadt Ahero Ausbildungsplätze in handwerklichen Berufen vermitteln, was bis zu 250 Euro jährlich kosten wird.

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