publiziert: 29.06.2012 17:01 Uhr
aktualisiert: 01.07.2012 12:06 Uhr
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Rat einig: Krankenhaus erhalten

Marktheidenfelder Kommunalpolitiker beziehen nach Antrag des Seniorenbeirats Stellung
  • Bekenntnis zum Standort: Der Marktheidenfelder Stadtrat sprach sich ausnahmslos für den Erhalt des Kreiskrankenhauses aus.
    Foto: Christian Schwab
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Wenn es ein Thema gibt, bei dem zwischen die Positionen der Marktheidenfelder Stadtratsfraktionen kein Blatt Papier passt, dann ist das die Zukunft des Kreiskrankenhauses in der Stadt. Das machte das Gremium in seiner Sitzung am Donnerstag deutlich.

Der Rat nahm öffentlich Stellung, weil der Seniorenbeirat, namentlich die Vorsitzende Gertrud Fries, ihn in einem „Eilantrag“ aufgefordert hatte, „sich mit besonderem Nachdruck für den Erhalt des Krankenhauses“ einzusetzen (wir berichteten).

Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder schickte voraus: „Uns ist klar, wie wichtig der Standort Marktheidenfeld ist, dass wir ein gutes Haus haben, bei dem die Zahlen stimmen und bei dem es funktionierende Kooperationen gibt. Wir werden uns vehement für den Erhalt einsetzen.“ Sie erklärte auch, dass die Diskussion ums Klinikum Main-Spessart bis vor kurzem nicht öffentlich lief. Außerdem erfordere die Entscheidung über seine Zukunft mehr Zeit, weil es viele Faktoren abzuwägen gebe. Stadträtin und Kreisrätin Andrea Hamberger (Freie Wähler) begrüßte den Seniorenbeirat-Antrag, weil der Kreistag bislang „zum Schweigen verdammt“ gewesen sei. Die Kreisräte wollten eine zukunftsfähige Lösung finden. Dazu gehöre die Frage, wie hoch das Defizit des Klinikums sein dürfe. Hamberger gab zu bedenken, dass ein Lösungsansatz durch die schnelllebige Gesundheitspolitik schon in zwei Jahren wieder überholt sein könnte.

Uwe Lambinus (SPD), ebenfalls Stadt- und Kreisrat, hält den Seniorenbeirat-Antrag ebenfalls für berechtigt, aber den „massiven Vorwurf“ an die Kreisräte, sie seien untätig, weise er zurück. Es würden öffentlich Vorwürfe formuliert, „bevor man weiß, um was es überhaupt geht“, echauffierte sich Lambinus.

Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder ergänzte, dass jeder Kommunalpolitiker bereit sei, den Beiräten Informationen zu geben, wenn man eingeladen werde.

Ludwig Keller (Freie Wähler) betonte ebenfalls, dass der Stadtrat zum Krankenhaus stehe. Es sei gut gewesen, das Klinikum nicht privatisiert zu haben. So habe sich die Kommunalpolitik ihr Mitspracherecht erhalten. Aber man dürfe auch nicht zu früh handeln, um „Dinge nicht in die falsche Richtung zu lenken“.

Helmut Adam unterstrich: „Auch ohne Antrag setzt sich jeder im Gremium für das Krankenhaus ein, wenn es so weit ist.“ Der Kreistag, ist Adam überzeugt, müsse zu dem Entschluss kommen, dass es ein Klinikum Main-Spessart ohne Marktheidenfeld nicht geben könne. Wenn nicht, „werden wir uns wehren“.

Martin Harth (SPD) wies abschließend darauf hin, dass „der Wille der Bevölkerung und der medizinischen Szene“ öffentlich deutlicher gemacht werden könnte. Er rief die Marktheidenfelder auf, sich für ihr Krankenhaus zu engagieren.

Von unserem Redaktionsmitglied Andreas Brachs
    
    

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Die neuesten Kommentare

housil (149 Kommentare) am 30.06.2012 11:03

Es käme komischer Weise...

...niemand auf die Idee, z.B. die Feuerwehr abzuschaffen weil diese zu viel Geld kostet.
Krankenhäuser gehören zu Grundversorgung eines jeden Bürgers. Das sind keine Privatwirtschaftlichen Unternehmen die geschlossen werden wenn sie sich nicht mehr rentieren. Wenn man sich diesen medizinischen „Luxus“ nicht mehr leisten will (!), muß man halt in Kauf nehmen das der Lebensstandard sinkt.
Es käme ja auch niemand auf die Idee zu fordern, die Hädefelder Feuerwehr abzuschaffen, wenn´s brennt, kann ja die aus Lohr und Wertheim auch kommen. zwinkern
(3)
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