aktualisiert: 22.02.2012 15:32 Uhr
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GEMÜNDEN
Leserforum: Verpasste Chancen
Zur Diskussion über den Bürgermeister und seine Politik:
Während der Gemündener Bürgermeister sich um die eigene Darstellung und die Rechtfertigung seiner Steuergeldverschwendungen kümmert, seine Verwaltung ohne einen dringend benötigten geschäftsleitenden Beamten weiter laufen lässt und den Stadtrat durch kurzfristig vorgestellte Änderungen im Haushalt vor den Kopf stößt, geschehen im Hintergrund Weichenstellungen für die Stadt und das Umland. Hier nur zwei Beispiele:
1. Die Mainbrücke: Am 16. Februar wurden im Kreistag drei Varianten zur Sanierung und Ertüchtigung der Mainbrücke vorgestellt. Wird die Mainbrücke Bestandteil einer Ortsumgehung, sind Änderungen der Verkehrsführung der Bundesstraße erforderlich. Für Gemünden und damit für die Gemündener bedeutet das einen weiteren tiefen Griff in den städtischen Säckel.
Die Herausforderungen sind schon in der einfachen Betrachtung nicht einfach und gestalten sich in den möglichen Variationen der Realisierungen und Finanzierungen fast beliebig komplex. Die drei vorgestellten Varianten werden von dem beauftragten Planungsunternehmen bis Ende Februar ermittelt. Danach, das heißt ohne Mitwirkung im Vorfeld, muss sich die Stadt Gemünden entscheiden.
Die Geschäftswelt und viele Bürgerinnen und Bürger werden von Veränderungen der Verkehrsströme betroffen sein. Finanzielle Belastungen, Lärmbelästigungen, Entwertung oder Aufwertung von Immobilien und auch die Veränderung und Neuentwicklung von Geschäftsfeldern werden folgen.
2. Generalsanierung des Friedrich-List-Gymnasiums und Erweiterung der Realschule: Im Juni 2007 beschloss der Schul- und Bauausschuss des Landkreises, dass Realschule und Gymnasium in Gemünden saniert werden sollten. Eventuell mögliche Neubauten neben der Hauptschule an der Scherenberghalle wurden verworfen.
Die Regierung von Unterfranken hätte bei 90 Prozent Sanierungskosten gegenüber den Kosten von Neubauten ein neues Schulzentrum unterstützt. Geeignetes Gelände im Bereich der Hauptschule Gemünden hätte zur Verfügung gestanden. Die Chancen auch bei knapper Erreichung der Voraussetzungen zur Förderung waren gegeben. Im Oktober 2011 wurde eine Überschreitung des Budgets um 850 000 Euro beim Bau der Realschule gemeldet!
Jetzt werden auf engstem Raum im Brunowerk weitere 20 bis 25 Millionen (in Worten zwanzig bis fünfundzwanzig Millionen) Euro für das Gymnasium und die Realschule verbaut. Investitionen in die Bildung unserer Kinder sind dringend erforderlich und immer gut angelegt. Hier vergräbt man aber ohne Weitsicht in einem Hanggelände, mitten in einem Wohngebiet, weitere Steuergelder ohne Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der betroffenen Anwohner, von Friedenstraße über St.-Bruno-Straße, Brückleinsweg, Kolpingstraße und Baumgartenweg.
Bauherr bzw. Kostenträger ist der Kreis, aber: Synergien mit großen einmaligen Vorteilen für die Stadt Gemünden, vom eigenen Bahnhaltepunkt, gemeinsamer Beheizung über das vorhandene Heizwerk, gemeinsame Tagesbetreuung, von Mensa bis Vertreterregelungen, verkehrsgerechter Lage und damit geringerer Unfallgefährdungen, Sportplätzen, Veranstaltungshalle, Schwimmbad und eventuell neuem Hallenbad in direkter Nähe, werden und wurden nicht gesehen! Eine einmalige Chance zur Aufwertung der Schulstadt Gemünden verpufft!
Definition von Zielen, innovative Weitsicht, strategische Ausrichtungen, planende Gespräche mit Behörden und Werbung von Investoren gehören zu den Kernaufgaben eines Bürgermeisters mit der Aufgabenstellung eines modernen Stadtmanagers. Stattdessen hat Gemünden einen Doppelqualifikanten.
Karlheinz Herbert 97737 Gemünden

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