publiziert: 09.12.2011 15:52 Uhr
aktualisiert: 09.12.2011 15:54 Uhr
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Gewehrkauf spaltet Gemeinderat

Schützengesellschaft will höheren Zuschuss für Neuanschaffung für Linkshänder

Zehn Prozent wie bei den anderen Vereinen auch oder 100 Prozent, weil es ein besonderer Fall ist? Vor dieser Frage steht der Zellinger Gemeinderat beim Antrag der Schützengesellschaft Zellingen auf Kostenübernahme für ein Jugendgewehr, speziell für Linksschützen. Bisher gibt es im Verein nur ein solches Kindergewehr.

Wirklich selten sind Linkshänder nicht. Statistiken geben ihren Anteil an der Bevölkerung mit zehn bis 15 Prozent an, worin aber auch „umerzogene“ Linkshänder enthalten sind.

Das Jugendgewehr kostet etwa 1500 Euro. Üblicherweise würde die Gemeinde zehn Prozent Zuschuss gewähren. Es gab aber in der Gemeinderatssitzung einen Beschlussvorschlag zur kompletten Übernahme. Dafür sprach sich Gemeinderätin Anneliese Handel aus. Linkshänder seien oft benachteiligt, und zudem gehe es um Jugendarbeit.

„Linkshänder sind gleichberechtigt“, hielt Gemeinderat Manfred Lauter dagegen. Deshalb sollte man auch die Schützengesellschaft gegenüber den anderen Vereinen gleich behandeln.

Eine Art Erfolgsprämie schlug Bürgermeister Wieland Gsell vor: Zunächst sollte die Gemeinde die üblichen zehn Prozent zahlen und einen Zuschlag drauf legen, falls es einen Bezirksjungschützenkönig oder -meister gebe. Zustimmung bekam er dafür nicht, vielmehr kritisierte Gemeinderätin Barbara Gehrig: „Damit könnten wir in Teufelsküche kommen, besonders bei den vielen Meistertiteln des Retzbacher Spielmannszuges.“ Sie schlug vor, in der Haushaltsberatungen über den Vorschlag zu sprechen.

Damit das möglich wird, zog der Vertreter der Schützengesellschaft den Antrag vorerst zurück. Mehrere Gemeinderäte versicherten ihm, dass der Zuschuss nicht unter zehn Prozent sinken wird, vielleicht aber auch höher ausfällt.

Bei seinen Informationen als Bürgermeister erklärte Wieland Gsell in der Gemeinderatssitzung, dass die untere Bachgasse zur Verlegung eines 20 kV-Stromkabels aufgegraben wurde. Das sei nicht in der Baumaßnahme zur Sanierung der Straße enthalten, werde aber zu gleichen Konditionen abgerechnet. Derzeit werde die Baustelle auf den Winter vorbereitet. Die Erneuerung der Wasserleitung in der oberen und mittleren Bachgasse wurde auf 2012 verschoben.

Für den Platz an der Pfarrkirche in Retzbach wurden Standorte für fünf Straßenlampen festgelegt. Eine wird auch den Vorplatz an der Kirche mit beleuchten. Zusätzlich zu den ursprünglichen Planungen müsse auch ein Weg in diesem Bereich besser befestigt werden. Derzeit bestehe er nur aus jeweils drei Zentimeter Schotterunterbau und Asphaltdecke.

ka
    
    

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