aktualisiert: 22.09.2011 17:28 Uhr
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KARBACH
Im Landkreis Main-Spessart zurück zu den Wurzeln
Israelische Gäste auf den Spuren ihrer Vorfahren in Thüngen, Laudenbach und Karbach
(lau) David Harel, der im Kibbuz Yavne rund 40 Kilometer südlich von Tel Aviv lebt, war für mehrere Stunden zu Gast in Karbach. Zusammen mit seiner 64-jährigen Schwester Rachel Halberstadt (Jerusalem), die als Hebamme praktiziert, und seiner Cousine Judith Halberstadt, einer ehemaligen Krankenschwester aus der Nähe von Haifa, besuchte er den Jüdischen Friedhof, die Anwesen seiner Vorfahren, die einstige Synagoge und die Mikwe.
Vorher waren die „Spurensucher“ bei Kristina Ackermann in Thüngen, wo eine ganze Reihe von Tannenwalds gelebt haben, bei Georg Schnabel (Mühlbach), der den einstigen jüdischen Bezirksfriedhof in Laudenbach betreut, sowie auf dem jüdischen Friedhof in Würzburg. An den Gräbern ihrer Vorfahren legten die Gäste aus Israel die üblichen Steinchen zur Erinnerung ab, sie beteten und brannten Lichter an.
Die Tannenwalds kamen aus Urspringen und wurden in Karbach sesshaft. Die Unantastbarkeit jüdischer Grabstätten, die nur einmal belegt werden und auf Ewigkeit im Besitz des Verstorbenen bleiben, macht es auf dem jüdischen Friedhof möglich, lückenlos Nachforschungen anzustellen. Zehn Vorfahren der Tannenwalds sind hier begraben.
In 1930er Jahren ausgewandert
Moses Pfeufer ist nach Auffassung von Historiker Dr. Leonhard Scherg (Marktheidenfeld) der Stammvater der Karbacher Familie, die 1839 den Namen Tannenwald annahm. Er wurde um 1700 geboren, in Karbach der „große Pfeiffer“ genannt und wohnte neben der „Schenke Stern“ (heute Anwesen Peter Freund), wo auch seine Nachkommen lebten.
Die Familiengeschichte in Karbach endete in den 1930er Jahren: Moses Tannenwald, ein Kaufmann (geboren 1874), reiste nach der Reichspogromnacht 1938 über Würzburg nach Palästina aus. Jacob Halberstadt, der in Nieder-Mockstadt (Hessen) aufgewachsen war, wanderte bereits 1936 aus und entkam so der Vernichtung durch die Nationalsozialisten.

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