aktualisiert: 07.02.2012 17:04 Uhr
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MARKTHEIDENFELD
Rot gegen den Rest
Seit über 40 Jahren treffen sich Hobbysportler in der Grundschulturnhalle zum Basketball
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Voller Einsatz: Auch wenn es nicht um Punkte geht, sind die Marktheidenfelder Hobbysportler bei ihrem Spiel in der Turnhalle der Friedrich-Fleischmann-Grundschule mit ganzem Herzen bei der Sache.Foto: SVEN HASSEL -
Eine eingespielte Truppe: Die Marktheidenfelder Altherren-Basketballer treffen sich seit Jahrzehnten an jedem Sonntag.Foto: SVEN HASSEL
Hier hat sich eine echte Tradition gefestigt: Jeden Sonntag um 9.30 Uhr treffen sich in der Turnhalle der Friedrich-Fleischmann-Grundschule in Marktheidenfeld Männer zum Basketballspiel – seit über 40 Jahren. Das Besondere dabei: Es treffen sich nicht etwa junge Nachwuchsspieler zum Training, sondern die älteren Semester.
Den Grundstein legten die Altherren des Turnvereins schon Ende der 1960er Jahre, als sie eine Möglichkeit suchten, sich vor dem Turnen aufzuwärmen. „Am Anfang lief das Spiel nie ohne Verletzungen ab“, erinnert sich Helmut Zöller, einer der ersten Marktheidenfelder, die sich in diesem Mannschaftssport versuchten. „Wir haben einfach wild drauflosgespielt“, sagt Zöller.
Am Anfang stand die Regelkunde
Da keiner der Turner vorher Kontakt mit der Sportart hatte, war man sich über die Regeln und den genauen Ablauf des Spiels nicht ganz einig. Um also ein vorschriftsmäßiges Basketballspiel zu gewährleisten, wurde ein Regelbuch angeschafft, aus dem dann in fraglichen Spielsituationen wie dem „Überlupfen“ die Regeln abgeklopft wurden.
Die Spieler der ersten Stunde, die bis dahin eher mit Handball und Fußball vertraut waren, kamen mit dem „körperlosen Spiel“ anfangs nicht hundertprozentig zurecht. Darum versuchte man sich auch an Volleyball. Dieses „Experiment“ endete allerdings mit einer Schadenersatzklage. Grund hierfür war ein hart gespielter Ball, der den Kläger unglücklich im Gemächt traf. Nach diesem Vorfall konzentrierten sich die Sportler lieber wieder auf Basketball. Als sich der Sport immer weiter etablierte, bekam die „Basketballabteilung“ immer öfter jüngere Gastspieler. So viele, dass diese anfingen, sich separat zu treffen, woraus schließlich die Basketball-Mannschaft des TV Marktheidenfeld entstand. Die spielt heute immerhin in der Bayernliga Nord. Doch auch die älteren Semester des Marktheidenfelder Basketballs sind noch aktiv.
Sie spielen zwar nicht in einer Liga, aber Matthias Stangl findet: „Es sind zwar Altherren, aber es geht trotzdem ganz schön zur Sache.“
Etwa 20 ältere, aber fit gebliebene Spieler zählen zur Mannschaft, von denen jeden Sonntag mindestens zehn in der Grundschulturnhalle dem Ball nachjagen. Es können aber durchaus auch mal mehr sein, denn nach wie vor sind jüngere Gastspieler dabei. Meistens ist das der Nachwuchs der Altherren, der zum Spiel mitgebracht wird und gerne wiederkommt.
So kommt es, dass die Spieler eigentlich eine Altherrenmannschaft bilden, tatsächlich aber Generationen zwischen elf und 60 Jahren vertreten sind. „Es ist mir ein Anliegen, den Termin auch zu transportieren“, sagt Stangl.
Ein Sekt nach Spielschluss
Gespielt wird „Rot gegen die anderen“ – das heißt, ein fester Kern, der immer in Rot spielt, tritt gegen den Rest an, der jede Woche ein neues Team bildet. Wenn einmal mehr als 15 Spieler kommen, werden drei Mannschaften gebildet und es kommt zu einem kleinen Turnier. Punkte werden allerdings nicht gezählt. „Hinterher wollen sie aber dann doch wissen, wie es steht“, erzählt Stangl mit einem Augenzwinkern.
Eine Tradition in der traditionellsten Basketballmannschaft Marktheidenfelds hat sich ebenfalls bis heute gehalten: der gemeinsame Genuss einer Flasche Sekt. Der wurde allerdings inzwischen von der Halbzeitpause auf die Zeit nach dem Schlusspfiff verschoben.
Kontakt zu den Spielern: Matthias Stangl, Tel. (0 93 91) 8 11 81.

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