aktualisiert: 24.07.2008 18:17 Uhr
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NEUSTADT
Oskar Fleckenstein fordert Heidi Wright heraus
Neustadter bewirbt sich um SPD-Bundestagsmandat
Der Neustadter Gemeinderat Oskar Fleckenstein, Kind der 68er Generation und SPD-Mitglied seit 1984, ist unzufrieden mit der Situation der Sozialdemokraten in der Region. „Das Familienwahlunternehmen Schneider-Wright gibt ein äußerst schwaches Bild ab“, sagt der 60-Jährige. Deswegen will er bei der innerparteilichen Nominierung für das Bundestagsdirektmandat 2009 gegen die Abgeordnete Heidi Wright antreten. „Ich werfe meinen Hut in den Ring“, so Fleckenstein.
Seit er vor wenigen Tagen erstmals seine Ambitionen öffentlich machte, habe er bereits viel Zuspruch erfahren, „vor allem aus dem Raum Miltenberg“, sagt Fleckenstein. „So wie ich sind viele in der SPD unzufrieden mit dem Führungsduo. Deshalb sollte man mal überlegen, ob die Verwaltung der Partei aus der Ära Schneider auch bei den Bundestagswahlen im nächsten Jahr fortgesetzt werden muss.“ Es gehe ihm dabei nicht um seine Person, versichert Fleckenstein, sondern um die Belange der Bürger und der Partei.
„Zwei wesentliche Kritikpunkte“ nennt Fleckenstein: „Durch das Familienwahlunternehmen Schneider-Wright ist große Unruhe in der SPD entstanden.“ Eine große Zahl der Delegierten sei dem Main-Spessart-Parteitag der SPD in Gemünden aus Protest ferngeblieben. „Das ist ein Alarmsignal“, sagt Fleckenstein.
Außerdem habe Schneider bei diesem Parteitag „inhaltlich ein äußerst schwaches Bild abgegeben“. Kein Wort zur misslungenen Bildungs- und Kulturpolitik der CSU habe er verloren, auch die Auswirkungen der Krise der Bayerischen Landesbank auf die Region seien nicht thematisiert worden. „Ich finde es außerdem falsch, die Freien Wähler zum Aufhänger zu machen. Der eigentliche politische Gegner der SPD in Bayern bleibt die CSU“, so Fleckenstein.
Der Neustadter, der aus der Tradition der außerparlamentarischen Opposition stammt, sieht sich nun als „Speerspitze der innerparteilichen Opposition“. Seine Erfolgsaussichten könne er nicht einschätzen. „Von der Kandidatur bis zum Parteiausschlussverfahren“ sei alles drin, meint er.
Sicher seien nur zwei Dinge: Er äußere sich aus Überzeugung, nicht aus Geltungsbedürfnis und der SPD im Landkreis fehlten junge Köpfe, die sich als Nachfolger für charismatische Sozialdemokraten wie Heinz Mehrlich, Karl-Heinz Keller, Uwe Lambinus oder Siegfried Selinger empfohlen hätten.
Zur Person
Oskar Fleckenstein Der 60-jährige Aschaffenburger lebt seit 1978 in Neustadt und ist seit 1984 Ortsvorsitzender der Neustadter SPD. Der langjährige Gemeinderat scheiterte zweimal als Bürgermeisterkandidat. Er arbeitet als Studiendirektor an der Städtischen Wirtschaftsschule in Würzburg.
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