publiziert: 14.06.2011 19:04 Uhr
aktualisiert: 15.06.2011 17:37 Uhr
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RTL-Actionserie: Cobra11 ermittelt in Lohr

Action in der Waldesruh: Bürgermeister spielt Polizisten
  • Freizeit-Polizisten: Bürgermeister Ernst Prüße (links) und Jörg Engelhard, Leiter des Lohrer E-Centers, mimen in Statistenrollen in der Cobra11-Folge nordrhein-westfälische Gesetzeshüter. Das Bild zeigt sie beim Warten auf den Einsatz.
    FotoS (3): Johannes Ungemach
  • Komparsenschar: Vom Saunagast über das Klinikpersonal bis hin zu Polizisten reichen die Rollen, die 20 Statisten spielen dürfen.
  • Hauptdarsteller: Erdogan Altay (links) und Tom Beck warten als Autobahnpolizisten auf ihren Einsatz vor der Kamera.
  • Schauspieltalent: Klinikpatientin Silke Reckentin, eigentlich Polizistin, küsst den Polizisten Markus Brönner, eigentlich Rexrothmitarbeiter.
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Ein Bürgermeister als Polizist, eine Polizistin als Patientin und ein Technischer Zeichner als Krankenpfleger – derartigen Rollentausch gibt es derzeit in Lohr zu beobachten. Für drei Tage dreht ein 70-köpfiges Filmteam der Fernsehproduktionsfirma „action concept“ Szenen für die RTL-Actionserie „Alarm für Cobra 11.“ Schauplatz ist vor allem das zur Rehaklinik Waldesruh umfunktionierte Hotel Franziskushöhe hoch über der Stadt.

Darsteller sind neben den beiden Hauptakteuren Erdogan Altay und Tom Beck auch 20 Komparsen aus der Region, darunter Lohrs Bürgermeister Ernst Prüße, der als Statist einen Polizisten mimt. Dass das Filmteam nach Lohr gekommen ist, dürfte auch daran liegen, dass die Kölner Filmproduktionsfirma einst von dem aus Lohr stammenden Hermann Joha gegründet wurde.

Wer bei einem Actiondreh viel Krawall, Schusswechsel und explodierende Autos erwartete, wurde zumindest am Dienstag enttäuscht. In der Rehaklinik Waldesruh wurden eher ruhigere Innenszenen gedreht. Von den Komparsen war vor allem eines gefragt: Geduld. Vor dem oft nur sekundenlangen Gang durchs Szenenbild war weitgehend stummes Ausharren in einem der Hotelflure angesagt.

Doch die Ruhe täuschte über die tatsächlich Aktivität hinweg. Zwischen 50 000 und 100 000 Euro koste ein Drehtag, erklärt Produktionsleiter Marcel Greive. Am Ende eines solchen Tages stehen dann lediglich fünf Minuten Filmmaterial. Die in Lohr gedrehten Sequenzen werden übrigens erst im Herbst zu sehen sein, voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November.

Zum genauen Inhalt hält man sich noch bedeckt. Eines ist gewiss: Reichlich Action wird es um die in Lohr gedrehten ruhigeren Szenen geben. Dafür spricht auch, dass es am zweiten und dritten Drehtag noch in den Wald und einen Steinbruch in der Umgebung gehen wird. Daneben wird ein Säugling eine gewisse Rolle spielen.

Anders als für die Hauptakteure stehen die Komparsen übrigens vor allem wegen des Erlebnisses vor der Kamera. Es gibt eine kleine Aufwandsentschädigung – „und am Ende vielleicht ein Bild mit den beiden Hauptdarstellern“, hoffte Silke Reckentin aus Neustadt. Im richtigen Leben Polizistin, mimt sie im Film eine Patientin der Klinik.

Welche Rolle Bürgermeister Prüße genau geben wird, wusste das Lohrer Stadtoberhaupt am Dienstagnachmittag selbst noch nicht. Auch er wartete in Polizeiuniform geduldig auf seinen Einsatz. Manche Komplikationen hatten bis zum Nachmittag den Zeitplan ordentlich durcheinander gebracht.

Durcheinander waren auch einige der wenigen Gäste, die trotz der Filmaufnahmen in dem Hotel übernachteten. Einige, so erzählt Elke Schubert, Johas Assistentin, wollten irritiert wieder wegfahren, als sie über dem Eingang das eigens für die Filmaufnahmen montierte „Waldesruh“-Schild erblickten.

Irritationen gab es auch schon bei der Anreise der Filmcrew: Da die beiden Hauptdarsteller im Film Autobahnpolizisten darstellen, gehören auch etliche blau-silberne Polizeiautos zur Requisite. Eben diese Streifenwagen wurden bei der Anreise von eifrigen Bayerischen Autobahnpolizisten gestoppt und intensiv kontrolliert. Erst nach längerem Hin und Her sei die Weiterfahrt gewährt worden, so Schubert.

Wie geht es nun mit der Filmproduktion weiter? Am Donnerstag wird die Crew wieder aus dem Spessart abziehen. Der Rest der Folge wird in der Eifel und um Köln gedreht. Danach gilt es rund 19 Kilometer Filmmaterial zu sichten und zusammen zu schneiden. Im Herbst dann werden voraussichtlich wieder rund fünf Millionen Menschen einschalten, wenn es heißt: „Alarm für Cobra 11“ – diesmal aus Lohr.


    
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Von unserem Redaktionsmitglied Johannes Ungemach
    
    

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Die neuesten Kommentare

chrihand (366 Kommentare) am 15.06.2011 15:03

Der OB kann

in seiner schicken Uniform dann ja gleich ein paarmal die Ruppertshüttener Strasse rauf und runter laufen. Vielleicht fahren die Leute dann mal langsam. Viele übrigens von/zur Franziskushöhe.
(0)
tomorrow (39 Kommentare) am 14.06.2011 20:40

Cobra11 in Lohr

Herr Bürgermeister, bei einer Schusswaffe hat man den Finger niemals am Abzug grinsen) - zumindest in dieser Situation nicht. Respekt zu den drei Sternen, damit sind Sie ein gestandener Hauptkommissar und als Fachhochschulabsolvent ein Dienstgruppenleiter, wenn auch solche besser vier Sterne haben. Wir sind jedoch in Bayern und Sie Bürgermeister einer Partei, die nun einmal gerne an ihren Bediensteten spart, besonders an denen, die vier silberne Sterne verdient haben und ihr Leben und ihre Gesundheit Tag für Tag und Nacht für Nacht für die Allgemeinheit aufs Spiel setzen. In diesem Sinne! Liebe Grüße - Ihr Policeman!
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