aktualisiert: 03.02.2012 16:28 Uhr
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REGION GEMÜNDEN
Karli Keiler: Vorbereitungen zur Klo-Kontrolle
Das wird einen großen Bahnhof in Gemünden geben, wenn der Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags zur Klo-Kontrolle eintrifft! 16 Landtagsabgeordnete, die Spitzen des Landratsamts, der Obersten Bayerischen Baubehörde, womöglich noch des Innen- und des Sozialministeriums, dazu Sekretäre und Protokollführer . . .
Es wird ja auch Zeit, findet der Karli, dass Gemündens unendliche Toilettengeschichte überregionale Beachtung erfährt. Nach 15-jährigem Hin und Her war das öffentliche stille Örtchen für vergleichsweise günstige 83 000 Euro im Dezember 2009 endlich fertig geworden. Doch war die kombinierte Damen- und Behindertenkabine keineswegs barrierefrei, was seither trotz kleiner Nachbesserungen der Michael Mahlo immer wieder kritisiert hat. Jetzt hat er den Petitionsausschuss um Hilfe für Menschen mit Handicap angerufen, und der wird sich die Sache vor Ort anschauen.
Stellt sich die Frage, wie die Dreiflüssestadt die hochkarätige Delegation empfangen wird. Der Karli hat da so eine Ahnung: Die Straßen und der Marktplatz werden beflaggt, der Eberhard Pfeiffer wird vor seinem Geschäft wieder einmal „Spiel mir das Lied vom Tod“ tönen lassen, und der Bürgermeister Georg Ondrasch, so vermutet der Keiler, sitzt sowieso schon über seiner Begrüßungsrede: „Der 1. Bürgermeister der Stadt Gemünden am Main, aber auch ich ganz persönlich freuen uns, dass es uns gemeinsam gelungen ist, unsere Toilettenanlage in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken. Uns allen, aber auch dem 1. Bürgermeister und mir ganz persönlich, liegen die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung besonders am Herzen.
Sollten Sie an der Toilettenanlage etwas auszusetzen finden, können Sie versichert sein, dass auch wir alle mit dem 1. Bürgermeister an der Spitze das schon immer fanden. Wenn nicht, dann auch. Deswegen freuen wir uns, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, zusammen an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten. Dazu darf ich Sie als 1. Bürgermeister der Stadt Gemünden am Main, aber auch ganz persönlich herzlich einladen.“
So ungefähr könnte das ablaufen. Als ortskundiger Führer der Delegation aus dem fernen München kommt nur das Stadtratsmitglied Gerhard Köhler infrage, der seinerzeit diese und andere Toiletten inspiziert und für behindertengerecht befunden hatte. Der Verein Gemünden Aktiv und die Werbegemeinschaft könnten bei der Gelegenheit die schönen Seiten der Stadt herausstellen; vielleicht lassen sich die Herrschaften zum Übernachten oder gleich zu einem Kurzurlaub überreden?
Schließlich sollen sie sich auch die Rampe am Rathaus und die Treppe am Bahnhaltepunkt Kleingemünden anschauen. Und wenn man schon einmal dabei ist, schlägt der Karli zur Besichtigung die Scherenburg, den Ronkarzgarten und das Innenstadtpflaster vor; die sind auch nicht so ganz barrierefrei.
Am schönsten wäre es, wenn der Petitionsausschuss an einem Wochenende und per Zug käme. Dann könnten und sollten sich die Abgeordneten im Bahnhof umschauen – die Stufen und die Toiletten. Die sperrt die Bahn nämlich immer noch an den Wochenenden zu, was eine Riesenbarriere ist!
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Die neuesten Kommentare
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Darth-Sidious (2 Kommentare) am 03.02.2012 15:20
Da sind unsere Abgeordneten also, erwischt beim Toilettenbesuch!?Schöner Artikel.Was für eine verschwendung von Steuergelder und kostbare Arbeitszeit, welche die hohen Herren da verbraten, und das nur zur Besichtigung einer Toilette! Eine Person hätte das gewiss auch getan, oder handelt es sich hier um ein Verbrechen gegen die Menschenrechte, dass gleich so viele Landtagsabgeordnete kommen müssen? Und die Rede von unserem "1. Bürgermeister der Stadt Gemünden am Main" ist auch gut, so passt die Rede richtig gut in sein Öffentlichkeitsbild. Was würden wir nur ohne unseren Karli machen?
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