aktualisiert: 23.10.2011 15:45 Uhr
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LOHR
Sogar der Regisseur ist überrascht
Gauklerzeit im Mehlingskeller: Premierenpublikum genießt „Pamela & Penworthy“
Als sich der Bühnenvorhang teilt und Scheinwerfer den Geist der verstorbenen Pamela beleuchten, ahnt keiner der Theaterfreunde im voll besetzten Mehlingskeller, welch glänzende Premiere auf ihn wartet. Das Spiel um Liebe und Tod, das Loslassen und der gute Draht zur höheren Macht bestimmen die Komödie „Pamela & Penworthy“.
Die Lohrer „Gaukler“ und die Familie Mehling haben am Freitagabend gleich drei Gründe zum Feiern: Auf den Premierenabend fällt das zehnjährige Jubiläum im Kulturkeller des Weinhauses mit Einweihung des umgebauten Theaterraumes und der neuen Bühne. Bereits der Einstieg verheißt einen interessanten Theaterabend. Mr. Penworthy (authentisch gespielt von Jörg Engelhard) verteilt Visitenkarten eines Lohrer Bestattungsunternehmers und raunt dem Publikum zu: „Wenn mal was mit Oma ist“. Regie der Komödie in zwei Akten von Jim McGinn führt Joe Henselewski, der mit der Theatergruppe bereits drei Stücke aus eigener Feder inszenierte.
„Meine Asche ist noch warm und man renoviert bereits mein Haus“, klagt Pamela (ergreifend in Szene gesetzt von Susanne Balzer-Endres) am Tag ihrer Beerdigung gleich drei Nebenbuhlerinnen an. Zeitlebens beste Freundinnen, treten die attraktive Kathy (Steffi Staub), Tennispartnerin Wanda (Anette Waigand) und die raffinierte Bankerin Mary (Rebekka Wack) in den Ring: Im Kampf um den attraktiven Witwer samt Haus und Firma schreckt das selbstsüchtige Trio auch vor Handgreiflichkeiten nicht zurück.
Doch Pamela - sichtbar nur für die Zuschauer und den freundlichen Bestatter Penworthy - zieht im Hintergrund die Fäden: Bevor sie ihre letzte Reise antritt, erhält sie von höchster Stelle sieben Tage Aufschub mit dem Bonus: Dreimal darf sie ihrem Harry (Gerhard Kolbert) einen Gedanken einflüstern. Auch eine letzte Berührung wird gestattet. Es sind Tage voller Wut und Verzweiflung. Am Ende siegt die Kämpfernatur: Pamela gelingt es, ihren „Witwer“ vor weiblicher Raffinesse zu bewahren. Erst dann kann sie loslassen und sagen: „Ich bin bereit für den Weg durch den Tunnel ins Licht“.
Zwei Stunden des Mitfieberns
Kaum ist sie entschwebt, atmet das Publikum auf und schätzt sich glücklich, niemals in derartige Situationen zu geraten. Nach zwei Stunden Mitfiebern lässt sich sagen: Das ist weit mehr als Laienschauspiel. Mit der sechsköpfigen Gauklertruppe sind Könner am Werk, die sich mit Haut und Haar der Schauspielkunst verschrieben haben.
Ohne den kleinsten Hänger, überzeugend sowohl in dramatischen Situationen als auch in der heiteren Variante, beweist das gesamte Ensemble beispielhafte Bühnenpräsenz. Begeisterter Applaus und Bravo-Rufe aus dem Zuschauerraum sprechen für die Qualität des Stückes und der schauspielerischen Leistung. Das letzte Wort hat der „stolze und glückliche“ Regisseur: „Diese Leute haben mich völlig überrascht mit ihrem Können“.
Aufführungen der Gaukler
Bis 17. März 2012 steht die Truppe mit „Pamela & Penworthy“ noch 32 Mal auf der Kulturkeller-Bühne (Termine auf www.gaukler-online.de). Die letzte Aufführung ist ein Benefizabend für die „Bereitschaft Lohr des Bayerisches Roten Kreuzes (BRK)“. Karten sind erhältlich im Weinhaus Mehling (Tel. 09352 2602) und an der Abendkasse.
Mitwirkende: Schauspieler: Susanne Balzer-Endres (Pamela), Jörg Engelhard (Mr. Penworthy), Gerhard Kolbert (Harry), Steffi Staub (Kathy), Anette Waigand (Wanda), Rebekka Wack (Mary). Schauspieler der Gruppe II: Georgia Viola-Richartz (Pamela), Thomas Herrmann (Mr. Penworthy), Herbert Lochner-Grossmann (Harry), Inge Schwab (Kathy), Annika Roth, Ditte Remmel (Wanda), Mirta Dantlgraber (Mary); Regie: Joe Henselewski; Bühnenbild: Maik Neuer; Technik: Hannah Endres, Daniel Panter; Kostüme: Hanni Herrmann; Werbung: Georgia Viola-Richartz; Druck: Lohrer Selbsthilfe.
ONLINE-TIPP
Viele Bilder vom Auftritt der Gaukler finden Sie im Internet unter www.mainpost.de/lohr

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