publiziert: 30.07.2012 19:07 Uhr
aktualisiert: 01.08.2012 12:05 Uhr
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Bierengpass brachte Gemüter in Wallung

Auf der Festwoche herrschte am Samstagabend zeitweise Ausnahmezustand – Biertank nicht nutzbar, weil Anschlussstück fehlte
  • Ebbe im Bierkrug: Weil die Brauerei vergessen hatte, das passende Anschlussstück für einen Biertank mitzuliefern, kam es am Samstagabend zu einem größeren Bierengpass auf der Spessartfestwoche. Foto: Ungemach
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Es war der Albtraum aller Verantwortlichen: Ausgerechnet zur Zeit des stärksten Besucherandrangs klemmte am Samstagabend auf der Lohrer Spessartfestwoche der Bierausstoß im Festzelt gewaltig. Eine der drei Zapfstellen im Zelt war phasenweise komplett ausgefallen. Grund: Die Brauerei hatte vergessen, zum 50 Hektoliter fassenden Biertank das passende Anschlussstück mitzuliefern.

Zwischen 19 und 21 Uhr herrschte hektisches Treiben hinter den Kulissen. Da der Engpass mit den beiden anderen Zapfstellen nicht kompensiert werden konnte, wurden durstige Festbesucher ungeduldig und auch ungemütlich. Jedenfalls mussten sich die Bedienungen in dieser Zeit allerhand anhören.

Eilkurier nach Würzburg

Die Verantwortlichen der Brauerei schickten eilends einen Mitarbeiter nach Würzburg, der das fehlende Stück herbeischaffte. Während der zwei Stunden des Zapfhahnstillstands versuchten die Verantwortlichen der Keiler Bier GmbH den Engpass mit vom Lohrer Brauereigelände herbeigeschafften 50-Liter-Fässern zu überbrücken. Doch mit den kleinen Fässern konnten die auf die großen Biertanks ausgelegten Leitungen nicht ausreichend beschickt werden, weswegen es an den Zapfhähnen mächtig schäumte.

Doch auch Festwirt Franz Widmann schäumte im übertragenen Sinn: „So etwas darf nicht passieren“, kommentierte er am Montag das Missgeschick der Brauerei. Zur Hauptstoßzeit sei an der betroffenen Zapfanlage am nördlichen Zeltende „nichts mehr gegangen“.

Etliche Festbesucher hätten angesichts der langen Wartezeiten geschimpft, teils auf die Bedienungen, teils auch auf ihn als Festwirt, schildert Widmann die unangenehme Situation. Dabei sei der Bierstau „eindeutig Schuld der Brauerei gewesen“, betont der Festwirt.

Widmann selbst hat in all den Jahren, in denen er im Geschäft ist, „so etwas noch nicht erlebt“. Am Samstag sei er deswegen „richtig zornig gewesen“. Bis Montag hatten sich die Gemüter freilich schon wieder etwas beruhigt. Gleichwohl werde er mit der Brauerei deswegen noch einmal reden müssen, so Widmann.

Geschäftsführer schwitzten mit

Immerhin hätten sich die Brauereimitarbeiter am Samstag sehr bemüht, den Schaden möglichst zu begrenzen. Die Geschäftsführer-Riege der Keiler Bier GmbH und der Würzburger Hofbräu half eigenhändig beim Abladen der Bierfässer beziehungsweise beim Versuch, die Bierkrüge zu befüllen, mit. Auch die Chefetage des Mutterkonzerns, der Kulmbacher Biergruppe, erlebten die Panne im Zelt hautnah mit.

Hofbräu-Geschäftsführer Michael Krasser stellte den Vorgang am Montag gegenüber der Main-Post etwas harmloser dar. Der Bierausstoß habe zwischendurch „kurz geklemmt“. Nach der Umstellung vom nicht anschließbaren Biertank auf die Fässer habe der Betrieb jedoch „einigermaßen funktioniert“. Trotz der Panne sei der Bierabsatz an diesem Abend „nur leicht unter Vorjahresniveau“ geblieben, so Krasser.

Ebenso wie Festwirt Widmann hat auch Dieter Daus, der Festwochenorganisator der Stadt Lohr, die Zustände als weniger harmlos empfunden. Daus sprach am Montag von einem „unverzeihlichen“ Versäumnis der Brauerei. Das habe man den Verantwortlichen auch deutlich gesagt.

Auf Drängen der Bedienungen, die den geballten Zorn der Festbesucher abbekamen, habe man schließlich per Duschsage im Zelt den stockenden Biernachschub mit „technischen Problemen“ begründet.

Die für die Beteiligten einprägsamen Erlebnisse der hektischen zwei Stunden am Samstagabend haben laut Festwirt Widmann aber auch etwas Gutes: „Das wird der Brauerei mit Sicherheit nie mehr passieren“, ist er sich sicher. Das Vertrauen in die Brauerei sei jedoch trotz des Vorfalls „ganz bestimmt nicht erschüttert“.

Insgesamt zeigte sich der Festwirt mit dem ersten Festwochenende äußerst zufrieden. Nach dem spürbar zu heißen Freitagabend sei das Wetter am Samstag und Sonntag geradezu ideal gewesen. Das habe sich in Besucherzahl und Konsum niedergeschlagen.

Insbesondere der Umsatz am Sonntag habe die Vorjahre deutlich übertroffen. Als Gründe nannte Franz Widmann neben dem Bundesfest des Spessartbundes, das am Nachmittag im Festzelt stattfand, auch die „Charivari Kultnacht“ am Abend.

jun
    
    

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»Alle 9 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

beka (17 Kommentare) am 03.08.2012 17:54

Engpass / Laurenzimesse..

in MAR da gibt es Martinsbräu Laurenzibier... ich freu mich schon darauf..
(0)
frankenstrasse (422 Kommentare) am 31.07.2012 20:38

Engpass

Das geht gar nicht,das ist auch keine höhere Gewalt. Nach langem Warten verließen wir das Zelt. Bleibt zu hoffen,dass es auf der Laurenzimesse besser läuft.
(6)
freilich (60 Kommentare) am 31.07.2012 19:35

Kommerz diktiert

Man muss sich nicht beschweren. Das Ganze ist knallhartes Geschäft und solange viele Lohrer und einige „Bierfreunde“ aus dem Umland, unterstützt von den heimischen Medien: „Ja, wer wird denn jetzt Miss Spessart?“ da mitmachen, läuft der Laden. Gottseidank gibt es in kultureller und kulinarischer Hinsicht im Landkreis an jedem Wochenende wesentlich vielfältigere, qualitativ bessere und preiswertere Alternativen.
(1)
schneidere3 (115 Kommentare) am 31.07.2012 17:25

Lohrer Bierspezialisten

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wieviel "Bierkenner" sich in unserer Region aufhalten.Auch diejenigen, die die Hähnchen "nachmessen" entpuppen sich zu wahren Kennern der Szene. Wenn mir das Bier nicht schmeckt und die Hähnchen zu klein sind, so halte ich den Mund und bleibe zu Hause. Aber die Meckerer sind anscheinend in der Minderheit, denn das Zelt ist nach wie vor proppervoll.
In diesem Sinne, eine schöne Festwoche
(1)
Siggen (78 Kommentare) am 30.07.2012 23:34

Na Saxndi

Diese Band bringt es tatsächlich fertig einen Hit vor einer Pause nur anzuspielen und dann sich in die Pause zu verabschieden...und handeln sich natürlich dafür ein gellendes Pfeifkonzert ein. Das ist ja genauso wenn man beim Fussballspiel einen Elfmeter gibt und dann in die Halbzeitpause geht um ihn nachher zu schießen. Ein Ding der Unmöglichkeit. Diese Band hat für mich ausgespielt. Sie brachte auch keine richtige Stimmung rein.
Na Saxndi
(1)
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