publiziert: 13.07.2012 17:43 Uhr
aktualisiert: 15.07.2012 12:04 Uhr
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Karli Keiler: Lebende Wurfbude

Auch auf seine alten Tage geht der Karli noch mit der Zeit. Als mit 30 Jahren uralter Schwarzkittel keilert er jetzt bei Facebook. Und muss sich gleich aufregen! Sein Lohrer Kollege, der Bayerstürmer, lästerte nämlich über das Gemündener Heimatfest: „343 Schüler beim Heimatfest-Stadtlauf am Freitag voriger Woche, das dürfte die Teilnehmerzahl des eigentlichen Heimatfests deutlich überstiegen haben, oder?“ Weiter meint der Lohrer Bayerstürmer: „Ich habe mir aus alter Verbundenheit zu Gemünden die Sache wie jedes Jahr auch heuer wieder vor Ort angesehen, weil ich den Festplatz und speziell den Biergarten schon recht schnuckelig finde. Wenn sich auf dem gesamten Heimatfestgelände um 18 Uhr gerade mal 60 Besucher tummeln, sollte man aber schon mal die Frage aufwerfen, wie es mit dem Fest besser weitergehen kann.“

Ist längst geschehen, antwortete der Karli. Der Stadtratsausschuss für Jugend, Kultur und Tourismus hat sich tolle Gedanken gemacht. Fahnenparade, Jazzfrühschoppen, Heimatabend mit heimischen Kapellen, Stadtratsfußballspiel als lebendes Tischkicker im Heimatfestzelt . . . Tolle Ideen, wie man sie in Lohr nicht hat (gut . . . vielleicht auch nicht braucht). Da wünschte der Bayerstürmer viel Glück, konnte es aber nicht lassen, noch einen draufzusetzen: Ob es anstelle von Stadträten in Tischkickergestalt nicht vielversprechender wäre, die Stadträte in eine Wurf- oder gar Spickerbude zu stellen? Oder irgendein Hau-den-Lukas-Verschnitt?

Immer auf die armen Politiker. Selbstironie legt dennoch der Landrat Thomas Schiebel an den Tag. Beim Empfang zum Beginn der Scherenburgfestspiele am Mittwoch suchte er nach Parallelen zwischen Gemünden und den diesjährigen Theaterstücken. Für „Neues vom Räuber Hotzenplotz“ verbiete sich ein Vergleich, meinte der Schiebels Thomas, auch wenn das möglicherweise von manchen aktiven Bürgerinitiativen anders gesehen werde. Über sich selbst sagte er: Böse Zungen würden behaupten, er komme nur zu den Festspielen, um sich Anregungen für seine eigenen Rollen zu holen. Einen Hauch Südamerika, oder besser, eine volle Dröhnung, bekamen die Ehrengäste von „Samba Gemundo“ – passend zum „Haus in Montevideo“. Der Burgintendant Horst Gurski rechtfertigte den Einfall: „Die Gemündener lieben Krach: das Heimatfest, die vorbeifahrenden Züge . . .“ Der Karli will hoffen, dass der Bürgerentscheid kommende Woche ohne auskommt.

    
    

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