aktualisiert: 06.02.2012 20:00 Uhr
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ROTHENFELS
RFV-Fasching: Von ABBA bis Wickie
Mitwirkende der Prunksitzung im Rathauskeller eroberten die Zuschauerherzen im Sturm
Klein, aber fein – so präsentierte sich die Narrenzunft des Rothenfelser Faschingsvereins (RFV) mit einer poppig aufgepeppten Narrenschau und viel Lokalkolorit bei der Prunksitzung im Rathauskeller.
Etwas anders als bei den meisten Faschingsvereinen, aber gerade deshalb umso charmanter, fiel beim RFV der Einstieg ins närrische Programm aus, denn mit Renate Ruch übernahm heuer erstmals eine Präsidentin den Aufruf zum „Rothenfels Helau“. Unterstützt wurde sie von einem Sitzungspräsidenten-Duo (Max Ruch und Gerald Liebler). Sie machten gleich die Bühne frei für die zarten RFV-Pflänzchen, die „Bonsais“, die als wilde Wikingerhorde des kleinen rothaarigen Anführers Wickie die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberten.
Fabian Fischer hatte seine liebe Not mit dem Spielzeug der größeren Jungs, seinem Computer. Nach erstem Kampf mit den vielen Hardware-Bestandteilen, einer recht einseitigen und wohl auch teuren Unterhaltung mit der Cyberstimme, habe er schließlich eigenhändig zu Schraubenzieher und Zange gegriffen. Nachdem ihn die Freundin wegen der Computer-Sucht verlassen hat, bleibt ihm nur noch die Gewissheit: „Endlich bin ich im Internet, dafür bin ich allein im Bett“.
Schweden-Pop und Tanzmariechen
Als Agnetha, Björn, Anni-Frid und Benny von ABBA traten die „Fun-Kids“ im 70er-Look als Nachwuchsballett an, bevor die Tanzmariechen Myriam Reinfurt und Katja Kuhn als Wirbelwind-Paar über die Bühne fegten und einen Beifallssturm auslösten. Faschingsorden gab es für derzeit im närrischen Ruhestand befindliche Honoratioren. Neben Bürgermeisterin Rosi Richartz wurde diese Ehre auch Pater Basil zuteil.
Als Rentner mit Erfahrung beklagte Max Ruch, dass er ein „hartes Brot zu beißen“ habe. „Du bist doch ausgeruht, da tut dir die Bewegung gut“, meinte er überall in Familie, Verwandtschaft und Verein zu hören. Ein Ruheleben ist das nicht – die hart verdiente Feierschicht. In Baströckchen nahmen die Afro-Krieger der Showtanzgruppe den Saal in Besitz, um aus der afrikanischen Sonne kommend der Narrenschar richtig einzuheizen. Solche gesunde Hitze genoss auch Ute Schawerna-Pedrosa im neuesten Fitness-Tempel vor Ort. Ob Rasul für den Bart, Hamam zum Entspannen, Seifen- und Klangmassage oder Regendusche – das „Vita Spitalis“ in der Rothenfelser Wohlfühlmeile biete alles, was zum wahren Relaxen gehöre. Hausmeister „Biene“ sorge ebenso für das optimale Ambiente wie Rosi an der Rezeption.
Rothenfelser Geheimnisse
Als Mann mit Einblick in die tiefsten Geheimnisse der Rothenfelser erwies sich ein mit chirurgisch scharfer Logik und kriminalistisch phänomenaler Schlussfolgerung agierender Michael Franz als Hummel. „Ich bin, da könnt ihr alles gleich vergess – die, die alles kann und alles wess!“. Und mit Hinweisen auf so manche Geschehnisse einzelner der „Möchtegern-Ranzengarde“ hielt er immer wieder belehrend fest: „Das kümmt defoo, weil ihr nix denkt!“
Nach so viel Selbsterkenntnis und Bedenkenswertem ließ man sich bei den „Hell Bunnys“ gerne wieder auf Ein- und Anblicke ein, mit denen die Ballett-Truppe besonders die Männerwelt in ihren Bann schlug.
In Reimen, untermalt mit Melodien auf seiner Gitarre, wurde Werner Grün seiner Pflicht als Stadtchronist informierend und belustigend gerecht. Ob Reinfurts „Feuerzauber“ beim Familienfest mit Krankenhaussonderfahrt und Verwandtschaftsunterstützung in der Festtagsküche, Tauberschmitts Apfelreife-Intensivierung unter wandernden Sonnenplätzchen zwischen Landwehr und Hädefeld, Kartenmafia oder Zusatz-Stühlerücken im überfüllten Krimikeller: Nichts blieb ihm verborgen, sodass der Nachwelt auch die kleinsten Episoden Rothenfelser Eigenlebens bewahrt wurden.
Um allem die Krone aufzusetzen, ließen die muskulös-grazilen Recken des Männerballetts zum Programmende Disco-Kugel, Nebelmaschine und Spotbeleuchtung anwerfen, um sich mit ihrer Reminiszenz an die Flower-Power-Zeit den Schlussapplaus abzuholen.
Die Mitwirkenden:
„Bonsais“: Tizian Pilz, Leni Reinfurt, Nike Baumann, Paul Koch, Josefine Koch, Jannis Kasparcak, Charlotte Purschwitz und Nicole Kraus, trainiert von Katja Kuhn.
Tanzmariechen: Myriam Reinfurt und Katja Kuhn (trainiert von Katja Kuhn).
„Fun-Kids“: Alina Fischer, Selina Pilz, Meike Reinfurt und Lukas Schmidt (Trainerin: Katja Kuhn).
Showtanzgruppe: Dunja Hirsch, Steffi Weiß, Yvonne Schuller, Petra Fischer, Anja Neuer und Gerald Liebler (trainiert von Conny Ruch).
„Hell Bunnys“: Verena Pilz, Katja Kuhn, Nina Herzfeldt, Anne Jenuwein und Jessica Klyczka (Trainerin: Franziska Hofstetter).
Männerballett: Sigi Straub, Uwe Willbrandt, Ingo Neuer, Andi Roth, Erich Götz, David Eingärtner, Stefan Schaupp und Christian Nusser (trainiert von Gisela Albert-Schaupp und Verena Pilz).

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