publiziert: 30.09.2010 18:00 Uhr
aktualisiert: 30.09.2010 18:17 Uhr
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Chefin Schmidt-Neder: Licht, Luft und Orchideen

Bei der Chefin im Büro

Nach zwei Umzügen ist die Marktheidenfelder Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder endlich in ihrem Amtszimmer angekommen.

  • Orchideen sind ihre Lieblingsblumen: Marktheidenfelds Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder am Schreibtisch ihres modern ausgestatteten Chefbüros, dessen Türen immer offen stehen.
    Fotos: Martina Schneider
  • Blick aus dem Fenster: der Busbahnhof.
  • Farbenprächtig: Moderne Kunst an der Wand.
  • Kennen wir: die Türdrücker-Platte des abgerissenen alten Rathauses.
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6 Bilder

Seit 1. Mai 2008 ist sie in Amt und Würden und leitet die Geschicke der Stadt Marktheidenfeld. Während der vergangenen 24 Monate musste sie schon zweimal Kisten packen und mit dem ganzen Büro umziehen. Zwei Jahre nach ihrem Amtsantritt ist Helga Schmidt-Neder endlich in ihrem Amtszimmer im neu gebauten Marktheidenfelder Rathaus angekommen. „Hier habe ich mich sofort wohl gefühlt“, sagt die 53-Jährige, blickt sich in ihrem Büro um und seufzt erleichtert: „Jetzt ist es fertig und ich darf hier arbeiten, solange ich im Amt bin.“ Dezent und mit fraulicher Note hat sie den rund 35 Quadratmeter großen Raum im zweiten Stock des Rathauses gestaltet, der als Büro und Amtszimmer dient. Hier sitzt sie auch mit ihrem Mitarbeiterstab zu Besprechungen zusammen. Das neue Büro der Bürgermeisterin vermittelt Licht, Luft und unaufdringliche Eleganz.

    
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Chefin Schmidt-Neder
MARKTHEIDENFELD
30.09.2010
    

Hinter ihrem Schreibtisch hängt ein Diptychon, ein zweigeteiltes Ölgemälde, dessen leuchtende Farben dem Besucher förmlich ins Auge springen. Es ist das Siegerbild des Kunstpreises der Stadt Marktheidenfeld aus dem Jahr 2008. „Das hat mir so gut gefallen, dass ich es hier aufgehängt habe“, so die Bürgermeisterin. Überhaupt hat sie alle Kunstwerke, die sich im Laufe der Jahre auf dem Speicher oder im Keller der Stadtverwaltung angesammelt haben, ausgewogen auf die Rathausflure und Abteilungen verteilt. „Kunst im Raum ist enorm wichtig und die Reaktionen beim Tag der offenen Tür haben uns das bestätigt“, sagt sie.

Schmidt-Neder liebt Orchideen. Auf ihrem Schreibtisch und den Sideboards verteilt stehen exquisit bepflanzte Gläser und Schalen mit den traumhaften Blüten der Phalaenopsis. Dass sie diese tropischen Pflanzen mag, habe sich inzwischen herumgesprochen und zum Einzug hätten viele Gäste ihr diese Blütenpracht mitgebracht. 

Ahorn und Metall, für dieses Mobiliar hatten sich die Mitarbeiter der Stadtverwaltung entschieden und diese Materialien bestimmen – in einer etwas gehobeneren Ausstattung – auch Schmidt-Neders Büro. „Die Verwaltung hat auch meinen Geschmack getroffen“, lächelt die Chefin. Ein großer Schreibtisch, zwei Sideboards für Ordner und ein Besprechungstisch mit vier Lederstühlen statten das Büro aus. Statt klassischer Gardinen entschied sich die Bürgermeisterin für Schiebevorhänge in rot und cremefarben. Sie bringen Transparenz in den Raum, etwas, das Schmidt-Neder auch für ihre Politik beansprucht. Ihr Leitspruch ist ein Zitat von Aristoteles: „Man kann den Wind nicht ändern, aber man kann die Segel neu setzen.“

„Mal über den Tellerrand hinaus schauen und denken und bereit sein, etwas Neues anzupacken und Visionen zu haben – keine Spinnereien“, sagt Schmidt-Neder mit erhobenem Zeigefinger. Der 53-Jährigen ist es wichtig, dass „der Bürger Entscheidungen nachvollziehen kann“. Deswegen führte sie beispielsweise das Bürgerforum ein.

Schmidt-Neder beschreibt sich selbst als „Perfektionistin mit einer erreichbaren Messlatte“. Bei allem Einsatz für ihr Amt vergisst sie nicht, auch für sich selbst Sorge zu tragen. „Bürgermeisterin zu sein, ist eine Würde und eine Bürde. Davon darf man sich nicht erdrücken lassen“, sagt sie. Für Ausgleich sorgen Sport und eine gesunde Ernährung. Außerdem sei sie „ein widerstandsfähiger Mensch“, lacht sie und lehnt sich in ihrem Chefsessel zurück. Das schwarze Ledergestühl hat sie sich gleich zugelegt, als sie ins Amt kam. Der Sessel ihres Vorgängers Leonhard Scherg sei ihr viel zu wuchtig gewesen. „Darin habe ich mich verloren.“

Ein Familienbild sucht man vergebens. „Ich trenne Familie und Arbeit, hier ist mein Arbeitsplatz und daheim ist daheim“, sagt die 53-Jährige. Ist die Chefin im Büro, steht ihre Tür immer offen. „Es kann jeder kommen, wenn er etwas auf dem Herzen hat.“

Eine besondere Freude bereiteten ihr Georg Väth und Rolf Sann. Die beiden hatten die Türdrücker-Platte des ehemaligen Rathauseingangs aus den Trümmern gerettet, aufgearbeitet und ihr beim Tag der offenen Tür mit der Bitte überreicht, dass das neue Rathaus „stets offene Türen und offene Ohren für die Marktheidenfelder Bürger“ habe. Eine Bitte, mit der sie der Bürgermeisterin aus dem Herzen sprachen. Konstruktiver Kritik gegenüber immer aufgeschlossen, trägt sie stets einen Block bei sich, in den sie Denkanstöße der Bürger notiert.

In ihrem Politik-Job muss sie noch an sich arbeiten, gibt sie zu. „Manchmal sollte man als Politiker etwas diplomatischer sein“, lächelt sie und wiegt den Kopf: „Ich bin eher der gradlinige Typ und bevorzuge die offene und direkte Art.“

   

Von unserer Mitarbeiterin Martina Schneider
    
    

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