aktualisiert: 05.05.2011 18:18 Uhr
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MARKTHEIDENFELD-ALTFELD
Erster Spatenstich: Elau-Neubau für 36 Millionen Euro
Erster Spatenstich für Firmengebäude von Schneider Electric/Elau an der A 3
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Sandkastenspiele: Am Donnerstag fand im Gewerbegebiet „Schlossfeld“ im Marktheidenfelder Stadtteil Altfeld der symbolische erste Spatenstich der Firma Schneider Electric/Elau statt. Zum Spaten griffen (von links): Landrat Thomas Schiebel, Clemens Blum (Lahr), Executive Vice President für den Geschäftsbereich Industrie, Rada Rodriguez, Schneider-Electric-Präsidentin Deutschland, Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder, Elie Belbel (Paris), Senior Vice President für Maschinen-Automatisierung, und Werksleiter Andrea Barbolini (Marktheidenfeld).Foto: Brachs
Für die Stadt Marktheidenfeld ist es das „Projekt des Jahrzehnts“. Und Landrat Thomas Schiebel gesteht, dass eine Investition in dieser Größenordnung im Main-Spessart-Kreis nicht alltäglich ist: Für 36 Millionen Euro baut der französische Konzern Schneider Electric den Standort seines Tochterunternehmens Elau neu.
1978 als Zwei-Mann-Betrieb von Erwin Fertig und Heinz Lang in Neustadt gegründet, residiert das inzwischen an Schneider Electric verkaufte Unternehmen schon lange auf dem Marktheidenfelder Dillberg. Dort wird es nun den rund 300 Mitarbeiterin zu eng; ihre Kollegen von Schneider Electric Seligenstadt werden nach Marktheidenfeld verlagert.
Deshalb entsteht der Neubau, der im Endausbau rund 570 Beschäftigten Platz bieten soll, direkt an der A-3-Ausfahrt Altfeld – von Seligenstadt gut erreichbar. Bis November 2012 soll er fertig sein. Das Bauprojekt ist zurzeit die größte Investition in der Unternehmensgruppe.
Das Ziel, das Schneider Electric am neuen Standort verfolgt, ist ambitioniert. Beim symbolischen ersten Spatenstich am Donnerstag sprach Clemens Blum (Lahr), Executive Vice President der Sparte Industrieautomatisierung, von einer Verdreifachung des Umsatzes in fünf Jahren. Elau soll also ab 2016 rund eine Milliarde Euro jährlich umsetzen! Marktheidenfeld wird deshalb zum Zentrum der Maschinenautomatisierung im Konzern. Zum Vergleich: Schneider Electric, das seine Wurzeln als „Thyssen-Krupp Frankreichs“ vor 170 Jahren in Lothringen legte, setzt mit 110 000 Mitarbeitern 20 Milliarden Euro pro Jahr um.
Blum erläuterte in seiner Rede, dass man die Entscheidung für Marktheidenfeld vor allem wegen des Know-how der hiesigen Mitarbeiter getroffen habe. „Die Marktheidenfelder sind fixer als die anderen“, verriet Blum der Main-Post.
Eine Milliarde Euro Umsatz
Als Mangel empfindet er es, dass es im weiten Umkreis keine internationale Schule gebe. Für einen Konzern, der von seinen internationalen Führungskräften Mobilität und Flexibilität verlange, sei dies ein wesentlicher Standortfaktor. Blum nannte ein Beispiel: Der Marktheidenfelder Werksleiter Andrea Barbolini war vor einem Jahr mitsamt seiner Familie von Italien nach Erlenbach gezogen.
Blum erläuterte vor Gästen, auf welchen Geschäftsfeldern die Unternehmensgruppe mit Sitz in Paris heute tätig ist: Mittelspannungs- und Niederspannungs-Energieverteilung, Automatisierung und Klimatisierung von Datenzentren, Gebäuden und Industrieanlagen. Die letzte Sparte ist das Betätigungsfeld von Elau; der Betrieb ist mit der Steuerung und Automatisierung von Verpackungsmaschinen groß geworden.
Laut Blum wird Schneider Electric in den neuen Gebäuden zeigen, welches Know-how der Konzern beim Energiemanagement besitzt. Man werde, versprach er, die geltenden Normen für den Energieverbrauch um 16 Prozent unterschreiten.
Rada Rodriguez (Ratingen), Präsidentin von Schneider Electric Deutschland, freute sich über den Erfolg der 5000 in Deutschland arbeitenden Konzernbeschäftigten. Er sei nicht nur der Hochkonjunktur zu verdanken, sondern auch den Leistungen der Mitarbeiter. Die Personalkonzentration in Marktheidenfeld solle für mehr Effektivität sorgen.
Über die hohe Investition freute sich Landrat Thomas Schiebel. Er befand, dass der Standort an der A 3 gut gewählt sei. Der Landkreis biete neben der guten Verkehrsanbindung auch die Versorgung mit Arbeitskräften. Er sei froh über das Energiemanagement des Konzerns, setze doch auch der Landkreis auf Energieeinsparung, weshalb er seine Gebäude in naher Zukunft nachrüsten werde.
Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder hofft durch den Neubau auf „gute Gewerbesteuereinnahmen“. Allein durch den Verkauf der 54 000 Quadratmeter Industriefläche erlöste die Stadtkasse 1,62 Millionen Euro. Die Stadt verlangt für ihre Gewerbeflächen 30 Euro pro Quadratmeter. In Altfeld sind noch rund 13 Hektar frei.
Schmidt-Neder zufolge könne die Stadt durch Einnahmen der Vergangenheit entsprechende Flächen vorhalten. Andererseits sorge die Gewerbesteuer dafür, die „hervorragende Infrastruktur“ auszubauen.
ONLINE-TIPP
Bilder vom ersten Spatenstich unter mainpost.de/regional/main-spessart

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