publiziert: 17.10.2010 16:15 Uhr
aktualisiert: 17.10.2010 16:16 Uhr
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Mit Fotos die Erinnerung wach halten

Ausstellung und Konzert in ehemaliger Synagoge
Wiesenfeld

(cs)

Um Spurensuche und die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus ging es den beiden Fotografen Herbert Liedel und Helmut Dollhopf. Herausgekommen ist eine interessante Fotodokumentation über die (Nachkriegs-)Geschichte der Synagogen und Friedhöfe im ländlichen Franken. Ein Teil der bemerkenswerten Fotos ist vom 22. Oktober bis 7. November in der Wiesenfelder Synagoge zu sehen.

Herbert Liedel und Helmut Dollhopf haben in ihrer langzeitlichen Betrachtung den Zustand der Synagogen und Friedhöfe vor 25 Jahren mit dem heutigen Erscheinungsbild verglichen. Mit der Gegenüberstellung von Einstigem und Heutigem förderten sie Aufschlussreiches über den Umgang mit den geschichtsträchtigen Gebäuden zutage.

Auch die Synagoge in Wiesenfeld wurde in ihre Betrachtung einbezogen. Zunächst wurde diese als Pferdestall, später als Abstellraum zweckentfremdet, bevor sie umfangreich restauriert wurde und nun vom Gesangverein genutzt wird. Andere jüdische Häuser werden heute noch als Lagerräume genutzt und sind als Gotteshäuser nicht mehr zu erkennen.

Gerade durch die Gegenüberstellung der Fotos schafft es die Ausstellung, mit den Mitteln der Fotografie Geschichtsbewusstsein zu erzeugen und die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten. Mit ihrer eindringlichen Bildsprache legen die Aufnahmen ein eigenes Zeugnis ab und regen zum Nachdenken an.

Die Ausstellung ist von Freitag, 22. Oktober, bis Sonntag, 7. November, freitags und samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags und am Montag, 1. November, von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Ergänzt wird die Ausstellung mit einem Klezmer-Konzert um 19 Uhr am Dienstag, 9. November, dem Tag der Pogrom-Nacht. In der Synagoge in Wiesenfeld wird das aus Würzburg stammende Trio „Klez'amore“ aus Würzburg in die Welt der Klezmermusik einführen und lässt mit ihr sowie jiddischen Liedern die untergegangene Welt im osteuropäischen Schtetl wieder lebendig werden. Dabei verknüpfen die Musiker mit ihrem reichen Instrumentarium die traditionellen Stücke und Tänze mit jazzigen Elementen und entwickeln sie in Richtung Swing in immer wieder überraschende Arrangements weiter.

Karten im Vorverkauf gibt es an der Stadtkasse, Zum Helfenstein 2, 97753 Karlstadt, Tel. (0 93 53) 79 02 25.

    
    

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