publiziert: 27.02.2011 16:40 Uhr
aktualisiert: 27.02.2011 16:44 Uhr
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Glück und wie man aus dieser Misere wieder herauskommt

Kabarettist Machwerk auf der Franziskushöhe: „Ohne Liebe könnten sie alle noch leben“
  • Holzweg zum Glück: Matthias Machwerk klärte auf, wo es lang geht auf dem Holzweg zum Glück. Am Samstag gastierte er mit seinem „Neuling“ auf der Franziskushöhe.
    Foto: Rita Gress
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(ta) Eines muss man dem Kabarettisten Matthias Machwerk lassen: In seinem neuesten Programm „Holzwege zum Glück“ legt er den Finger, pardon seine Zunge, mitten hinein in die Miseren des Lebens. Sein Programm sei nicht witzig, statuierte er am Samstagabend auf der Franziskushöhe. Schließlich behandle es das Thema Holzweg. Das Zwerchfell seiner rund 50 Gäste behandelte der Wahl-Dresdener (geboren 1968 in Prenzlau) in seinem Machwerk-Comedy-Lachwerk gleich mit.

In rasanter Geschwindigkeit wohlgemerkt. Seine vorrangigen Themen: Glück und Gesundheit, Ehe, Sex, Alltag und Arbeit. Die Liebe sei die größte Glücksquelle. Nur sie zähle, nie ihre Opfer. Um frei nach Shakespeare oder Machwerk zu resümieren: „Ohne Liebe könnten sie alle noch leben.“

Laut dem Comedian sitzt die Quelle des Glücks im Hirn. Statistisch gesehen seien die verheirateten Menschen am glücklichsten. Wenigstens am Anfang. Das dicke Ende komme erst zum Schluss. So sähen die Betroffenen dann auch aus. „Wir Deutschen sind offenbar sehr verheiratet.“ Der „pfundige“ Hieb traf. Der auch: „Mit dem Ja-Wort hat man die erste Pflegestufe erreicht.“ Die Deutschen liebten die Angst. Es sei kein Zufall, dass sie den Büstenhalter und die Sozialversicherung erfunden hätten. „Wir hatten damals schon Angst, dass es abwärts mit uns geht.“

Heute werde die Angst mit Drogen und Alkohol bekämpft. Der Alkohol habe allerdings auch die gute Eigenschaft, dass er sich beim Mann auf den Sehnerv lege und bei der Frau aufs Sprachzentrum. „Plötzlich hält sie den Mund.“

Das schönste und billigste Glücksgefühl werde durch Sex hervorgerufen. Zuhause koste er nichts und gesund sei er auch noch. Aber merke: Glück und Befriedigung bedürften der Abwechslung. Auf einem Kran zum Beispiel oder im Fahrstuhl. Oder für Frauen in einer Umkleidekabine. An der Kasse allerdings seien sie schon wieder unglücklich.

Warum Kneipen mehr und mehr zu Frauenhäusern der Männer werden? Weil es mit dem Gleichstellungsauftrag und der Emanzipation heutzutage hapere, deshalb. Sobald Frauen bei Männern einzögen, vollziehe sich die feindliche Übernahme.

Nach der Pause widmete sich Machwerk dem Thema Arbeit. Früher habe man noch nach vorne geschaut, heute ertönten nur noch Klagelieder aus der Arbeitenden Münder. Dabei mache Arbeit glücklich – vorausgesetzt man könne eigene Ideen umsetzen und selbstständig handeln. Seinen Kindern zum Beispiel sagen: „Schau, diese Firma hat euer Vater ruiniert.“

Schadenfreude sei ein riesiger Garant für Lachen und dieses fördere trefflich das höchste Gut Gesundheit. Dem körperlichen Wohlbefinden dienlich sei ebenso der Neid. „Man wird schön rot dabei und die Haut wird kräftig durchblutet.“ Bevor Machwerk nach zwei Stunden die Bühne verließ, fasste er die Glücksgaranten noch einmal kurz: Lachen, tanzen, kräftig die Sau rauslassen und sich seine kindliche Begeisterung erhalten. Mordsbeifall aus dem Publikum, das klang logisch. Dann kehrte der Wortakrobat auf die Bretter zurück. Hatte er doch noch nicht gesagt, wie man aus der Misere „Glück“ wieder herauskommt. Indem man das glückliche Leben der Reichen im Fernsehen verfolgt, die Apothekenrundschau liest („schon fangen Sie an zu kränkeln“), misstrauisch bleibt oder einfach beim Sex auf die Frage seiner Frau „Schatz, woran denkst du gerade“ antwortet: „Du kennst sie nicht.“

    
    

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