aktualisiert: 28.07.2010 18:14 Uhr
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ARNSTEIN
Sanierung der Synagoge geht voran
Stadtrat Arnstein überzeugte sich vom Baufortschritt – später Dokumentarzentrum für Judentum
(th) Einwände des Landesamts für Denkmalschutz waren mitverantwortlich für die Verzögerungen der Sanierung der Synagoge in Arnstein. Bei einer Ortsbesichtigung informierte Architekt Wilhelm Manger den Stadtrat über den augenblicklichen Stand.
Es hat sich viel getan seit dem letzten Ortstermin, stellt das Gremium fest. Die künstlich eingezogenen Decken, die den Synagogenraum in Wohnetagen umgestaltet hatten, wurden zurückgebaut. Mit einer thermischen Behandlung wurden Schädlinge und Taubenkot beseitigt. Unter einem provisorischen Schutzdach wurde die alte Dachkonstruktion abgenommen, das Gebälk außer den Rundspanten erneuert und isoliert. Demnächst wird neu eingedeckt. Wo möglich, haben die Bauarbeiter die ursprünglichen, teils vermauerten großen Fenster wieder freigelegt und die Fensterbrüstung in den alten Zustand versetzt.
Eine spannende Arbeit wartet jetzt auf die Zimmerleute und Maler. Die beiden Frauenemporen werden erneuert, ausgefacht und original verputzt. Dabei ist das nur in Bruchstücken erhaltene Fachwerk zu ergänzen. Probleme bereitete kurzzeitig die Sicherung des Tonnengewölbes mit einer Länge von zwölf und einem Durchmesser von neun Metern. Die massiven und optisch störenden Queranker wurden von drei dünneren Zugbändern ersetzt. Ein eingebauter Ringanker soll für zusätzliche Steifigkeit sorgen. Mit der Fertigstellung rechnet Architekt Manger im späten Frühjahr 2011.
Die alte Synagoge in Arnstein war bis in die 1930er-Jahre der kulturelle und religiöse Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde von Arnstein. Nach dem Krieg wurde es innen mehrfach planlos umgebaut und vorübergehend als Wohnhaus genutzt. Man unterteilte den zehn Meter hohen Raum mit eingezogenen Decken in Etagen und vermauerte einige große Fenster.
Seit vier Jahren ist der Förderkreis „Alte Synagoge Arnstein“ bemüht, das Gebäude zu restaurieren und zu einem Begegnungszentrum umzugestalten, in dem kulturelle Ereignisse, Vorträge, Konzerte und Ausstellungen stattfinden. Mit einer Dokumentation über das Leben der jüdischen Gemeinde in Arnstein und im Landkreis Main-Spessart könnte hier eine Dauerausstellung entstehen (wir berichteten).
Nach der Ortsbesichtigung gab der Stadtrat grünes Licht für einen weiteren Sanierungsfortschritt: Für die weitere Absprache mit dem Landesamt für Denkmalschutz wird bei der Firma Söder, Arnstein, ein Musterfenster für 1800 Euro in Auftrag gegeben, nach dessen Vorbild alle Fenster ausgestattet werden.
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