publiziert: 21.04.2009 17:08 Uhr
aktualisiert: 21.04.2009 17:16 Uhr
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Neu im Museum: ein NSU-Motorrad mit Anhänger

Über 100, fast 60 schnell

(wde) Die ersten Motorräder hat NSU im Jahr 1901 gebaut. Allerdings waren die Zweiräder damals noch mit in der Schweiz gefertigten Zedel-Motoren ausgestattet. 1903 wurden dann erstmals Motoren aus eigener Herstellung in die verstärkten Fahrradgestelle eingebaut. Ein solches NSU-Motorrad nennt Karl Zimmermann, der Betreiber des Fahrzeug- und Technikmuseums in Neuendorf, sein Eigen.

  • Ein 106 Jahre altes Motorrad ist das neueste Ausstellungsstück in Karl Zimmermanns Fahrzeug- und Technikmuseum in Neuendorf. In Original-Kluft setzte er sich auf die 3-PS-Maschine, im Anhänger hat es sich – stilecht gekleidet – seine Schwiegertochter Annette bequem gemacht.
    FOTO WOLFGANG DEHM
Bild von

Gekauft hat er das Gefährt bereits vor rund zehn Jahren in Dresden. Nach und nach hat der gelernte Waffenmechaniker, Spengler- und Lackierermeister es liebevoll restauriert. Jetzt steht es in neuem Glanz da und wurde sogar noch um einen seltenen Anhänger erweitert, den Zimmermann vor etwa zwei Monaten auf dem Pariser Veteranenmarkt erworben hat.

Der Motor der NSU hat laut Zimmermann 350 Kubikzentimeter Hubraum und leistet drei PS. Damit schaffe das Motorrad fast 60 Stundenkilometer. Vorne ist das Zweirad seinen Worten zufolge mit einer Bandbremse ausgestattet, hinten mit einer Keilbremse. Die Beleuchtung funktioniere mit Karbid.

Wollte der Fahrer eines Motorrades vor rund 100 Jahren eine weitere Person mitnehmen, gab es laut Zimmermann drei Möglichkeiten: Seitenwagen, Anhänger oder Vorsteckwagen. Den Anhänger für seine NSU bezeichnete er als eine „ganz große Rarität“.

In seinem Museum zeigt Zimmermann auf rund 800 Quadratmetern einschließlich Leihgaben zirka 50 historische Motorräder, verschiedene Rennboote, Autos aus den 1930er und 1950er Jahren, einen Scheunenfund (Goggomobil), zahlreiche Radioapparate und vieles mehr. Besonders stolz ist er auf eine Dampfmaschine von 1912, die ihm ein Gemündener Furnierwerk zur Verfügung gestellt hat. Die Maschine, die bis 1990 im Einsatz war, besitzt ein fünf Meter großes Schwungrad.

Das Fahrzeug- und Technikmuseum in Neuendorf ist heuer erstmals am 1. Mai geöffnet, anschließend jeden ersten und dritten Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

    
    

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