publiziert: 29.11.2011 17:17 Uhr
aktualisiert: 29.11.2011 17:24 Uhr
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Besuch auf dem jüdischen Friedhof

Pädagogischer Tag der St.-Kilian-Schule
  • Pädagogischer Tag: Etwa 70 Mitarbeiter der St.-Kilian-Schule Marktheidenfeld-Lohr besuchten im Rahmen einer Fortbildung auch den jüdischen Friedhof in Karbach. In Kleingruppen fanden sich die Beteiligten zu interessanten Workshops zusammen.
    Foto: Josef Laudenbacher
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Etwa 70 Mitarbeiter der St.-Kilian-Schule Marktheidenfeld-Lohr mit ihrer Leiterin Brigitte Krückel marschierten bei einem pädagogischen Tag von Marktheidenfeld aus über den Baumhofsweg hinauf auf den Karbacher Mühlberg, um dort mit Josef Laudenbacher eine Stunde lang die Geschichte der Karbacher, Homburger und Marktheidenfelder Juden zu reden sowie den jüdischen Friedhof näher kennen zu lernen.

Sie erfuhren einiges über das Zusammenleben in der jüdisch-christlichen Dorfgemeinschaft, die vielfältigen Speisevorschriften, die Ritualien bei einem Sterbefall und einer Beerdigung.

Kurz wies Laudenbacher auf die wieder rekonstruierte Mikwe, das einstige jüdische Frauenbad, sowie die frühere Synagoge, das heutige Rathaus, in der Ortsmitte hin.

Der jüdische Friedhof, auch Haus der Ewigkeit oder Haus des Lebens bezeichnet, wurde 1819 auf dem Mühlberg angelegt. Hier sind 340 Bestattungen verzeichnet, aber nur 234 Grabsteine stehen dort, in 16 Reihen angelegt. Die Differenz zwischen Grabsteinen und Bestattungen begründet sich in der Tatsache, dass in der jüdischen Kultusgemeine Karbach Kinder erst ab dem 5. oder 6. Lebensjahr einen Grabstein erhielten.

Die erste Bestattung hier stammt aus dem Gründungsjahr mit Reitz Rosenband, die am 12. März 1819 beigesetzt wurde; die letzte aus dem Jahre 1938, als Max Guttmann, am 19. Oktober 1938, hier zur letzten Ruhe geleitet wurde. So fand die jüdische Gemeinde, die seit 1699 – über Jahrhunderte hinweg – mit ihren christlichen Mitbürgern eine gute Nachbarschaft gepflegt hatte, mit dem Dritten Reich ein abruptes Ende, wie die Grabsteine bezeugen.

Für viele Beteiligten der Besuchergruppe war dies der erste Besuch auf einem jüdischen Friedhof.

Zurück gewandert nach Marktheidenfeld und nach einem gemeinsamen Mittagessen fand sich das Kollegium in Kleingruppen zu Workshops zusammen. Folgende Themenschwerpunkte standen im Mittelpunkt: Sport und Spiele, Kinesiologie, neue Kinderlieder, Nordic Walking, Wahrnehmungsübungen für Kinder im Wald, Airbrush, sowie Musik gestalten mit Boomwhackers.

lau
    
    

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