aktualisiert: 06.12.2011 15:49 Uhr
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LOHR
Improtheater: Liaison mit der Servicedame
Würzburger Improvisationsgruppe gab Gastspiel in Mehlings Kulturkeller
Es klingt ungemein einfach und doch ist es harte Arbeit. Improvisationstheater bedeutet, das rationale Denken ausschalten und ab durch die Mitte. Doch auch Konzentration und Kreativität müssen trainiert werden.
Und so stehen die Spieler der Würzburger Improgruppe „10 vor 8“ ohne Textansage und Drehbuch auf der Bühne und reagieren nur scheinbar mühelos auf Zurufe aus dem Publikum und Ideen ihrer Mitspieler.
Die sechs Darsteller zauberten aus dem Nichts emotionale Figuren und dramatische Geschichten, die dank stets passender Gitarrenuntermalung ein treffendes Stimmungsbild erhielten.
Mischung aus Soap und Thriller
Und so erlebten die Zuschauer, wie die Schauspieler im Zug nach Frammersbach auf der Strecke blieben, sich im Abteil eine Liaison zwischen Mitropa-Servicedame und Staatssicherheitsagent anbahnt und nebenbei eine Weltverschwörung aufgedeckt wird. Dies kombinierte die Gruppe in einer Mischung aus Soap, Drama und Thriller. Kein Autor der Welt könnte solch ein Drehbuch schreiben.
Mit diesen und vielen weiteren spontanen Ideen wurde das Publikum durch einen vergnüglichen und kurzweiligen Abend geführt, der als Zugabe darin gipfelte, den Tagesverlauf von „Mechthild“, einer Zuschauerin, einmal als Alptraum und – Happy end muss sein – als Traumtag nachzustellen, wobei Akteure ohne Requisiten in witziger und gekonnter Weise mal als Brotschimmel, Dusche oder explodierender Herd agieren.
Wer das Lohrer Gastspiel der Improgruppe „10 vor 8“ verpasst hat, kann dies jeden zweiten Dienstag im Monat im Theater Chambinsky in Würzburg nachholen. Nähere Infos unter www.zehnvoracht.de.

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